Langjährige Haftstrafen für 52-jährige Grevenerin und Dealer aus Nordwalde
Drogenfahrten führen ins Gefängnis

Greven/Wettringen -

Langjährige Haftstrafen – vier Angeklagte, darunter eine Immobilienmaklerin aus Greven standen am Montag wegen Drogenhandels vor dem Landgericht.

Montag, 03.06.2019, 16:54 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 16:10 Uhr
Die 52-jährige Grevenerin schmuggelte drei mal insgesamt 54 Kilogramm Marihuana aus den Niederlanden ein und lagerte sie bei sich im Keller. Dort fanden Zollbeamte ebenfalls eine professionell eingebaute Indoor-Cannabis-Plantage mit fünf Cannabispflanzen und rund 90 Cannabissetzlingen sowie weitere 30 Cannabispflanzen. Drei Tage vorher fanden die Beamten das Bargeld.
Die 52-jährige Grevenerin schmuggelte drei mal insgesamt 54 Kilogramm Marihuana aus den Niederlanden ein und lagerte sie bei sich im Keller. Dort fanden Zollbeamte ebenfalls eine professionell eingebaute Indoor-Cannabis-Plantage mit fünf Cannabispflanzen und rund 90 Cannabissetzlingen sowie weitere 30 Cannabispflanzen. Drei Tage vorher fanden die Beamten das Bargeld. Foto: Keblat/Zoll

Wegen Drogenhandels im großen Stil wurden am Montag am Landgericht Münster zwei 33- und 36-jährige Familienväter aus Nordwalde zu sieben Jahren, zehn Monaten sowie sechs Jahren, sechs Monaten Haft verurteilt. Eine 52-jährige Immobilienmaklerin aus Greven, die bei drei Fahrten in die Niederlande 2018 insgesamt 54 Kilogramm über die Grenze geschmuggelt hatte, wurde zu vier Jahren und sechs Monaten verurteilt.

In der Lagerhalle eines Autohandels am Industrieweg in Wettringen observierten Polizeibeamte im November 2018 die Täter. Ausgangpunkt war ein Hinweis, dass im Bereich Nordwalde eine russische Gruppe in großem Stil mit Marihuana handeln sollte. Die beiden deutschen Angeklagten standen bereits seit August 2018 unter Beobachtung. Die Ermittler griffen zu, nachdem vier Kartons Marihuana (135 Kilogramm) von einem 62-jährigen kroatischen Kurierfahrer übergeben und knapp 70 000 Euro in bar gezahlt worden waren.

Die Nordwalder haben laut Urteil in fünf Fällen mit 190 Kilogramm Marihuana und 102 Gramm Kokain gehandelt, wie der Vorsitzende Richter sagte: „Die Tätigkeit lag im hoch professionellen Dealer-Bereich. Wir sind sicher, dass sie eine gute bis sehr gute Qualität verkauft haben. Sie hatten feste Kunden für größere Abnahmemengen“.

Der Fahrer aus Kroatien kam mit vier Jahren und neun Monaten glimpflicher davon. Die Haftbefehle gegen alle vier Angeklagten bleiben bestehen. Damit dauert die Untersuchungshaft bis zu der nach Rechtskraft des Urteils anschließenden Strafhaft an.

Die Immobilienmaklerin schuldet dem Staat 4050 Euro „Wertersatz“: „Es tut mir leid“, sagte sie in ihrem Schlusswort vor Gericht. Im Keller ihrer Wohnung hatten Zollfahnder und Kripo eine professionell eingebaute Indoor-Cannabis-Plantage mit fünf Cannabispflanzen und etwa 90 Cannabissetzlingen, sowie weitere 30 Cannabispflanzen sichergestellt.

Als Wertersatz aus dem Bruttoertrag des Handelns legte die Kammer dem 33-jährigen Autohändler aus Nordwalde eine Gesamtschuld von 274 500 Euro, seinem 36-jährigen Komplizen 157 500 Euro auf. Beide Männer bereuten ihre Taten und entschuldigten sich bei ihren Familien. An den Richter gewandt, sagte der 33-Jährige: „Ich hoffe auf ein richtiges, aber kein vernichtendes Urteil.“

Der kroatische Fahrer muss den Wertersatz von knapp 70 000 Euro aus den vier Kartons mit 135 Kilogramm Marihuana erstatten, die bei ihm sichergestellt wurden.

Die Haupttäter waren die Autohändler aus Nordwalde. Sie behaupteten allerdings, dass die Bestellung nicht über sie gelaufen sei, sondern sie nur ihre Lagerhalle zur Verfügung gestellt hätten. Dafür sollten sie 14 Kilogramm Marihuana für den Verkauf und eine kleinere Summe Bargeld erhalten.

Die Kammer lastete ihnen aber die volle Täterschaft an. Zudem hatten sie am 12. Oktober 2018 in Dortmund 102 Gramm Kokain gekauft und verkauft. Ihr Gewinn lag bei 900 Euro, die sie sich teilten.

Die Autohändler hätten auch die Immobilienmaklerin aus Greven für Kurierfahrten angeheuert. Verurteilt wurde sie „nur“ wegen der Einfuhr und Beihilfe zum Drogenhandel.

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