Poller sollen Autos aus der Fußgängerzone raushalten
Jetzt wird dicht gemacht

Greven -

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Der Plan der Stadtverwaltung, die Fußgängerzonen Marktstraße und Alte Münsterstraße mit versenkbaren Pollern gegen nicht erlaubten Autoverkehr zu schützen, wird jetzt doch umgesetzt. Das beschlossen die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt einstimmig.

Mittwoch, 05.06.2019, 09:00 Uhr
In der Fußgängerzone ist eigentlich die Belieferung nur von 8 bis 11 Uhr erlaubt. Aber: Ganz viele Autofahrer halten sich nicht daran. Für Abhilfe sollen jetzt feste und bewegliche Poller sorgen.
In der Fußgängerzone ist eigentlich die Belieferung nur von 8 bis 11 Uhr erlaubt. Aber: Ganz viele Autofahrer halten sich nicht daran. Für Abhilfe sollen jetzt feste und bewegliche Poller sorgen. Foto: Peter Beckmann

Im März des vergangenen Jahres war der Plan noch aufgeschoben worden mit dem Beschluss, die Lieferzeiten von 8 bis 11 Uhr einzuschränken. „Das hat aber nichts gebracht“, verdeutlichte André Kintrup, Geschäftsbereichsleiter Verkehr und Grün bei den Technischen Betrieben Greven (TBG). „Noch immer scheinen zahlreiche Autos, auch die neue Regelung der Fußgängerzone zu missachten.“ Das hätten auch Beobachtungen der Mitarbeiter der Stadtverwaltung ergeben.

Und deswegen soll der Autoverkehr jetzt mit Hilfe von festen und beweglichen Pollern aus den Fußgängerzonen herausgehalten werden. Sehr zu Freude von Dirk Nolte (Linke). „Ich hab schon vor einem Jahr nicht verstanden, warum die Aufstellung der Poller aufgeschoben wurde“, sagte er und schilderte seine Erfahrungen. „In der Alten Münsterstraße kann man Kinder nicht allein laufen lassen.“ Trotzdem fänden keine Kontrollen statt. „Die Polizei hat kein Personal, die Stadt darf nicht.“

Auch Dr. Christian Krieges­kotte (SPD) bestätigte diese Eindrücke. „Ich selbst habe schon einige brenzlige Situationen beobachtet.“

Besonderen Beifall bekam die Poller-Planung von Wolfgang Verspohl, Vertreter des Seniorenbeirats im Ausschuss. „Wir Senioren würden das sehr begrüßen, das würde endlich ein hohes Maß an Sicherheit bringen“, sagte er. Und auch Jürgen Diesfeld (CDU) begrüßte das Aufstellen der Poller. „Die meisten Autofahrer nutzen die Möglichkeiten so, wie es das ,Landrecht`ermöglicht. Und deshalb müssen wir diese Beschränkungen beschließen.“

Die Poller werden demnächst – vermutlich im Herbst – aufgestellt. „Wir müssen das natürlich noch ausschreiben“, verdeutlichte Kintrup. Die Kosten belaufen sich auf 95 000 Euro, 66 500 Euro davon werden aus Mitteln der Städtebauförderung beglichen.

Die versenkbaren Poller sind mit einer Zeitschaltuhr ausgestattet und können per Funk bei der Einfahrt bedient werden, bei der Ausfahrt fahren die Poller automatisch herunter. Funksender bekommen Anlieger, die ihr Grundstück nur durch die Fußgängerzone erreichen können – „das sind nur drei Betroffene“, so Kintrup. Ausnahmegenehmigungen erhalten die Geschäftsleute, die keine andere Möglichkeit haben, ihr Ladenlokal zu erreichen. „Zu den Zeiten der Messen und anderer kirchlicher Veranstaltungen wird nach Absprache der Poller an der Kirchstraße geöffnet. Da werden sicherlich verträgliche Lösungen gefunden.“

„Unser Ziel ist es, den motorisierten Verkehr zu jeder Tages- und Nachtzeit so weit wie möglich aus der Fußgängerzone zu verbannen und damit die Attraktivität der Fußgängerzone und auch die Sicherheit der Fußgänger deutlich zu erhöhen“, sagte Kintrup abschließend.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6666126?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker