Zehnjähriges Jubiläum einer ungewöhnlichen Initiative
Da steckt EFI drin

Greven -

Die Damen und Herren haben, was man so Erfahrung nennt. Karl-Heinz Dillge war Diplom-Verwaltungswirt, Anna Krekermeyer Familientherapeutin, Mike Tumbrink (62) Sozialarbeiterin und Wolfgang Dussa Maschinenbauer. Aber was tun mit der Erfahrung, wenn man in Rente geht? Klare Antwort: Bei EFI mitmachen. In Greven gibt es das seit zehn Jahren.

Samstag, 29.06.2019, 14:44 Uhr aktualisiert: 01.07.2019, 11:18 Uhr
EFI Mitglieder in Greven im Rathaus. V.l. : Anna Reeker-Meyer, Wolfgang Dussa, Mike Tumbrink, Karl-Heinz Dillge, Christa Kriete, Werner Peters
EFI Mitglieder in Greven im Rathaus. V.l. : Anna Reeker-Meyer, Wolfgang Dussa, Mike Tumbrink, Karl-Heinz Dillge, Christa Kriete, Werner Peters Foto: Günter Benning

EFI heißt „Erfahrungswissen für Initiativen“. Und ist ein Landesprogramm, in das die Stadt eingestiegen ist. „Mich hat man dafür eingekauft“, sagt Christa Kriete. Die Nachfolgerin von Ulrike Penselin in der Stadtverwaltung arbeitete damals bei der Caritas. Und sie sollte einen Prozess moderieren, der sich seither alle zwei Jahre wiederholt.

In Arbeitskreisen hecken ältere Mitbürger Projekte aus. Karl-Heinz Dillge gehört beispielsweise zum Verein Mc Job. Nicht nur Pensionäre coachen Schüler und Flüchtlinge, wenn sie sich um Jobs bewerben. „180 Fälle hatten wir bisher“, sagt er. Ein Drittel fand einen Job, ein Drittel ging weiter zur Schule. Keine schlechte Bilanz.

Anna Reeker-Meyer, die lange in ihrer eigenen Praxis selbstständig war, hatte durchaus Angst davor, keine sinnvolle Beschäftigung zu haben. Sie strickt jetzt mit einer EFI-Gruppe zwei Mal jährlich ein professionelles Magazin rund um Greven. „Keine Apothekerzeitschrift“, sagt sie, „wir wollten auch Schöngeistiges.“ Ihr Blatt findet reißenden Absatz.

Die EFI-Ideen dienen auch dazu, Menschen bekannt zu machen. Als Mike Tumbrink mit ihrem Mann aus dem Rheinland nach Greven zog, fragte sie sich, wie man Bekannte finden könne. Die Antwort heißt ZWAR. Der Initiative Zwischen Arbeit und Ruhestand gehören in der Stadt rund 85 Menschen an, die sich regelmäßig zu verschiedenen Aktivitäten treffen. Alles locker. „Aber wenn ich durch die Stadt gehe“, sagt Tumbrink, „treffe ich immer jemanden.“

„Wie wild“ läuft auch das EFI-Projekt, dem sich Wolfgang Dussa verschrieben hat. Der Maschinenbauer organisiert das Repair-Café. Zu den Treffen kommen regelmäßig 20 Besucher, die Geräte zum reparieren vorbeibringen. Kaffee und Kuchen inklusive.

Kultur gehört auch zu den Anliegen von EFI. Bühne frei, das am Wochenende wieder in der Stadt spielte, ist so eine EFI-Initiative.

Und Werner Peters, ehemals Beigeordneter in Velen-Ramsdorf, organisiert erfolgreich mit seiner Gruppe den Skulpturenpfad am Emsdeich: „Ich hatte nicht gedacht, wie viel Arbeit das ist. Aber es macht Spaß.“

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