12000 Euro von den Rotariern für die Lebenshilfe
Bessere Beratung von echten Experten

Greven -

Beratung von Behinderten zu Behinderten. Das bringt am meisten, finden Sylvia Nickel und Marita Dirks-Kortemeyer von der Lebenshilfe. Sie bilden ein Beratungs-Tandem. Und dafür gab es Geld von den Rotariern.

Freitag, 03.05.2019, 21:56 Uhr aktualisiert: 03.05.2019, 22:00 Uhr
Die Grevener Rotarier spenden 12000 Euro für die Lebenshilfe (v.l.): Marita Dirks-Kortemeyer, Präsident Alfred Eimers, Sylvia Nickel, Theo Hillebrand, Josef Schulze-Jochmaring und Prof. Dr. Klaus Gellenbeck.
Die Grevener Rotarier spenden 12000 Euro für die Lebenshilfe (v.l.): Marita Dirks-Kortemeyer, Präsident Alfred Eimers, Sylvia Nickel, Theo Hillebrand, Josef Schulze-Jochmaring und Prof. Dr. Klaus Gellenbeck. Foto: Günter Benning

Sylvie Nickel ist Expertin. Wie ist das, wenn man als Behinderter Zuhause auszieht? Wo kommt der Zuschuss für den Urlaub her? Wenn sie zusammen mit Marita Dirks-Kortemeyer von der Lebenshilfe Familien besucht, in denen geistig Behinderte leben, stellt sie eines fest: „Dann ist es gut, wenn wir auch eine Behinderung haben.“

Nickel und Dirks-Kortemeyer bilden ein Tandem. Eines von vier Berater-Teams der Lebenshilfe, die ihren Sitz in Greven hat. „Wirklich sinnvoll“, sagte am Donnerstagabend Theo Hillebrand, Unternehmer und Mitglied des Grevener Rotary-Clubs. So sinnvoll, dass der Club den Ertrag aus seiner Weihnachtsmarktaktion am Niederort plus Spenden für das Tandem-Projekt spendete. 12 000 Euro, damit kann man Rat und Tat auch finanziell sichern. Die Rotarier haben dafür gebacken und Glühwein verkauft.

Prof. Dr. Klaus Gellenbeck, ehrenamtlicher Lebenshilfe-Vorsitzender und Rotarier, stellte den Clubmitgliedern das finanzielle Ausmaß der Lebenshilfe-Arbeit vor. Rund 1,4 Millionen Euro umfasst der jährliche Etat. In vielen Projekten hängt man von Spenden und Zuschüssen ab.

Zur Zeit betreut die Lebenshilfe allein in Greven 42 Behinderte, die alleine oder in Wohngruppen leben. „Wenn wir im nächsten Jahr das Haus an der Nordwalder Straße fertigstellen, werden es 50 sein“, sagt er. In dem ehemals städtischen Gebäude entstehen acht Single-Wohnungen und eine WG.

Gellenbecks 20-jähriger Sohn hat selbst eine geistige Behinderung und soll dort mal einziehen. „Aber, wenn man mit ihm darüber spricht“, sagt er, „will er natürlich am liebsten Zuhause bleiben.“

Sylvia Nickel kennt solche Fälle. Und sie weiß auch, dass es hilft, wenn man einfach sagen kann, „ich bin auch erst mit 45 ausgezogen. Mach es.“

Marita Dirks-Kortemeyer betreut mit der Lebenshilfe im Kreisgebiet rund 1000 Familien, allein 500 in Greven. Nicht überall taucht sie als Tandem auf. Aber da, wo sie begleitet wird, sagt sie, „ist das immer ein Gewinn. Besonders für die Familien.“ Oft verhilft der gute Rat, dem Behinderten zur Teilhabe an den Angeboten der Gesellschaft.

Die Beraterin Nickel arbeitet bisher noch bei den Ledder Werkstätten. Aber man hat bereits an drei Tagen im Monat Außenarbeitsplätze in der Lebenshilfe für sie und ihre Kollegen geschaffen. Marita Dirks-Kortemeyer: „Wir möchten für sie hier fest einen Arbeitsplatz einrichten.“

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