Schüler der Anne-Frank-Realschule weihen selbst gebauten Heißluftballon ein
Gerda in den Lüften

Greven -

„Wir wollten einmal etwas Großes schaffen“, erklärt der Schüler Christian Große Lamwer. Er stand vor dem gelben, sechs Meter hohen Heißluftballon in der Turnhalle der Anne-Frank-Realschule. „Das ist Gerda.“ Praktisch, dass in dem Korb des Ballons ein flauschiger Freund mit Namen „Gerd“ saß. Lamwer ist einer der 13 Schüler, die seit Januar am „BANG Tex ‚Schüler*innen-Ballonwettbewerb‘“ teilgenommen haben.

Donnerstag, 04.07.2019, 21:02 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 17:54 Uhr
Der Heißluftballon stieg – den Beteiligten war es klar, da sie es im Voraus schon getestet hatten.
Der Heißluftballon stieg – den Beteiligten war es klar, da sie es im Voraus schon getestet hatten. Foto: Sina-Marie Hofmann

BANG Tex ist ein Projekt der Firma GPDM mbh, das gemeinsam mit dem Partner „TÜV Nord Bildung“ initiiert wurde. Beide Firmen sind in Paderborn ansässig. Das Team der Anne-Frank-Realschule, einziger Teilnehmer aus Nordrhein-Westfalen, nahm das Motto „Großes schaffen“ wörtlich : Der nun sechs Meter hohe Ballon mit einem Durchmesser von 5,2 Metern sollte eigentlich 2,5 mal 2,5 Meter groß sein. Während des Erarbeitungsprozesses wurde den Schülern klar: Bei 2,5 mal 2,5 Metern wird der Ballon nicht steigen.Deswegen schlossen sich die 13- bis 15-Jährigen zu einem großen Team zusammen – um einen großen Ballon zu bauen.

Nicht nur die Schüler, sondern auch zwei engagierte Lehrerinnen, Karola Bolte und Gabriele Sürig, und Ballonprofis der „Ballonsportfreunde Münster/Greven“ – Björn und Wolfgang Eickmeyer waren an dem Projekt beteiligt.

„Hier wurde ein Projekt auf die Beine gestellt und durchlebt, in dem jeder an seinen Schwächen arbeiten und gleichzeitig seine Stärken voll ausleben konnte. Alle zusammen sind wir sehr froh, das geschafft zu haben“, beschrieben die Fachlehrerinnen.

Schüler Große Lamwer meinte scherzend: „Ich hätte nicht gedacht, dass Frau Bolte so gut kochen kann!“ Da es während des Projekts viele Überstunden gab, brachte Karola Bolte regelmäßig Essen mit.

Seit Januar war das Team damit beschäftigt Sponsoren zu finden, Material zu beschaffen, zu rechnen,schneiden und sehr viel zu nähen. Die meisten Schüler haben das Nähen erst vor Ort erlernt.

Am Mittwoch war dann der große Tag der Gruppe.

Alle 13 Schüler trugen den Ballon in die Turnhalle der Anne-Frank-Realschule. Drei Mädchen gingen voran,in gelben Kleidern. Aus Resten des Ballonsstoffes genäht.

Wieso sollte der Ballon in einer Turnhalle steigen und nicht draußen an der frischen Luft? Die Thermik an dem Tag spielte nicht mit. Nach dem Aufblasen und Heizen wurde der Ballon von Wolfgang Eickmeyer nach guter Ballonfahrertradition auf den Namen „Gerda“ getauft.

Eickmeyer lobte das Schülerteam: „Alle, so wie sie hier stehen, waren so teamfähig, wie ich es bislang noch nicht erlebt habe.“ Und die Jugendlichen stimmten ihm zu: durch das Projekt haben sie gelernt, wie man als Gruppe zusammen funktioniert.

Auch Günter Breuninger vom Projektteam BANG Tex war begeistert: „Dass der Ballon und die Vorbereitungen solche Ausmaße angenommen haben, hatten wir uns im Vorfeld nicht vorgestellt. In Greven haben alle vorbildlich an einem Strang gezogen. Unser Respekt gilt den Verantwortlichen.“

Nach der Taufe des Ballons präsentierten die Schüler ihre Prozessabschnitte und Günter Breuninger überreichte dem Team einen Scheck von 1500 Euro. Ebenso gab es kleine Präsente für Lehrer und Ballonfahrer. Von Familie Eickmeyer bekam jeder Schüler einen Gutschein für eine Fahrt mit einem Heißluftballon, denn „irgendwas mussten sie kriegen“, wie Wolfgang Eickmeyer stolz sagte und ergänzte:„Irgendwie wird mir das fehlen.“

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