Parteien laufen sich für die Europawahl noch warm
Wahlkampf auf Sparflamme

Greven -

Der Wahlkamp für Europ läuft noch auf kleiner Flamme. Der ein oder andere Kandidat der Parteien wird noch nach Greven kommen.

Freitag, 03.05.2019, 19:56 Uhr aktualisiert: 03.05.2019, 20:00 Uhr
Wahlplakate in Greven. Die Aufregung vor der Europawahl hält sich noch in Grenzen.
Wahlplakate in Greven. Die Aufregung vor der Europawahl hält sich noch in Grenzen. Foto: Günter Benning

Wenn Wahlen anstehen, sind sie gefragt: Die „Partei-Soldaten“ vor Ort. Plakate aufhängen und kleben, Infostände auf dem Markt, Klinken putzen. Aber: Es gibt da durchaus Unterschiede. Und die kann man derzeit im Vorlauf der Europawahl gut beobachten. „Das läuft alles nicht so intensiv wie bei einer Bundestagswahl oder einen Kommunalwahl“, gesteht Alfons Schulze Jochmaring, neu gewählter Chef des CDU-Stadtverbandes Greven. Und mit der Erkenntnis steht er nicht alleine.

Denn genau dies hat auch Marc Ickerott beobachtet. der ist Chef der Grevener SPD. Und die fällt vor allem darin auf, dass sie Anfang dieser Woche im Wahlkampf zumindest optisch noch gar nicht vertreten ist. „Ja“, stöhnt Ickerott. „Wir hängen mächtig hinterher.“ Grund seien private Verpflichtungen und Termine. Aber auch er ist sich sicher, dass das bei einer Bundestagswahl oder einer Kommunalwahl wohl anders gelaufen wäre.

Letztendlich bleiben noch vier Wochen, bis das EU-Parlament gewählt wird. Die Linken haben jedenfalls schon frühzeitig plakatiert. Aber auch der Linken-Chef Thomas Hudalla sieht Unterschiede. „Der Stellenwert von Europawahlen ist für viele im Vergleich zu anderen Wahlen wie Landtag oder Bundestag nicht hoch, obwohl es Bestrebungen gibt, immer mehr Entscheidungen von Berlin nach Brüssel zu schieben, wie die aktuelle Debatte um Waffenexporte zeigt“, erklärt er. Brüssel sei eben auch weiter weg als Berlin, Entscheidungen nur schwer nachzuvollziehen. Da fehle es an Transparenz. „Trotzdem gehen wir engagiert in die politische Auseinandersetzung.“

Der ein oder andere Kandidat der Parteien wird noch nach Greven kommen. Aber die Namen Gregor Schäfer (FDP), Alexandra Geese (Bündnis 90/Grüne), Özlem Demirel (Die Linke), Sarah Weiser (SPD) oder Martin Schiller (Afd) hat kaum jemand gehört. Höchstens Dr. Markus Pieper (CDU) als regionaler Vertreter mag dem einen oder anderen bekannt vorkommen. „Das ist auch eines der Probleme, die Wahlkreise bei der Europawahl sind deutlich größer, die Kandidaten daher nur wenig bekannt“, sagt Schulze Jochmaring.

Die relativ geringe Beachtung der Europawahl sieht Ickerott durchaus kritisch. „Der Einfluss der Entscheidungen, die im europäischen Parlament getroffen werden, auf unsere Gesellschaft wird von vielen Menschen unterschätzt“, betont er.

Lebhafter wird die ganze Sache, wenn man die kommende Kommunalwahl anspricht. Da geht es unter anderem auch um die Wahl des Bürgermeisters, diesmal ohne Stichwahl. Von der CDU begrüßt (Schulze Jochmaring: „Durch zweimaliges Wählen wird die Wahlbeteiligung nicht besser.“) und von der SPD abgelehnt (Ickerott: „Ein Bürgermeister braucht hinter sich eine Mehrheit für eine gute Arbeit. Wenn ein Bürgermeister mit zum Beispiel 25 Prozent gewählt wird, sehe ich das sehr problematisch für seine Arbeit.“). Und die kleineren Parteien haben da auch noch ein Wörtchen mitzureden.

„Wenn die kleineren Fraktionen auf eine eigene Kandidatur verzichten, bekommt die Qualität der aussichtsreichsten Kandidatinnen mehr Gewicht“, so die Ansicht von Ernst Reiling (Reckenfeld direkt).

Zu merken ist sofort: Geht es um die Kommunalwahl, geht es mit Herzblut zur Sache. Herzblut, das so mancher bei der Europawahl vermissen lässt . . .

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Ein Interview zum Thema Bürgermeisterwahl ohne Stichwahl auf der Lokalseite 5

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