Vorgestellt: der „Club of Grünzeug“ und das Projekt „Form Your Future“
Umweltprofis am Gymnasium

Greven -

Der „Club of Grünzeug“ ist eine Arbeitsgemeinschaft des Augustinianums. Hier erarbeiten sieben Schüler zusammen mit Lehrerinnen Astrid Pieper und Antje Husmann kleine Projekte. Ihr Ziel: die Schule sauberer, grüner und bunter zu gestalten.

Montag, 15.07.2019, 20:19 Uhr aktualisiert: 15.07.2019, 21:01 Uhr
Mitwirkende des „Club of Grünzeug“ Beim bemessen der Ems – wie viel Müll sie da wohl gefunden haben?
Mitwirkende des „Club of Grünzeug“ Beim bemessen der Ems – wie viel Müll sie da wohl gefunden haben? Foto: Astrid Pieper

3,14 Müllteile pro Quadratmeter an der Ems – hauptsächlich Zigarettenstummel. Die Schüler des „Club of Grünzeug“ untersuchten im Projekt „Plastikpiraten“ den Beach und die Ems präzise. Insgesamt fanden sie 153 Müllobjekte, darunter waren 36 Teile aus Einwegplastik. Nach dem Erforschen, Sammeln und Dokumentieren schickten die Schüler ihre Ergebnisse an die Kieler Forschungswerkstatt zur Auswertung.

Der „Club of Grünzeug“ ist eine Arbeitsgemeinschaft des Augustinianums. Hier erarbeiten sieben Schüler zusammen mit Lehrerinnen Astrid Pieper und Antje Husmann kleine Projekte. Ihr Ziel: die Schule sauberer, grüner und bunter zu gestalten. Und gleichzeitig die Aufmerksamkeit der Lehrer und Schüler wecken. Aus diesem Grund pflanzten sie Blumen in Eierkartons oder gestalteten Plakate mit der Aussage: „Müll sucht ein zu Hause“. Diese sollten die Schüler motivieren, Müll zu reduzieren und ordnungsgemäß zu entsorgen. „Mit Erfolg“, wie Schulleiter Dr. Volker Krobisch bestätigt.

Schüler der achten Klasse: nehmen seit Oktober 2018 an dem Projekt „Form Your Future“ teil, das von der WWU Münster initiiert wurde. In dem Projekt werden die Schüler zu Nachhaltigkeitsbotschaftern ausgebildet.

In monatlichen Treffen entwickelten sie das Konzept von „Wasserkugeln“ – eine Alternative zu Plastikflaschen. Ein chemisches Gemisch umhüllt Wasser in Kugelform: ökologisch und kompostierbar. Zur Zeit arbeiten sie an der Weiterentwicklung ihrer Erfindung, denn nach Geschmacksproben war den Nachhaltigkeitsbotschaftern klar: „Wirklich lecker ist es noch nicht. Seinen Durst kann man bisher auch noch nicht löschen, aber wir arbeiten weiter daran.“

Auch nach der Schule schlafen die Mitglieder des „Club of Grünzeug“ und „Form Your Future“ nicht. Ein umweltbewusstes Denken ist für die Schüler alltäglich. Sie erledigen die meisten Strecken mit dem Rad, achten auf eine ordnungsgemäße Müllentsorgung und motivieren immer mehr Mitschüler und Verwandte zum Umdenken.

Schülerin Elvira nimmt auch an den Fridays-For-Future-Demonstrationen teil. Aber: „Es ist eine Sache, zu demonstrieren, eine andere, zu handeln“, sagt sie. Gemeinsam mit ihrer Familie pflanzte sie darum Bäume.

Mias Eltern waren schon immer umweltbewusst. Doch die Vegetarierin schaffte es, den Fleischkonsum im Familienhaushalt zu minimieren. Die Familie baut im eigenen Garten Gemüse an – das ist wirklich regional.

Elisa könnte nie auf Fleisch verzichten. Doch isst sie nur regionales Biofleisch.

Greta wäscht ihre Hände nur mit kaltem Wasser und geht duschen, anstatt zu baden – das spart Wasser.

Ihre Familie hält Hühner und Kaninchen. Dadurch brauchen sie keine Eier kaufen und produzieren weniger Biomüll. Selbst bei der Auswahl der Tiernahrung wird ökologisch gedacht: „Wir kaufen keine Tiernahrung mit Soja.“

Greta möchte irgendwann ganz ohne Plastikmüll leben. Das heißt: „Zero Waste“. Dafür müsste sie Hygieneartikel wie Deodorant und Zahnpasta selbst herstellen.

Elisa wäre das zu aufwendig. „Dafür würde ich in einen Drogeriemarkt gehen, die restlichen Dinge dann aber in ‚unverpackt Läden‘ kaufen.“

Die „Form Your Future“-Kids und einige Mitschüler haben zusammen an dem Projekt „Plant-for-the-planet“ teilgenommen. Ziel des Projektes: auf der gesamten Welt Bäume pflanzen, um die Klimakrise zu bekämpfen.

Außerdem haben sie dort nachhaltige Schokolade hergestellt. Diese wurde in der Schule verkauft und das verdiente Geld für neue Bäume gespendet.

Schulleiter Krobisch lobt die Schüler: „Man merkt die Fridays-For-Future-Bewegung, sie entwickelt sich in die Schule hinein. Bei Schülern und Lehrern entsteht ein stärkeres Umweltbewusstsein.“

„Langsam kommt ein politisch-kritisches Denken in die Köpfe der Kinder. Der Zeitgeist wandelt sich“, erzählt Astrid Pieper, „das ist gut so.“ Antje Husmann bestätigt: „Wenn wir es schaffen, die Kinder zu motivieren, dann funktioniert es nach dem Schneeballprinzip.“

Das mit Solaranlagen ausgestattete Augustinianum arbeitet mit umweltfreundlichem Papier, Plastikmüll wird getrennt. Die Klimathematik wird in verschiedensten Unterrichtsfächern behandelt.

Doch ist die Umsetzung des Umweltbewusstseins im Schulalltag nicht immer leicht. Die Digitalisierung etwa steht dem guten Willen manchmal im Weg, sagt Lehrer Benedikt Faber: „Es führt zu viel Elektroschrott. Doch Schüler, wie Eltern wollen die digitalen Medien in den Schulalltag mit eingebunden haben.“

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