„Arten werden verschwinden“
Die Natur leidet unter dem Wassermangel

Greven -

Der Klimawandel und dessen Folgen zeigen sich immer deutlicher. Hitze-Tipps und wie man sich vor der Sonne schütz machen die Runde. Aber was für Auswirkungen hat die anhaltende Hitze und die verbundene Trockenheit für unsere Natur?

Mittwoch, 03.07.2019, 13:43 Uhr aktualisiert: 03.07.2019, 14:00 Uhr
Pflanzen, Bäume, Büsche und Getreide: Alle lechzen zur Zeit wieder nach Wasser. Da helfen oft auch die gut gemeinten Kannen voll Wasser nicht viel. Gartenprofi Klaus Krohme empfiehlt das Gießen von großen Mengen in langen Abständen.
Pflanzen, Bäume, Büsche und Getreide: Alle lechzen zur Zeit wieder nach Wasser. Da helfen oft auch die gut gemeinten Kannen voll Wasser nicht viel. Gartenprofi Klaus Krohme empfiehlt das Gießen von großen Mengen in langen Abständen. Foto: Pia Witthinrich

Teiche oder Tümpel trocknen teilweise komplett aus. Die aktuelle Hitze ist eine Gefahr für Amphibien, Libellen, Fische und andere Tiere, die auf Gewässer angewiesen sind. Andreas Beulting von der NABU-Naturschutzstation Münsterland ist alarmiert: „Arten werden verschwinden.“

Auch in Feuchtwiesen oder Mooren sei die Trockenheit stark sichtbar. „Arten, die nasse Füße brauchen, werden sich zurückziehen“, sagt Beulting.

Auch in der Landwirtschaft macht sich anhaltende Hitze und die damit verbundene Trockenheit deutlich bemerkbar. Der Ortsvereinsvorsitzende des landwirtschaftlichen Ortsvereins, Matthias Langkamp, berichtet von geringerer Ernte und kleinem Korn beim Getreide.

Besonders der Mais ist wie im vergangenen Jahr stark betroffen. Matthias Langkamp erklärt, dass keine Restfeuchte aus dem Winter und Frühjahr im Boden vorhanden gewesen sei. Das führe zu minderwertiger Qualität und Totalausfällen. „Die nächsten acht bis 14 Tage sind für den Mais entscheidend, es hilft nur noch Regen, Regen, Regen“, erklärt Langkamp.

Hubert Schräder von der gleichnamigen Gärtnerei an der Schmedehausener Straße trifft die Trockenheit nicht so akut. Sein Gemüse pflanzt er in modernen Gewächshäusern an, welche technisch gut ausgerüstet sind. Aber auch bei ihm wird das Wasser knapp.

Schräder berichtet, dass er Oberflächenwasser in einem Teich sammelt und dieses zum Bewässern verwendet. 2016 und 2017 reichte das aus. Seit 2018 genügt sein Teich nicht mehr. Jetzt muss er Stadtwasser beimischen.

Aber das ist momentan noch nicht so problematisch. Jörg Bürgin von den Wasserwerken aus Greven verrät, dass die Wasservorräte noch gut aussehen. „Das einzige was auffallen würde, sei der geringe Niederschlag“, sagt Bürgin.

Die anhaltende Hitze macht sich natürlich auch in den Hausgärten bemerkbar. Kleingärtner kämpfen gegen das Austrocknen des Rasens und der Büsche, während andere es schon längst aufgegeben haben.

Klaus Krohme von dem Kreislehrgarten Steinfurt kennt sich mit Gärten aus. Er erklärt, dass es bereits bei der Pflanzenwahl beginnt: Es gibt Pflanzen, die bei Trockenheit und heißen Temperaturen gut überleben können, andere jedoch brauchen viel Wasser und gehen bei zu starker Sonnenbestrahlung ein.

Krohme empfiehlt, Büsche, Sträucher und Bäume intensiv etwa alle zwei Wochen mit ungefähr 40 Liter pro Quadratmeter zu bewässern. Dies sei effektiver als tägliches Gießen, da die Pflanzen lernen müssten, dass in tieferen Schichten mehr Wasser ist. Zudem sei es wichtig die Pflanzen, wenn möglich direkt an der Wurzel zu gießen.

Von Wassersprengern dagegen rät er ab und empfiehlt stattdessen Spritzschläuche, welche mit Naturmaterialien überdeckt werden können. Krohmes Rat: „Möglichst immer abends gießen.“

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