Krach bei der KG Emspünte – oder doch nicht?
Karnevalisten: Der Udo tut‘s nicht mehr

Greven -

Udo Laufmöller ist als Präsident der KG Emspünte zurück getreten. Aus Zeitgründen, sagt er. Auf Grund von heftigen Differenzen, sagen andere.

Sonntag, 26.05.2019, 08:31 Uhr aktualisiert: 26.05.2019, 08:50 Uhr
Kappe ab: Udo Laufmöller hat sein Amt als Präsident der KG Emspünte zur Verfügung gestellt.
Kappe ab: Udo Laufmöller hat sein Amt als Präsident der KG Emspünte zur Verfügung gestellt. Foto: Gunnar A. Pier

Nein, den Spruch kann man sich einfach nicht verkneifen. Also raus damit: Karneval ist eine ganz ernste Angelegenheit. Und – in Sachen KG Emspünte könnte dieser Spruch sogar stimmen. Denn der führende Karnevalsverein in Greven, zuständig für Stadtprinz nebst Pünte, zuständig für die Organisation des Umzuges am Karnevalssonntag, ist zurzeit kopflos, sprich ohne Vorsitzenden. Der Grund: heftige Differenzen im Verein – oder auch nicht.

Klar ist: Der Präsident Udo Laufmöller ist zurück getreten. Unter dem Punkt „Verschiedenes“ im Rahmen der Jahreshauptversammlung erklärte Laufmöller seinen sofortigen Rücktritt und folgte damit Thomas Borgmeier, der vorher seine Ämter als Geschäftsführer und Kassierer, sowie (geplant) Hans-Peter Riepenhausen, der sein Amt als Schriftführer zur Verfügung stellte.

Hintergrund des Ganzen? Nun, der ist nur durch die so gerne zitierten „gut informierten Kreise“ zu erfahren. Und nach diesen Informationen waren die Mitglieder der KG wohl nicht wirklich mit dem Agieren des Präsidenten zufrieden, hatten ihn im Rahmen der Prinzenversammlung zum Rücktritt aufgefordert. Im Rahmen dieser Sitzung, die vor der Jahreshauptversammlung stattfand, wurde ihm ein Protokoll vorgetragen, in dem die Sachen aufgeführt waren, die den Exprinzen und, so die Quelle, auch vielen anderen Mitgliedern nicht gefielen.

Da ging es, so die gut informierten Kreise, um die Verortung des Prinzenballs in Saerbeck, um das Konzert der Räuber, das ein sattes Minus erbracht haben soll (Thomas Borgmeier bestätigt 6000 Euro Miese), um die deutlich erhöhten Eintrittsgelder für KG Ems­pünten-Mitglieder (von zehn auf 22 Euro) für die Prinzenproklamation. Demnach soll eine „große Unzufriedenheit“ im Verein herrschen.

Eine Aussage, die den (Ex-)-Präsidenten Udo Laufmöller völlig überrascht. „Ich bin zurück getreten, weil ich dem enorme zeitliche Aufwand als Präsident nicht mehr gerecht werden kann“, sagte er auf Anfrage dieser Zeitung. Von Unzufriedenheit im Verein wisse er nichts. „In den drei Jahren meiner Präsidentschaft ist die Mitgliederzahl stark angewachsen, hat der Verein den höchsten Kassenstand seit Bestehen, haben wir wieder mehr Auftritte bei Karnevalsveranstaltungen, und das Verhältnis zu den anderen Grevener Karnevalsvereinen ist deutlich besser als noch vor meiner Zeit“, sagte Laufmöller. Sein Resümee: „Das kann doch angesichts dieser Erfolge nicht alles so schlecht gewesen sein.“

Sauer ist er allerdings über die Mitglieder, die sich beim Konzert der Räuber, das noch längst nicht abgerechnet sei, nicht haben blicken lassen. „Alle Grevener Karnevalsvereine waren sehr gut vertreten und haben uns fantastisch unterstützt. Nur die eigenen Mitglieder waren nur sehr wenig vertreten.“ Da stelle sich doch die Frage, wie viel Karneval ein Verein wie die KG Emspünte vertrage.

Aber trotz allem: So ganz weg vom Verein sei er nun auch nicht. „Wir arbeiten zunächst kommissarisch weiter, versuchen in Gesprächen Nachfolger zu finden.“ Die sollen sich dann im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, die er einberufen werde, zur Wahl stellen. Wann diese Mitgliederversammlung stattfindet, stehe aber noch nicht fest.

Thomas Borgmeier ist, nach seiner Aussage, sowieso noch im Amt. „Ich habe mich aus beruflichen Gründen nur nicht zur Wiederwahl gestellt, ein neuer Geschäftsführer wurde nicht gewählt, deswegen bin ich noch im Amt“, sagte er und betonte ebenfalls, dass der Verein wirtschaftlich so gut dastehe, wie nie zuvor. „Wir haben derzeit rund 18 000 Euro in der Kasse.“

Und die Verluste beim Räuber-Konzert? „Dass man bei so einer Jubiläumsveranstaltung Miese macht, ist normal. Dafür wird die Jahre vorher schließlich gespart.“

Und nun? Da kann sich jeder eine Meinung machen, ob Karneval lustig oder ernst ist. Helau!!!

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