Münsterische Künstlerin stellt im Kunstturm aus
Anne Kückelhaus‘ Kreaturen der Gewalt

Greven -

Vor allem keramische Figuren erwarten den Betrachter in der neuen Ausstellung des Kunstvereins. „Warten, dass der Frühling kommt“ hat die münsterische Künstlerin Anne Kückelhaus ihre Schau im Kunstturm genannt, die am Samstagabend eröffnet wurde. Neben Keramiken lassen auch andere Materialien grüßen.

Montag, 06.05.2019, 19:32 Uhr
Die münsterische Künstlerin Anne Kückelhaus mit einem Tierobjekt.
Die münsterische Künstlerin Anne Kückelhaus mit einem Tierobjekt. Foto: Hannah Schrand

„Doch lassen Sie sich nicht täuschen“, rät Sandra Pulina, Künstlerin und Kollegin aus dem Kunstverein Greven. Die zunächst anmutig, fast spielerisch-unbekümmert wirkenden und mit einer gewissen Leichtfertigkeit dargestellten Figuren aus Ton, mit vor allem Tier-, aber auch floralen Motiven, entpuppen sich als Kreaturen der Gewalt. Die Hasen sind auf der Flucht vor dem eigenen Schatten, können ihm aber nicht entkommen. Es gibt Kämpfe zwischen Hunden, Hochspannungsleitungen aus Krepppapier, die für Vögel den Tod bedeuten können. Auch die Jagd wird thematisiert. „Ich muss den Betrachter nicht überzeugen, menschliches Verhalten und Handlungen in das Tier zu interpretieren“, sagt die 1977 in Münster geborene Künstlerin.

Sie nutze das Tier in der Art einer Projektionsfläche, indem sie die Wesen auf die menschliche Vorstellung ihrer reduziert, nicht aber das Tier als Ganzes und in seiner organischen Natürlichkeit darstellt. Es ist ein Austausch zwischen Mensch und Tier, entweder kommunikativ oder durch ein Medium, das sie verbindet.

Die Installationen verhalten sich narrativ in den drei Ausstellungsräumen des Kunstvereins an der Kirchstraße, sie folgen den Gegebenheiten der Dreiteiligkeit.

Es lassen sich Figuren und Formen in den drei Stockwerken wiedererkennen. Sie sind an den Raum angepasst, manche springen aus den Wänden, andere sind daran gemalt und so endlich wie die Ausstellung selber.

Der Besucher wird Mitspieler in Kückelhaus’ Illusionen: er muss sich zwischen den Werken hindurch schlängeln, sich recken, sich dann wieder klein machen, um den Erzählungen der Arbeiten begegnen zu können. Betrachten kann man die Werke bis zum 26. Mai, Samstags und Sonntags von 11 bis 17 Uhr.

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