Martinigrundschule setzt auf digitale Angebote
Bibel-Geschichte als Trickfilm

Greven -

An der Martinigrundschule kann man erleben, wie normal digitale Medien inzwischen im Unterricht eingesetzt werden. Beispiel: Religion in der Klasse 3d. Dort haben sich die Jungen und Mädchen mit der Geschichte von Jesus und Zachäus beschäftigt.

Mittwoch, 15.05.2019, 16:50 Uhr
In der Martinigrundschule gibt es an vielen Klassen Screens (die bei Bedarf hinter der Tafel verschwinden). So kann die Klasse 3d den Bibel-Trickfilm anschauen, der mit den Tablets entstanden ist.
In der Martinigrundschule gibt es an vielen Klassen Screens (die bei Bedarf hinter der Tafel verschwinden). So kann die Klasse 3d den Bibel-Trickfilm anschauen, der mit den Tablets entstanden ist. Foto: Oliver Hengst

In zehn Jahren, da könne sie sich schon eine Schule ganz ohne klassische Schulbücher vorstellen, sagt Katja Möhring. Digitale Bücher seien in der Entwicklung, und zwar nicht solche, die nur 1:1 das gedruckte Buch übernehmen, sondern solche, die Mehrwert schaffen. Die digitalen Mediensammlungen gleichen. „Wenn es gut gemacht ist, kann es Vorteile haben“, sagt die Medienbeauftragte der Martinigrundschule.

Agnes Langenhoff, Leiterin der Grundschule, betont zugleich, dass die Kulturtechnik des Lesens und Schreibens weiter erhalten werde müsse – auch und gerade in digitalen Zeiten. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Tablet oder eine PC-Tastatur den Stift ersetzt.“

An der Schule kann man erleben, wie normal digitale Medien inzwischen im Unterricht eingesetzt werden. Beispiel: Religion in der Klasse 3d. Dort haben sich die Jungen und Mädchen mit der Geschichte von Jesus und Zachäus beschäftigt. „Wir haben im Unterricht mit Stopmotion gearbeitet und damit eine Bibelgeschichte verfilmt“, erklärt Lehrerin Katrin Bartel. „Wir hatten einen Greenscreen. Im Hintergrund durften keine Hände oder Stühle sein“, erklärt Drittklässler Christian. Aus 36 Standbildern entstand so ein vertonter Trickfilm. Playmobil-Figuren, Kulissen, selbst genähte Kleidung – die Kinder waren auch kreativ gefordert.

Und haben die Geschichte auf diese Weise deutlich besser verinnerlicht, davon ist die Fachlehrerin überzeugt. „Sie waren alle sehr motiviert“, sagt sie. Auch Agnes Langenhoff ist überzeugt, dass „die Form des Durchdringens eine ganz andere Qualität hat“.

Genau darum gehe es. Die digitalen Angebote seien „Medien des Verstehens“ und nicht etwa Mittel, um etwas hübscher zu präsentieren. „Es geht nicht darum, einfach Analoges durch Digitales zu ersetzen. Es geht um die Medienkompetenz der Kinder.“ Und somit um Möglichkeiten, aber auch um Gefahren digitaler Medien.

Das Handwerkszeug muss einmal erlernt werden. Ist das erledigt, tritt es in den Hinter- und der Inhalt in den Vordergrund. Denn der Unterricht soll nicht zur Technikschulung werden, sondern die Technik pädagogisch sinnvoll eingesetzt werden. „Wir haben auch Deutsch-Lern-Apps und etwas ähnliches für Mathe“, berichtet Drittklässler Nico. „Und wir recherchieren zu Themen im Internet.“

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