Torsten Rolfes und sein Faible für Wandern und Radfahren
In der Natur zuhause

Reckenfeld -

Er hat ein Auto, nutzt es aber wenig: Torsten Rolfes hat von Kindesbeinen an ein Faible fürs Fahrradfahren. Im Urlaub, in der Freizeit, auf dem Weg zur Arbeit nutzt er seine Räder. So kommen pro Jahr bis zu 8000 Kilometer im Sattel zusammen

Samstag, 04.05.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 10.05.2019, 17:09 Uhr
Torsten Rolfes.
Torsten Rolfes. Foto: Oliver Hengst

„Ich war schon in allen Bundesländern und in allen deutschen Nachbarländern unterwegs“, sagt Torsten Rolfes. Und meint damit natürlich: mit dem Fahrrad. Irgendwie müssen die 7000 bis 8000 Kilometer, die er pro Jahr abspult, ja zusammenkommen.

Ein nicht unerheblicher Teil davon ergibt sich auch daraus, dass der Reckenfelder mit dem Rad zur Arbeit fährt – bei Wind und Wetter. „Ich bin schon als Schüler immer mit dem Rad zur JKR in Greven gefahren“, sagt er.

Ganz normal, also? Für ihn schon. Nach der Arbeit kann es vorkommen, dass er auf dem Weg nach Hause noch einen „kleinen Umweg“ fährt, wie er das nennt. Noch eine Runde dreht, ein paar Extra-Kilometer sammelt.

Auch in der Freizeit fährt Rolfes voll aufs Zweirad ab. Besser gesagt: auf Zweiräder, denn als passionierter Radfahrer hat er natürlich mehrere, zum Teil sehr hochwertige Exemplare im Keller. Die nutzt er auch für Halb- und Ganztagestouren, die ihn unter anderem immer wieder in den Teutoburger Wald führen. Tecklenburg, Bad Iburg, Hörstel, Brochterbeck – er liebt die Abstecher in die Natur. „Ich habe bei der Arbeit viel Krach“ – sagt er und meint damit nicht etwa Ärger, sondern die Lautstärke. Er ist als Maschinenführer bei Freeze Dry Foods in Greven tätig, wo Kräuter gefriergetrocknet und in Gläser abgefüllt werden. Den ganzen Tag hat er das Klimpern der Gläser im Ohr. „Da finde ich es gut, mal Ruhe zu haben, in der Natur zu sein und nichts zu hören.“ Oder eben nur das, was die Natur an Geräuschkulisse liefert. Radeln oder Wandern mit Knopf im Ohr – für den 47-Jährige undenkbar.

Aus dem Faible für den Teuto hat sich 2012 gar ein Nebenjob ergeben. Torsten Rolfes leitet seitdem für Frosch-Reisen Wanderungen und Mountainbike-Touren. An diesem Wochenende ist er wieder unterwegs, am Samstag mit dem Rad durch den Lengericher Canyon, am Sonntag zu Fuß entlang der Dörenther Klippen. Im Juli stehen die nächsten Touren mit Rolfes als Guide an (Infos: www.frosch-sportreisen.de/tagestouren). Die Touren dauern jeweils rund vier Stunden, wandernd schafft man in der Zeit in der Gruppe etwa 15 Kilometer, mit dem Bike bis zu 35, je nach Tourenverlauf. „Es macht einfach Spaß, den Leuten das zu zeigen.“ Er sei natürlich, betont er, kein Historiker. „Ich erzähle Anekdoten. Am Haus Marck zum Beispiel sage ich: Schaut mal hier, in diesem Schloss ist der von Bodelschwingh geboren worden, und hier fanden Vorverhandlungen des Westfälischen Friedens statt. So Sachen halt.“

Das alles mit der gebotenen Lockerheit, Rolfes haut gern auch mal einen trockenen Spruch raus oder macht einen Witz. „Es geht darum, Natur zu erleben und einfach eine gute Zeit zu haben.“

Natürlich setzt Rolfes auch im Urlaub voll auf Radfahren und Wandern. Er hat schon mal im Sattel die Alpen überquert (von München nach Venedig), hat schon das Baltikum durchradelt und urlaubte mehrfach in Tschechien. „Die östlichen Länder sind nicht so vom Massentourismus überlaufen“, erklärt er.

Auch wenn er selbst gern in der Ferne unterwegs ist – Urlaub in der Heimat ist doch etwas ganz besonderes. Und wenn es nur für ein paar Stunden ist. „Ich finde es traurig, dass viele Menschen sonst wohin ins Ausland fahren, aber die Gegend vor der eigenen Haustür kaum kennen.“

Wie man das ändern kann? Ganz einfach. Wanderschuhe an oder ab aufs Rad – und los!

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