Theaterwerkstatt 5/6 des Augustinianums: „Die Tochter des Ganovenkönigs“
Suche nach dem goldenen Herzen

Greven -

Julchens Eltern sind reiche Menschen. Aus ungewöhnlichen Gründen auch Könige. Noch seltsamer: Sie sind Ganoven.

Donnerstag, 11.07.2019, 10:18 Uhr
Julchen (doppelte Besetzung) fordert von ihrer Mutter : „Sag mir wo Großmama ist!“
Julchen (doppelte Besetzung) fordert von ihrer Mutter : „Sag mir wo Großmama ist!“ Foto: Sina-Marie Hofmann

Am Montag und Dienstag führte die Theaterwerkstatt 5 /6 des Augustinianums das Stück „Die Tochter des Ganovenkönigs“ auf. Leitung und Regie führte Lehrer Markus Mischke.

Das Stück handelt von einem herzensguten, jungen Mädchen. Julchen. Diese hat eigentlich elf Geschwister. Doch alle wurden nach deren zwölften Geburtstag ins Internat geschickt. So heißt es.

Julchens Eltern sind durchgehend mit illegalen Deals beschäftigt. Deshalb verbringt sie die meiste Zeit mit ihrer „geistig verwirrten“ Großmutter.

Julchens Vater vergoldet alles. Selbst sein Maschinengewehr. Doch etwas aus Gold fehlt noch: Ein Herz. Deshalb wird der Spitzel, Kommissar und Detektiv Gallenberg beauftragt, ein solches zu finden.

In jener Zeit bereiteten die bösen Eltern schon Julchens Verkauf vor. Denn: ihre Geschwister gingen nicht wirklich auf ein Internat. Alle wurden nach dem zwölften Geburtstag ins Ausland verkauft. Ein passender Käufer findet sich schnell: Der Richter Schielmann.

Auch Julchens Oma wird dann noch im Wald entsorgt. Deshalb geht sie zu jenem Richter, um sich von den Eltern „scheiden“ zu lassen.

Das alles klingt schon sehr verrückt, was sich der niederländische Autor Ad de Bont ausgedacht hat.

Aber nun findet das Ganoven-Königspaar auch noch heraus, dass Julchen der einzige Mensch im Königreich ist, der ein goldenes Herz besitzt. Der König will sie töten, die Königin nicht.

Am Ende finden die Eltern ihre gerechte Strafe. Der Richter wird neuer König. Julchen kauft all ihre Geschwister frei. Fast ein Happy-End.

Das Stück befasst sich mit der Frage nach dem Bösen in der Welt. „Die Hölle ist überall. Überall, wo Menschen sind“, sagt die Großmutter.

In einigen Momenten weiß man nicht, ob man lachen oder den Kopf schütteln soll.

Das Stück enthält viel schwarzen Humor, eine drastische Sprache und skurrile Figuren. Besonders originell: Fast jede Rolle war doppelt besetzt. Für die Darsteller gab es am Ende reichlich Applaus.

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