Illegale Müllentsorgung
Bußgeld statt Vernunft-Appell

Greven -

Immer wieder wird in Greven Müll illegal entsorgt. Zuletzt sah der Containerstandort am 09-Sportgelände verheerend aus. Die Mitarbeiter des TBG versuchen verstärkt die Verursacher zu ermitteln. Und das mit Erfolg. Bislang wurden in diesem Jahr 30 Bußgeldbescheide verschickt.

Mittwoch, 19.06.2019, 12:40 Uhr aktualisiert: 19.06.2019, 13:00 Uhr
Illegale Müllentsorgung: Bußgeld statt Vernunft-Appell

Bei dem Anblick, der sich da am Containerstandort am Stadion Schöneflieth bietet (siehe Bild oben), mag man nur noch beten: „Herr, schick Hirn vom Himmel.“ Vermutlich hilft auch das nicht. Unmengen Papier, Plastik, Hausmüll stapeln sich rund um den großen Papiercontainer, der übrigens noch reichlich Platz für Altpapier bieten würde. Wer seinen Müll da hinterlassen hat, ist kaum festzustellen. „Das passiert leider häufig“, erklärt Markus Eiling, zuständig für den Bereich Stadtreinigung bei den Technischen Betrieben Greven (TBG).

Die einzigen beiden Standorte von Containern zur Papierentsorgung am 09-Sportplatz und am Feuerwehrhaus in Reckenfeld haben sich zu Problemstandorten entwickelt. „Rund um die Container wird alles an Müll abgestellt, was man sich vorstellen kann.“ Noch schlimmer: Restmüll, Gelber Sack und Sperrgut wird auch in die Container entsorgt. „Der Unternehmer überlegt inzwischen, ob er die Container weiterhin noch aufstellt“, berichtet Eiling.

Der Grund: Die Papierpreise sind derzeit im freien Fall. Da sei der enorme Aufwand mit dem Aufstellen der Container, dem Abholen und dem Entsorgen der Papp- und Papierberge vorm Container und dem Sortieren des Containerinhaltes zu hoch. „Das rechnet sich dann fast nicht mehr“, verdeutlich Eiling.

Ein ganz kleines bisschen glaubt Eiling auch noch an das Gute im Menschen. „Viele wissen gar nicht, dass hier in Greven zwei privatwirtschaftliche Entsorger kostenlos Altpapier mit Hilfe ihrer ebenfalls kostenlosen Tonnen entsorgen.“

Erstaunlich: Seitdem es an den Containerstandorten in Greven keine Papiercontainer mehr gibt, habe sich die Situation dort deutlich verbessert. „Es passiert zwar immer noch, dass da irgendwelche Leute ihren Müll illegal entsorgen, aber das ist deutlich zurück gegangen.“

Grundsätzlich versuche man aber auch, die Verursacher der illegalen Müllentsorgung herauszubekommen. „Es wühlt zwar keiner gerne im Müll, aber unsere Leute sind von dem Verhalten dieser Leute so erbost, dass sie sich große Mühe geben, den Verursacher zu finden“, verdeutlicht Eiling. Und immerhin habe man in diesem Jahr schon etwa 30 Bußgeldbescheide verschickt. „Bei Kleinigkeiten kostet das 100 Euro, bei größeren Verschmutzungen können wir einen Bußgeldbescheid bis zu 50 000 Euro verschicken.“ Am Feuerwehrgerätehaus in Reckenfeld habe man im Übrigen sogar einige Emsdettener als Verursacher feststellen können.

Letztendlich erklärt auch Eilling, dass Vernunft-Appelle wenig bringen, eine Regulierung des Problems nur über den Geldbeutel geschehen könne. „Die Leute sind einfach zu bequem, sie reden über Umweltschutz, aber wenn es um die persönliche Bequemlichkeit geht, hapert es leider ganz oft.“

Aber nicht nur in der Stadt ist illegale Müllentsorgung ein Problem. Auch in den Außenbereichen sei das nichts Ungewöhnliches. Müllbeutel, Autoreifen, Bauschutt Kühlschränke oder Elektrogeräte – „in der Natur wird nahezu alles entsorgt“, verdeutlicht Eiling.

Aber: Ein kleines Fünkchen Hoffnung auf Besserung hat er noch. Denn ab dem kommenden Jahr gibt es zwei wichtige Änderungen. „Da wird die Sperrgut-Entsorgung auf die individuelle Anforderung umgestellt, außerdem geht dann der Recyclinghof in Betrieb.“ Da könne der Bürger dann zu jeder Zeit seinen Abfall entsorgen, von dem dann auch noch einiges recycelt werden könne. „Ich hoffe, dass dann die illegale Müllentsorgung deutlich zurück geht. Dafür gäbe es dann ja wirklich keinen Grund mehr.“

Zum Schluss appelliert Eiling noch an die Bürger. „Ich möchte wahrlich keinen Überwachungsstadt. Aber wer eine illegale Müllentsorgung beobachtet, sollte uns das mitteilen, im Idealfall mit Fotos belegt oder unter Angabe der KFZ-Kennzeichen.“ Ansprechen, so rät er, sollte man die Betreffenden aber besser nicht. „Das kann dann auch mal ins Auge gehen.“

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