Raiffeisen nimmt neue Siloanlage in Betrieb
Bis zu fünf Lieferungen pro Stunde

Greven -

Die ersten 25 Tonnen sind da. Mehr, viel mehr kann nun folgen. Denn die Silo-Anlage der Raiffeisen am Nien Esch hat am Mittwochnachmittag ihre Feuerprobe bestanden.

Freitag, 05.07.2019, 14:03 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 15:00 Uhr
25 Tonnen Gerste bringen die Anlage nicht ins Schwitzen. Je nach Saison können in den Silos natürlich auch Roggen, Triticale oder Weizen gelagert werden, bis sie dann als Futtergetreide weiterverkauft werden.
25 Tonnen Gerste bringen die Anlage nicht ins Schwitzen. Je nach Saison können in den Silos natürlich auch Roggen, Triticale oder Weizen gelagert werden, bis sie dann als Futtergetreide weiterverkauft werden. Foto: Oliver Hengst

Premierenfahrer Reinhard Rüter steuerte den ersten Lkw passgenau in die Halle. Als die Gerste durchs Gitter rieselte atmeten alle erleichtert auf: die Technik funktioniert. Somit konnte am Donnerstag der Regelbetrieb aufgenommen werden.

Die markanten Silos, die aus Richtung Emsdetten kommend die Grevener Skyline prägen, haben ein gewaltiges Fassungsvermögen: In die drei großen (25 Meter hoch) passen bis zu 2700 Tonnen Getreide, in das kleine 500 Tonnen (darin kann getrocknet werden).

Die Testlieferung hat die verbaute Technik direkt auf eine echte Probe gestellt: 25 Tonnen auf einen Schlag brachten die Anlage aber nicht ins Schwitzen. Zum Vergleich: Kommt ein Landwirt mit vollem Hänger, fasst dieser in der Regel zwischen fünf und 20 Tonnen. Theoretisch können bis zu fünf Fahrzeuge pro Stunden ihre körnige Fracht entladen. Sobald ein Gespann in die Halle eingefahren ist, schließen sich die Türen. „Wegen der Staubentwicklung“, sagt Hermann Schürmann, Bereichsleiter der Raiffeisen. Es gibt auch eine Absauganlage – so kräftig, dass man sich ihr mit Hut besser nicht nähert. Das Leitungssystem, durch das das Getreide in die Silos gelangt, ist unteririsch verbaut, wie Schürmann mit Blick auf eine Luke, die viele Meter tief hinab führt, erläutert. „Das ist ein Tanzsaal da unten“, sagt er zu den Dimensionen.

Raiffeisen nimmt Siloanlage in Betrieb

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Vom angelieferten Getreide werden automatisch Rückstellproben genommen, wie Martin Walbelder, stellvertretender Geschäftsführer der Raiffeisen Bever-Ems, erläutert. Man sei als Teil der Lebensmittelkette dazu verpflichtet. „Die Entnahme wird mit einem Joystick gesteuert“, erläutert Walbelder. Überhaupt ist hier alles Hightech. Kollege Computer hat sich unentbehrlich gemacht.

Um erfassen zu können, wieviel die Landwirte tatsächlich anliefern, ist auch eine 60-Tonnen-Waage gebaut worden. Ein Labor, in dem die Beschaffenheit des Getreides untersucht wird, folgt. Im Moment erfolgt diese Untersuchung noch mittels mobiler Geräte, die unter anderem die Feuchtigkeit messen. 15 Prozent gelten als ideal. Im Moment ist das wegen der großen Trockenheit aber kein Problem.

Die Raiffeisen weist die anliefernden Landwirte auf zwei organisatorische Dinge hin: die Koordination der Anlieferung wird noch über den Alt-Standort koordiniert, der deshalb weiter wichtig bleibt. Zudem muss der Neu-Standort über die Straße „Zum Wasserwerk“ (Autohaus Jarvers) angefahren werden.

6,5 Millionen Euro für Getreidelager und einen modernen Agrarmarkt investiert die Raiffeisen-Genossenschaft Bever-Ems in den neuen Standort.

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