Vortragsreihe der Offenen Ganztagsschulen des Lernen fördern fortgesetzt
Auf der Suche nach dem Glück

Greven -

„Schokolade, Liebe, Zeit“, das waren Antworten aus der ausverkauften Kulturschmiede in Greven auf die Frage der Referentin Yvonne Michel „Was macht denn überhaupt glücklich?“ Gastgeber der Vortragsveranstaltung war der Verein Lernen fördern, der in Greven unter anderem an vier Grundschulen mit seinen Offenen Ganztagsschulen mehr als 800 Kinder Qualitätszeit am Nachmittag bietet.

Dienstag, 18.06.2019, 16:39 Uhr aktualisiert: 18.06.2019, 17:01 Uhr
Auf großes Interesse stieß die Vortragsveranstaltung von Lernen fördern.
Auf großes Interesse stieß die Vortragsveranstaltung von Lernen fördern. Foto: LF

„Glückliche Erwachsene sind hilfreiche Vorbilder“, so begrüßt Jennifer Schmitz, stellvertretende Leiterin des Lernen fördern in Greven. Yvonne Michel, Diplom-Sozialpädagogin beim Caritasverband in Aachen, berichtet aus der Praxis, und davon, warum es sich lohnt, glücklich zu sein. Das subjektive Wohlbefinden verbessert sich, man hat mehr Energie, ist produktiver, kreativer und hat ein besseres Immunsystem. Als Suchtprophylaxe-Fachkraft weiß sie aus Erfahrung, dass glückliche Menschen seltener von psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen betroffen sind, denn wer Glück aus sich selbst produzieren kann, braucht dazu keine Hilfsmittel.

50 Prozent machen dabei die Gene aus, 40 Prozent sind die Einstellung oder Haltung und nur zehn Prozent die Lebensumstände. Mit einer positiven inneren Haltung und einem positiven Blick auf die Dinge, mit Zuversicht und Optimismus, Engagement und Humor werden das Glück und damit positive Gefühle und Lebensfreude gefördert. „Viel zu häufig ist das Glas halbleer statt halbvoll.“

Im Alltagsstress konzentrierten wir uns häufig auf das, was nicht gut klappt und worüber wir uns ärgern. „Der Blickwinkel muss verändert werden“, so Michel, „Was kann mein Kind schon gut? Schön, dass du daran gedacht hast, die Jacke aufzuhängen.“ Die Kinder müssten mehr gelobt werden, nicht nur mit Worten, sondern auch mit Gesten und Blicken. „Denn wenn wir es schaffen, die schönen Momente zu genießen, dann bauen wir uns ein emotionales Polster auf, das uns auch dann trägt, wenn der Alltag mal etwas rauer wird“, verdeutlichte Michel. „Kindern gegenüber können wir authentisch sein und all unsere Gefühle zeigen, nicht nur die positiven.“ Emotionale Ehrlichkeit sei viel wichtiger als Perfektion. Nur so würden Kinder die Fähigkeit lernen zu spüren, was stimmt und was nicht. „Kinder lachen im Schnitt 400 Mal pro Tag, Erwachsene 15 Mal. Hier können wir von unseren Kindern lernen, diese sind wahre Meister des Genießens – so lange wir sie lassen.“ Aber es gibt Hoffnung: Das Gehirn ist nicht statisch und so könnten Glück und Zufriedenheit trainiert, geübt und vorgelebt werden.

Sichtbar glücklich dankte Jennifer Schmitz, stellvertretende Leiterin des Lernen fördern in Greven, der Referentin. Mit dieser Veranstaltung setzt der Lernen fördern in Greven seine traditionelle zehnjährige Vortragsserie rund um die Themenfelder Bildung und Erziehung fort.

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