Die Schüler des Differenzierungskurses Darstellen und Gestalten führen in das Jahr 2050
Zeitreise im Augustinianum

Greven -

Wie sieht die Welt in 31 Jahren aus? Kommunikation mit Außerirdischen? Menschen, die gebeamt werden? Und perfektionierte Technologie? Eben nicht, wie der Differenzierungskurs des Augustinianums am Dienstag mit dem Stück „2050 – Ein Tag im November“ via Theaterstück aufzeigte.

Mittwoch, 03.07.2019, 19:26 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 17:54 Uhr
In der Tube – der Bahn – alle sind gleich gekleidet, alle müssen irgendwo hin. Keiner weiß, was an dem Tag noch geschieht...
In der Tube – der Bahn – alle sind gleich gekleidet, alle müssen irgendwo hin. Keiner weiß, was an dem Tag noch geschieht... Foto: Sina-Marie Hofmann

Das vom Diplom-Theaterwissenschaftler Lorenz Hippe geschriebene Science-Fiction-Abenteuer handelt von den Auswirkungen des Klimawandels in der Zukunft.

In den Hauptrollen drei Freunde, die mit den Folgen des zu hohen CO2-Ausstoßes ganz unterschiedlich umgehen.

Im Vordergrund die 13- jährige Lia, die von 19 verschiedenen Schülerinnen in der Schulaula gespielt wird. „Obwohl wir die Befürchtung hatten, dass diese Entscheidung für Verwirrung im Publikum sorgen könnte, hat es Spaß gemacht zu sehen, wie die verschiedenen Mädchen die Rolle der Lia verkörperten und ihren Charakter zum Vorschein brachten“, schreibt Schülerin Antonia Czekalla im Programmheft.

Lia ist es durch ein „morphogenisches Feld“ möglich, Gedanken zu übertragen. Diese sendet sie an die heutige Zeit und zeigt dem Publikum ihr Leben am 8. November 2050 – dem Tag vor ihrem 14. Geburtstag.

Durch gekonnte Dialoge lassen die Schauspieler den Zuschauer erfahren, was für Auswirkungen das Handeln in der heutigen Zeit haben kann – Menschen, die durch Unwetter sterben, die Erwärmung der Erde ist kaum noch zu stoppen und auch die Tiere leiden darunter.

Die Musik und Geräuschkulisse im richtigen Moment eingesetzt, lässt die bedrückende Stimmung noch intensiver werden. Durch Jugendsprache und reelle Probleme Jugendlicher kann man schnell einen Bezug zu dem Thema finden.

Einige Szenen wurden durch Interaktion der Schauspieler zwischen den Zuschauerreihen verstärkt. Wie der Moment, als Lia unter einem Schutthaufen verschüttet ist und sagt „Auf einmal trifft mich die Wut.“ Daraufhin springen viele der Schüler vor, hinter und neben den Zuschauern auf und schreien „Fuck“. Danach beschuldigen alle im Einklang unser heutiges Handeln – ein echter Gänsehautmoment.

An kleine Details haben die Jugendlichen der Stufe neun und deren Lehrer Markus Mischke und Astrid Pieper auch gedacht: die hellblauen Blaumänner mit rotem Reißverschluss und darunter unisono weiße Bluse und Schwarze Hose oder Rock und weiße Schuhe oder auch Halsbänder mit Nummern beschriftet, lassen einen in die Welt der Zukunft eintauchen.

Schade: Am Dienstag war die erste und einzige Aufführung. Der Inhalt des Stückes und die Umsetzung sind es wert, von einem größeren Publikum gesehen zu werden.

Das Stück soll auch unter den Schülern Folgen haben. Markus Mischke erzählt: „Die Kinder hatten die Idee, sich am 8. November 2050 zu treffen.“

Ob diese in 31 Jahren über das „morphogenische Feld“ Gedanken übertragen können und gelernt haben weniger zu konsumieren ist eine Frage der Zeit.

Denn wie Lias Freund Milan in der Mitte des Stückes sagt: „Jeder würde konsumieren, wenn er kann. Konsumieren macht glücklich.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6747226?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker