Antrag: Stadt soll auf eigenen Flächen Blühwiesen anlegen
„Teures Vergnügen für die Bienen“

Reckenfeld -

Auf dem Gelände der Obstwiese gegenüber der Grundschule wird möglicherweise eine Blumenwiese angelegt, um das Areal ökologisch aufzuwerten. Eine Aufgabe, die die Stadt jedoch nicht allein übernimmt. Und nicht jetzt. Denkbar ist, Kooperationspartner zu suchen, die sich um die Pflege kümmern – etwa der Reckenfelder Bürgerverein oder Klassen der Grundschule.

Mittwoch, 19.06.2019, 06:39 Uhr
Um die Obstwiese gegenüber der Grundschule aufzuwerten, soll sie in eine Blühwiese verwandelt werden. Doch das zieht hohen Unterhaltungsaufwand nach sich.
Um die Obstwiese gegenüber der Grundschule aufzuwerten, soll sie in eine Blühwiese verwandelt werden. Doch das zieht hohen Unterhaltungsaufwand nach sich. Foto: Oliver Hengst

Eine Blumenwiese an dieser Stelle sei gestalterisch sinnvoll und böte ökologische Vorteile, sagte André Kintrup von der Stadtverwaltung, als im Bezirksausschuss ein entsprechender Antrag von „Reckenfeld direkt“ beraten wurde. Doch die wirtschaftlichen Folgen seien nicht abschätzbar, der Unterhaltungsaufwand sei auf jeden Fall deutlich höher. „Das ist nicht ohne“, sagte Kintrup. Größter Unterschied zum jetzigen Zustand: Bislang wird zwei Mal im Jahr „geschlegelt“ und das Mähgut verbleibt auf der Fläche. „Bei einer Blühwiese kann das Mähgut nicht verbleiben, sonst haben sie so viele Biomasse in dem Bereich, dass sie ganz schnell wieder Brennnesseln dort haben“, erläuterte Kintrup. Nötig sei es daher, die Fläche auszumagern, also das Mähgut abzufahren und teuer (laut Kintrup wie Sondermüll: 36 Euro pro Tonne) zu entsorgen, und das zwei bis drei Mal jährlich.

„Das ist ein sehr teueres Vergnügen für die Bienen und andere Lebewesen. Insofern haben sie Recht“, pflichtete Antragsteller Ernst Reiling (Reckenfeld direkt) Kintrup bei.

Ausschussmitglied Klaus Schwenken (CDU), zugleich Vorsitzender des Reckenfelder Bürgervereins, erkundigte sich nach der Möglichkeit, ehrenamtliche Helfer einzubinden. Grundsätzlich schon, sagte Kintrup. Die Stadt könnte die Blühfläche anlegen, Private könnten die Unterhaltung übernehmen. Fraktionskollege Andreas Hajek schlug vor, die Schule als „Pate“ mit ins Boot zu nehmen, die die Wiese parzellenweise pflegen könnte.

Kintrup warb dafür, das Anlegen von Blühflächen zusammen mit dem Grünkonzept zu beraten, das die Stadt erstellen will. Die Ergebnisse sollen in einem Jahr vorliegen. „Natürlich warten wir die Ergebnisse ab. Wir kannten zum Zeitpunkt der Antragstellung diese gute Leistung der Verwaltung noch nicht“, sagte Reiling. Daher wurde nicht abgestimmt. Zumal der Antrag noch weiter geht und Blühwiesen für weitere städtische Flächen vorsieht. Schwenken schlug vor, auch Brachflächen wie demnächst die Ortsmitte bis zum Baubeginn als Standort für Blühwiesen zu nutzen.

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