Marc Wischnewski und Britta Kötterjohann leiten das Familienunternehmen „Wischnewski Gase GmbH“
Technikmann und Zahlenfrau

Greven -

Die Firma Wischnewski Gase GmbH wurde 1988 durch Werner Wischnewski gegründet. Aus dem reinen Handel mit CO² in Flaschen ist ein Unternehmen mit vielfältigen Angeboten geworden.

Dienstag, 04.06.2019, 21:01 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 21:30 Uhr
Marc Wischnewski leitet gemeinsam mit seiner Schwester Britta Kötterjohann das Familienunternehmen „Wischnewski Gase GmbH“ in zweiter Generation.
Marc Wischnewski leitet gemeinsam mit seiner Schwester Britta Kötterjohann das Familienunternehmen „Wischnewski Gase GmbH“ in zweiter Generation. Foto: Pia Weinekötter

Die Lkw, die für die Wischnewski Gase GmbH fahren, sind in der Regel mit orangefarbenen Tafeln ausgestattet, den Gefahrgut-Zeichen. Denn die Wischnewskis transportieren – wie der Firmenname schon andeutet – Gase, und die sind nun mal „sensibel“.

Bei der Unternehmensgründung am 1. Januar 1988 durch Werner Wischnewski wurde nur COtransportiert. „Mein Vater handelte damals mit COin Flaschen und sorgte somit für die Versorgung mit Kohlensäure bei den Getränkehändlern im Umkreis“, blickt Marc Wischnewski zurück, der heute das Unternehmen gemeinsam mit seiner Schwester Britta Kötterjohann führt. Schnell kamen auch technische Gase zum Schweißen, Schneiden und Brennen für metallverarbeitende Betriebe hinzu. Und genau so schnell wurde die heimische Garage am Hansaring zu klein, die mal Ausgangspunkt des Unternehmens war.

Über verschiedene Zwischenlösungen in Scheunen und Hallen entstand die Idee von einem Neubau. Seit 1994 heißt die Adresse für Wischnewski Gase „Zum Wasserwerk 3“. „Wir waren damals die ersten hier“, erinnert sich der 44-Jährige.

Aus dem reinen Handelsunternehmen entwickelte sich mehr und mehr auch ein Produktionsbetrieb, so dass Wischnewski Gase heute 25 Mitarbeiter beschäftigt. Aus der ersten kleinen CO-Abfüll-Anlage wurde mittlerweile eine große Anlage. Zwei automatische Abfüllanlagen befüllen die Kartuschen für Soda-Sprudel-Geräte.

Und aus den kleinen Anfängen einer Trockeneis-Anlage hat sich mittlerweile ein Hauptstandbein des Unternehmens entwickelt. „Wir haben heute zwei große Anlagen mit einer Kapazität von zwei Tonnen Trockeneis pro Stunde“, erläutert Marc Wischnewski. Aus dem flüssigen COentsteht so unter Druck Schnee, der dann wiederum in die vom Kunden gewünschte Form wie Pellets, Nuggets oder Blöcken gepresst wird. Das Trockeneis findet jedoch nur zu einem sehr geringen Teil als „Nebelmacher“ in Diskotheken seine Anwendung. „Nein“, erklärt Wischnewski schmunzelnd, „unsere Kunden sind in der Lebensmittel-Industrie zu finden: fleisch- oder fischverarbeitende Betriebe, Obst- und Gemüse-Händler oder auch Groß-Bäckereien. Deshalb arbeiten wir hier auch mit den hohen Hygienestandards der Lebensmittelindustrie.“ Aber auch im industriellen Bereich kommt Trockeneis zur Anwendung, beispielsweise zum Strahlen bei der Entfernung von Graffitis oder Kleberesten. Und es gibt noch einen weiteren Abnehmer für das Trockeneis: Krankenhäuser, Labore und Praxen benötigen Trockeneis zum Versand von Proben usw. Dafür hat Wischnewski eine eigene Versandabteilung: „Wir versenden täglich über 200 Pakete Trockeneis in einer Spezialverpackung, die die Temperatur von -40 Grad garantiert bis zu einer Woche hält.“

Aber nach wie vor zählt auch die Privatkundschaft, die Gasflaschen für den Grill oder Heizstrahler abholen, oder sich Ballons mit Gas für nette Geburtstagsüberraschungen abfüllen lassen.

Geschwister gemeinsam in der Geschäftsführung – ist das schwierig? „Nein, gar nicht“, erklärt Britta Kötterjohann und verrät: „Als Kinder kamen wir nicht so gut miteinander aus – wer will schon eine sechs Jahre jüngere Schwester – aber dafür klappt es heute um so besser.“ Der Technikmann und die Zahlenfrau ergänzen sich perfekt und harmonieren nicht nur beruflich gut. Sie teilen sich nicht nur ein Büro, sondern auch ein Hobby: beide sind im Schützenverein Frohsinn Ost aktiv.

Eine kleine Anekdote zum Umgang mit Gasen & Co. verrät der Unternehmer: „So ruft uns beispielsweise die Polizei an, wenn wieder jemand versucht hat, einen Bankautomaten aufzusprengen. Die dazu verwendete Gasflasche ist ein Gefahrgut und darf daher von der Polizei nicht transportiert werden. Wir stellen die Flasche dann sicher und haben daher auch manchmal die Spurensicherung auf unserem Gelände.“

Und das sind nicht die einzigen Gäste: Auch die Feuerwehr nutzt den Wischnewski-Betrieb schon mal für Übungen zum Gefahrgut.

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