Vierfacher Betrug
Im Internet bestellt und nie bezahlt

Greven/Rheine -

Der 40-jährige Grevener hatte online bestellt. Und real nicht bezahlt. Jetzt kam die Quittung vom Gericht.

Dienstag, 09.07.2019, 20:15 Uhr aktualisiert: 09.07.2019, 20:30 Uhr
 
  Foto: BilderBox.com

Wegen Betruges in vier Fällen verurteilte das Schöffengericht in Rheine am Dienstag einen 40-jährigen Mann aus Greven zu zwei Jahren ohne Bewährung. Damit folgte es in der Höhe des Strafmaßes zwar dem Antrag des Staatsanwaltes. Allerdings mit dem gravierenden Unterschied, dass der Anklagevertreter wegen einer positiven Sozialprognose Bewährung beantragt hatte, ebenso wie der Verteidiger.

Mit dem Urteil zog das Gericht alle bei einer Wohnungsdurchsuchung beschlagnahmten Computer- und Elektronikgeräte ein. „Dem kann ich nicht zustimmen“, sagte der Angeklagte und erklärte, dass auf seinem Rechner Lizenzen im Wert von 90 000 Euro gespeichert seien. „Da ist mein komplettes Leben drauf,“ beharrte er vergeblich auf Rückgabe. Die Richterin erklärte ihm, dass Tatwerkzeuge grundsätzlich eingezogen würden. Das Vorstrafenregister des Angeklagten ist lang, er stand jetzt unter Bewährung und sitzt bis September zwei Geldstrafen im Gefängnis ab. Laut Anklage soll er zwischen November und Februar vier Betrugstaten begangen haben. Unter verschiedenen Namen und Adressen bestellte er unter anderem eine IP-Adresse, deren Gebühr er nie bezahlte. Auf den Namen eines Unternehmens orderte er eine Festplatte und ließ sie in seine Packstation liefern. Neun Tage später orderte er Elektronikzubehör im Wert von 280 Euro. Die letzte Bestellung über vier Smartphones, ein Tablett, zwei Laptops sowie einen Power PC wurde wegen Verdachts nicht mehr geliefert.

Der Angeklagte räumte alles vor Gericht ein. Bei der Polizei hatte er sie noch bestritten, „weil die mich während der Durchsuchung so provoziert haben“, erklärte er seine Haltung vor Gericht.

Als die Richterin nach seinem Lebenslauf fragte, reagierte er betroffen und sprach von einer chaotischen Jugend mit Beziehungsabbrüchen: „Ich war nirgendwo länger als sechs Monate, meine Mutter hatte mich ins Heim gegeben“, sagte er. Aus diesem Grunde habe er viele Einbrüche begangen und dafür achteinhalb Jahre im Gefängnis gesessen. Er sei krank.

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