Pläne für Haus Nordhorn an der Martinistraße umstritten
Pläne für ein Nadelöhr

Greven -

26 Wohnungen, jede vierte öffentlich gefördert. Und das anstatt eines Gebäudes, von dem Stadtplaner Matthias Herding etwas despektierlich als „Bruchbude“ sprach. Am Donnerstag wurden im ASU-Ausschuss die Pläne für das Haus Nordhorn an der Martinistraße vorgestellt. Bei der Diskussion ging es gleich ums große Ganze.

Samstag, 06.07.2019, 08:46 Uhr aktualisiert: 06.07.2019, 09:01 Uhr
Ästhetisch verbesserungswürdig – das fand die Mehrheit im ASU-Ausschuss und schickte diese Entwürfe in den Gestaltungsbeirat.
Ästhetisch verbesserungswürdig – das fand die Mehrheit im ASU-Ausschuss und schickte diese Entwürfe in den Gestaltungsbeirat. Foto: Günter Benning

Die Pläne des Rheiner Büros gpa sehen ein dreigeschossiges Gebäude vor. Wichtig: Seine Fläche orientiert sich am seit 1998 gültigen Bebauungsplan. Danach ist die Fassade im Kreuzungsbereich von Martini- und KvG-Straße um 3,50 Meter zurückgezogen. „Damit“, erklärt Straßenplaner André Kintrup, „können wir dort erstmals eine normale Radverkehrsanlage bauen.“ Mit einem durchgehenden Radstreifen von 1,25 Meter. Heute mündet der Radstreifen an dieser Stelle direkt auf der engen Straße.

Umstritten ist die Fassade des geplanten Wohn- und Geschäftshauses. „Hätte mir das ein Student vorgelegt“, meinte der ehemalige Architektur-Prof Jan Cejka (Reckenfeld Direkt), „hätte ich ihn nach Hause geschickt.“

Die Chance gibt es im Rathaus nicht. Aber der Plan soll in den Gestaltungsbeirat gehen, der sich mit der Ästhetik wichtiger Baumaßnahmen befasst.

Grundlegender war da die Kritik, die unter anderem von Christa Waschkowitz-Biggeleben (CDU) kam. Da man sich generell über die Verbesserung der Verkehrssituation auf der Kardinal-von-Galen-Straße unterhalten müsse, meinte sie, „sollte man vielleicht erst mal gar nicht bauen.“

Für Ausschussvorsitzenden Jürgen Diesfeld (CDU) war es wichtig, dass die KvG-Straße als Entlastungsstraße verbessert würde. Gerade mit Blick auf die geplante Beruhigung der Rathausstraße. Und Peter Borggreve von den Grünen brachte den Vorschlag seiner Partei ins Spiel, innerstädtisch Einbahnstraßen einzurichten.

Als dann der Wunsch geäußert wurde, möglicherweise Grundstücke zu erwerben, um die Straße zu erweitern, meinte Stadtplaner Herding „das ist ein dickes Brett.“

Tatsächlich ist die Lage kompliziert. An das Haus Nordhorn schließen sich bewohnte Gebäude in Richtung Wilhelmplatz an. Auf der gegenüberliegenden Seite begrenzt ein großer, unter Naturschutz stehender Baum Erweiterungspläne. Die allgemeine Verkehrsdiskussion an dieser Stelle zu entfachen, meint der Stadtplaner, „würde jeder Entwicklung an dieser Stelle einen zeitlichen Riegel vorschieben.“

Am Ende einigte sich der Ausschuss auf den Vorschlag, den Gestaltungsbeirat einzubinden.

Im übrigen, so Verkehrsplaner Kintrup, würde das Projekt manche Probleme lösen: „Die Kreuzung könnte ausgebaut werden, auf der Martinistraße wäre zweispuriger Verkehr möglich. Auch für Radfahrer.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6751909?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker