Workshop zum Grünflächenkonzept der Stadt
Noch mehr Grün für die Gartenstadt

Reckenfeld -

An Ideen mangelt es den Reckenfeldern nicht. Als sie am Mittwochabend gefragt wurden, wo im Ort Grün fehlt, füllten sich die Zettel schneller, als man sie lesen konnte.

Freitag, 05.07.2019, 09:02 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 09:30 Uhr
Auf dem Kirchplatz gibt es durchaus Grün, doch die parkenden Autos dominieren – ein Effekt, der sich in der Ortsmitte noch verstärkt, sobald Aldi umgezogen ist.
Auf dem Kirchplatz gibt es durchaus Grün, doch die parkenden Autos dominieren – ein Effekt, der sich in der Ortsmitte noch verstärkt, sobald Aldi umgezogen ist. Foto: Oliver Hengst

Was nicht heißt, dass die Bewohner mit den vorhanden Grünflächen nicht zufrieden wären, es gab auch viele positive Rückmeldungen. Aber was gut ist, kann ja immer noch besser werden.

Anlass war der Workshop zum Grünflächenkonzept, das die Stadt gerade erstellt. Eine Veranstaltung hatte am Montag in Greven stattgefunden, am Mittwoch stand Reckenfeld im Fokus. Bürgermeister Peter Vennemeyer begrüßte rund 25 Gäste. Grünstrukturen seien nicht nur schön anzuschauen, sondern auch wichtig für Mensch und Natur. Schattenspender, Wasserspeicher, Lebensraum für Tiere – „und ich denke da nicht nur an den Eichenprozessionsspinner“, sagte er schmunzelnd. Greven als wachsende Stadt sei ein attraktiver Standort und das nicht nur aus geografischen oder wirtschaftlichen Gründen. Grün entlang der Straßen, in Parks und Gärten und in der Landschaft werde von den Menschen wertgeschätzt. Das gelte natürlich auch für das künftige Wohngebiet in der Ortsmitte. „Auch in diesem Plangebiet werden die vorhandenen wertvollen Grünstrukturen erhalten und in das Wohngebiet integriert“, sagte der Bürgermeister zu.

Und am Rande der Veranstaltung verkündete er eine interessante Neuigkeit: Man werde – losgelöst vom Grünflächenkonzept – das Dach der Erich-Kästner-Grundschule begrünen und prüfe, ob dies auch für andere Schulgebäude in Frage komme. Zudem sei ein städtisches Förderprogramm für Jedermann in Vorbereitung.

Moderiert von Holger Hoffschröer vom Planungsbüro RHA (zusammen mit Greenbox verantwortlich) machten sich die Reckenfelder schließlich an die Ideensammlung. Denn genau darum ging es ja: die Expertenmeinung jener einholen, die es wissen müssen, die Menschen, die im Ort leben und arbeiten. Wie Hoffschröer berichtete, hatten sich die Planer vorab natürlich auch selbst ein Bild gemacht. Eine von vielen – nicht neuen – Erkenntnissen: Der Kirchplatz wird von Autos dominiert. „Das ist, finde ich, ein wichtiges Thema für Reckenfeld.“ Und sofort stimmten einige Reckenfelder ein, zumal der Effekt ja noch verstärkt wird, sobald Aldi in die Ortsmitte umgezogen ist: noch mehr versiegelte Fläche, noch weniger Grün rund um den Kreisverkehr.

Weil nicht nur die Grünflächen selbst, sondern auch deren Verbindung miteinander im Mittelpunkt stehen sollen, sprachen die Gäste intensiv über Geh- und Radwege (hier gibt es Licht und Schatten) sowie über Grünstreifen entlang der Straßen. Vor allem Grevener Landstraße und Bahnhofstraße kommen hier eher schlecht weg.

Weitere Anregungen: Blühstreifen oder Blühwiesen, etwa am Jägerweg gegenüber des Bouleplatzes oder an der Grundschule, eine Streuobstwiese nebst Lehrbienenstand am Marienfriedweg, die Aufwertung des Ententeichs, mehr Mülleimer, eine durchgehende Wegeverbindung entlang des Walgenbachs, ausgeschilderte Wanderwege zwischen Greven und Reckenfeld, Baumtore an den Ortseingängen (oder eine andere einheitliche Gestaltung), und, und, und . . .

Trotz der vielen (vermeintlichen) Defizite wurde deutlich, dass Reckenfeld seinen Ruf als Gartenstadt durchaus zu Recht trägt. In Reckenfeld beträgt der Anteil an Grünflächen 16 Prozent, genau wie im Bezirk rechts der Ems, links der Ems sind es nur 10 Prozent. Auf jeden Reckenfelder kommen 38 Quadratmeter Grün- und Freiflächen – deutlich mehr als der Durchschnitt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6748994?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker