Weniger Mindestsicherungsleistungen
Immer mehr Senioren können von ihrer Rente nicht leben

Greven -

Immer mehr Senioren – auch in Greven – können von ihrer Rente nicht mehr leben. Sie sind auf zusätzliche Unterstützungsgelder angewiesen. Ebenso erschreckend: 11,7 Prozent aller Grevener Kinder unter 18 Jahren müssen von der so genannten Mindestsicherung leben.

Donnerstag, 01.08.2019, 09:45 Uhr aktualisiert: 01.08.2019, 09:50 Uhr
Bei immer mehr alten Menschen reicht die Rente nicht zum Leben. In Greven waren im vergangenen Jahr 462 alte Menschen auf Grundsicherung angewiesen – Tendenz steigend.
Bei immer mehr alten Menschen reicht die Rente nicht zum Leben. In Greven waren im vergangenen Jahr 462 alte Menschen auf Grundsicherung angewiesen – Tendenz steigend. Foto: dpa

Dass Greven einen Millionär weniger hat, war vorgestern Gegenstand der Berichterstattung. Heute geht es um eine Statistik, in der es um Menschen auf der anderen Seite der finanziellen Leiter geht – um die, die von den so genannten Mindestsicherungsleistungen leben müssen.

Die gute Nachricht für Greven: Die sogenannte Mindestsicherungsquote – also der Anteil der Empfänger von Mindestsicherungsleistungen an der Gesamtbevölkerung – hat von 2017 auf 2018 abgenommen und liegt jetzt bei 7,6 Prozent. Im Verhältnis zu den anderen Kommunen im Kreis Steinfurt ist dies allerdings eine sehr hohe Quote. Nur in Ochtrup (8,4 %), Rheine (9,3 %) und Steinfurt (9,3 %) liegt sie höher.

Unter die Gruppe der Mindestsicherungsleistungsbezieher fallen in der Statistik die Hartz IV-Bezieher, Menschen, die Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen (Geringverdiener), Menschen, die eine Grundsicherung im Alter beziehen und Asylbewerber. Auffällig ist, dass die Gruppe der Menschen im Alter, die auf zusätzliche Unterstützungsgelder angewiesen sind, ständig steigt. Im Jahr 2011 waren es 288 Menschen, im vergangenen Jahr 462 Menschen, deren Rente für den Lebensunterhalt nicht ausreichte.

Die Zahl der Hartz-IV-Bezieher stieg von 2011 (1722) bis 2016 (2312) beständig an, ging dann aber auf 2108 Menschen im vergangenen Jahr zurück. Eine ähnliche Tendenz gab es bei Menschen, die Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen. Deren Zahl belief sich im vergangenen Jahr auf 54.

Auch bei der Zahl der Menschen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezogen, gab es eine ähnliche Auf-und-Ab-Bewegung. Höhepunkt war das Jahr 2015 mit 708 Asylbewerbern, im vergangenen Jahr waren es nur noch 252 Menschen.

Erschreckend ist die Zahl der Kinder unter 18 Jahren, die von der Mindestsicherungsquote betroffen sind. In Greven waren das im vergangenen Jahr 11,7 Prozent. Eine Quote, die viel zu hoch liegt, aber im Vergleich zum NRW-Durchschnitt noch als niedrig zu bezeichnen ist. Denn landesweit liegt die Quote der Kinder, die von Mindestsicherungsleistungen abhängig sind, bei 19,0 Prozent.

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