KG: Udo Laufmöller zieht Bilanz
Der Präsident ist unzufrieden

Greven -

Udo Laufmöller, seit drei Jahren Präsident und Ex-Prinz der KG Emspünte, hat nach internen Querelen mit den Prinzgardisten seinen Vorsitz aufgegeben. Auch Geschäftsführer Thomas Borgmeier gibt sein Amt ab. Unser Redaktionsmitglied Günter Benning sprach mit Laufmöller.

Samstag, 01.06.2019, 12:31 Uhr aktualisiert: 01.06.2019, 13:00 Uhr
Präsident Udo Laufmöller und Geschäftsführer Thomas Borgmeier (r.) haben ihre Vorstandsämter aufgegeben.
Präsident Udo Laufmöller und Geschäftsführer Thomas Borgmeier (r.) haben ihre Vorstandsämter aufgegeben. Foto: Jannis Beckermann

Sie waren drei Jahre Präsident der KG Emspünte. Jetzt treten Sie zurück. Was hat dazu geführt?

Laufmöller: Einerseits kann ich mich zeitlich nicht mehr so engagieren. Die KG Emspünte erfordert viel Arbeitsaufwand und Aufmerksamkeit, um zu erklären, wie Karneval heute funktioniert.

Was ist ihr Brotberuf?

Laufmöller: Ich bin Vertriebler bei der Firma Uvex und kümmere mich um Events, national und international. Der internationale Bereich wächst, da muss ich mehrere Aufgaben übernehmen, die viel Zeit beanspruchen.

Es gibt aber auch Unzufriedenheit innerhalb der Prinzengarde, Oder?

Laufmöller: Muss ja so sein, sonst würde man das nicht an mich herantragen.

Innerhalb der KG Emspünte hat es einige Änderungen gegeben. Es sind jetzt verstärkt Frauen aktiv. Stößt das auf Widerstand?

Laufmöller: Die Ex-Pünten sind als eigene Gruppierung integriert worden, die sich gigantisch entwickelt hat. Sie haben eigene Programmpunkte, haben eine Tanzgruppe auf die Beine gestellt. Sie treffen sich das ganze Jahr über zum Training. Eine tolle Entwicklung. Die Damen der KG sind jetzt zum Großteil auch Mitglieder – was natürlich bei dem ein oder anderen zu Missmut geführt hat. Sie haben erstmalig eine Damensitzung auf die Beine gestellt. Die 245 Karten waren innerhalb von 72 Stunden ausverkauft. Sowas hat es in 66 Jahren KG Emspünte nicht gegeben. Dieser Erfolg ist den Damen zuzusprechen. Letztendlich muss ich übrigens sagen: Wenn ich meine Frau nicht im Rücken hätte, dann hätte ich die Arbeit gar nicht stemmen können.

Gibt es in der KG Emspünte Leute, die finden, an der Vereinsspitze haben Frauen nicht zu suchen?

Laufmöller: Leider Gottes gibt es das. Das sind wir ja nicht die Einzigen. Gerade musste ein traditioneller Karnevalsclub aus Aachen seine Satzung ändern, weil die Mitglieder mit über 80 Prozent der Stimmen gefordert hatten, dass Frauen endlich in den Verein aufgenommen werden dürfen.

Und bei der KG gab es deshalb Grummeleien?

Laufmöller: Ja, leider Gottes.

Die KG hat ihren 66. Geburtstag gefeiert. Das kostet Geld. Das Räuber-Konzert im Mai hat Miese gemacht. Ist das dem Präsidenten vorgeworfen worden?

Laufmöller: Ja. Aber wir haben 65, 70 aktive Mitglieder und 20 von ihnen waren in arbeitender Tätigkeit bei dem Konzert dabei – die anderen haben durch Abwesenheit beim Konzert geglänzt. Das führt dann auch zum Minus. Eigentlich müsste man davon ausgeben, dass in einem Jubiläumsjahr jedes nicht verhinderte Mitglied das Konzert für eine Pflichtveranstaltung gehalten hätte. Davon waren auch Thomas Borgmeier, unser Geschäftsführer, und ich ausgegangen. Das war falsch. Ein ganz großes Lob an unsere befreundeten Karnevalsgesellschaften ReKaGe, CCFfL, KaKiV, KGehtnochwas, Schützenvereine, die sich gut beteiligt haben – dafür haben wir einen immens hohen Marketingaufwand betrieben. Aber wenn dann mal 100 Leute fehlen, dann führt das ins Minus.

Ein Minus von 6000 Euro, stimmt das?

Laufmöller: Ja, die Endabrechnung ist noch nicht fertig. Allerdings war das auch im Vornhinein geplant. Wir werden keinen Gewinn ausschütten, aber wir können es uns leisten. Weil wir in den Jahren zuvor Geld gespart haben für das Jubiläum.

Der Kassenbestand der KG ist nicht in Gefahr?

Laufmöller: In keinster Weise. Er ist der höchste seit 66 Jahren. Das hat natürlich auch mit der Anpassung der Jahresbeiträge zu tun, die wirtschaftlich erforderlich war. Im Übrigen, wenn da über die Unzufriedenheit der Mitglieder gesprochen wird, dann muss ich sagen, dass wir es in den letzten drei Jahren vom Vorstand geschafft haben, die Mitgliederschaft von 105 auf 169 ansteigen zu lassen. Und das bei einer nicht unerheblichen Beitragserhöhung.

Wie geht es weiter?

Laufmöller: Der Kontakt zur KG ist relativ stumm. Aber die Ehrenpräsidenten Norbert Haumer und Norbert Nesemann übernehmen kommissarisch mein Amt. Irgendwas muss passieren. Wir brauchen einen neuen Geschäftsführer, da Thomas Borgmeier sein Amt als Geschäftsführer und Kassierer ebenfalls zur Verfügung gestellt hat.

Was muss denn ein Präsident können?

Laufmöller: Die Organisation der Karnevalsveranstaltungen, des Prinzenballs, das Auswählen des Stadtprinzen, die Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen.

Die KG organisiert auch den Karnevalsumzug, ebenfalls eine Menge an Orga-Arbeit.

Laufmöller: Ja, aber wir haben da in Philipp Wimber einen Zugleiter, der alle Gesellschaften und Vereine, die dabei waren, anschreibt, sie informiert, die Anmeldungen annimmt. Das funktioniert sehr gut. Es ist ein enormer Aufwand, auch ein hoher Kostenaufwand durch die steigenden Anforderungen, die an die Sicherheit gestellt werden.

Auch die Partnerschaft mit Montargis wird von der KG intensiv begleitet, wie geht es da weiter?

Laufmöller: Hans-Peter Riepenhausen hat sich da jahrzehntelang intensiv darum gekümmert. Er hat sich vom Amt als Schriftführer zurückgezogen. Da gibt es einen Nachfolger, Christian Wietkamp. Als zusätzliche Unterstützung für die Pflege der Partnerschaft ist jetzt unsere Ex-Pünte Annika Reismann in den Vorstand gekommen. Die Damen unterstützen den Vorstand – was eine absolute Bereicherung ist.

Aber Sie machen nicht weiter wegen der aktuellen Querelen?

Laufmöller: Ach, ich will kein Öl ins Feuer gießen. Ich wünsche der KG alles Gute. Ich bleibe ja als Ex-Prinz auch in der Prinzengarde. Und ich habe per Email und Whatsapp manche Ermunterung bekommen. Nicht alles war falsch, was wir gemacht haben. Nehmen wir mal die Prinzenproklamation: Vor drei Jahren haben wir sie mit rund 300 Leuten gemacht, letztes Mal hatten wir knapp 500 Besucher. In den letzten drei Jahren wachsen die Zahlen, das Programm ist attraktiver. Dann die Damen-Sitzung – die nächste könnte heute am Tag schon ausverkauft sein. Die Nachfrage ist einfach da.

Auch wenn Sie den Posten an den Nagel hängen, inhaltlich muss die Arbeit der KG wie gewohnt weitergehen?

Laufmöller: Die Ehrenpräsidenten haben ja viel Erfahrung, die kriegen das schon hin. Zumal, wie es scheint, die Prinzgardisten ja einen Plan haben.

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