Schülerzahlen gehen durch die Decke
Abwarten ist keine Option

Greven -

Welche Lösungen man finden wird: offen. Nur eines ist sicher. Nichtstun kommt auf jeden Fall nicht in Frage. Das dürfte spätestens deutlich geworden sein, als nun in einer Sonderausgabe der Schulaussitzung konkrete Prognosen zur Entwicklung der Schülerzahlen in Greven vorgestellt wurden. Und die haben es in sich. Auf Greven kommt etwas zu, und zwar gewaltig.

Dienstag, 02.07.2019, 12:27 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 12:30 Uhr
Immer mehr Kinder benötigen einen Platz in einer Grundschule oder auch einer weiterführenden Schule.. Ob Neugründungen, Dependancen oder ganz andere Lösungen in Frage kommen – das wollen die Politiker in Workshops klären.
Immer mehr Kinder benötigen einen Platz in einer Grundschule oder auch einer weiterführenden Schule.. Ob Neugründungen, Dependancen oder ganz andere Lösungen in Frage kommen – das wollen die Politiker in Workshops klären. Foto: dpa

Sonst umfassten Jahrgänge, die erst in die Grund- und dann in die weiterführenden Schulen drängten, um die 350 Kinder. Inzwischen sind 380 Standard, also schon mal mindestens eine Klasse mehr. In den Folgejahren dürfte die Zahl in der Spitze (2023/24) auf bis zu 480 ansteigen, um danach wieder moderat zu sinken. „Dann reden wir aber immer noch über 430 Schüler, was rund 50 mehr sind als momentan“, verdeutlichte Frank Hänel, in der Stadtverwaltung für Schulfragen zuständig, in der Sitzung. Die Gesamtschülerzahlen an den Grundschulen werden sich demnach von aktuell 1600 auf 1750 (in der Spitze gar 1800) erhöhen.

Eine Entwicklung, die sich natürlich in den weiterführenden Schulen fortsetzt – zwar zeitversetzt, aber dennoch deutlich spürbar. Am Gymnasium (ausgelegt auf Fünfzügigkeit) erwartet man Richtung 2030 etwa 170 bis 180 Schüler pro Jahrgang. An der Gesamtschule (fünfzügig) 160 bis 175 und an der Anne-Frank-Realschule (vierzügig) 110 bis 120. Das Gymnasium wird somit 2030 insgesamt rund 300 Schüler mehr haben als jetzt, die Gesamtschule (Oberstufe noch im Aufbau) 280 und die AFR rund 100 Schüler mehr. Insgesamt erwartet die Stadt somit ein Ansteigen der Gesamt-Schülerzahlen an allen Grevener Schulen (inklusive auswärtiger Schüler) von derzeit rund 4000 auf 4660.

Das stellt die Stadt als Schulträger vor gewaltige Aufgaben. Aufgaben, denen man allein mit Anbauten wohl nicht begegnen kann. De facto könnte man mittelfristig je eine weitere Grund- und eine weiterführende Schule füllen.

Ob Neugründungen, Dependancen oder ganz andere Lösungen in Frage kommen, wollen die Mitglieder des Schulausschusses nun klären. Die Sitzung am Donnerstag war deshalb auch keine reguläre Sitzung, sondern der Auftakt einer dreireihigen Workshop-Reihe. Im zweiten und dritten Workshop dürfte es dann „ans Eingemachte“ gehen.

Ausgabe eins diente zunächst dazu, alle auf einen Stand zu bringen. In diesem Rahmen wies Hänel auch darauf hin, dass die Schulen in Greven „Schulen für Grevener“ seien. Der Trend von zurückgehenden Schülerzahlen „von auswärts“ habe sich verfestigt. Noch 2012/13 seien an den drei weiterführenden Schulen jeweils zwischen 25 und 30 auswärtige Schüler angemeldet worden, zuletzt nur noch jeweils fünf bis 15.

Die stärksten auswärtigen Schülergruppen am Gymnasium (1024 Schüler) stammen aktuell aus Nordwalde (90) und Saerbeck (54), die Gesamtschule (820 Schüler) zieht auch Jungen und Mädchen aus Ladbergen (47) und Münster (21) an. Die Anne-Frank-Realschule (455) wird auch von Schülern aus Nordwalde (68), Ladbergen (32) und Altenberge (13) angesteuert.

Natürlich ist die Entwicklung auch stark vom Wahlverhalten der Eltern abhängig. Aktuell besuchen 92 Prozent der Grevener Grundschüler anschließend eine weiterführende Schule in Greven: je 38 Prozent wählen Gymnasium und Gesamtschule, 24 die AFR, acht Prozent besuchen ab Klasse fünf eine Schule außerhalb von Greven.

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