Voting: Radfahrer in der Fußgängerzone
Woanders ist es kein Problem

In Grevens Fußgängerzone darf eigentlich nur nachts Fahrrad gefahren werden. Das sollte man ändern, meint unser Kommentator. Sagen Sie uns Ihre Meinung dazu.

Freitag, 02.08.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 02.08.2019, 16:10 Uhr
Fahrradfahrerin in der Marktstraße. Ein Fuß auf der Pedale, einer schwebt irgendwie in der Luft. Überall stehen Räder rum, aber Radfahren ist verboten. Wir fragen: Muss das so bleiben? 
Fahrradfahrerin in der Marktstraße. Ein Fuß auf der Pedale, einer schwebt irgendwie in der Luft. Überall stehen Räder rum, aber Radfahren ist verboten. Wir fragen: Muss das so bleiben?  Foto: Günter Benning

Gerade rollen sie in Greven ein. Mal in Zweiertrupps, mal in Großverbänden. Mal nur per Kette, mal elektrifiziert. Der Emsradweg schwemmt die Euros in Grevens Innenstadtgastronomie, denn die müden, überhitzten Radler, die man jeden Mittag beobachten kann, hungern und dürsten nach Bier und Pizza.

Verkehrsregeln werden gebrochen

Kein Wunder, dass diese geschwächten Reisenden dabei die Verkehrsregeln der Grevener Fußgängerzone brechen. Sie steigen nämlich zu 90 Prozent nicht von ihren schwer bepackten Drahteseln ab. Sie rollen die Marktstraße runter, parken am Markt und staksen zu den Caféstühlen. Richtig wäre es, ihr lieben Radler!, oben an der Marktstraße abzusteigen und das 40 Kilo schwere E-Bike mit prallen Satteltaschen zu schieben. So steht es auf den Schildern.

Richtig wäre es, sie würden ihre Räder an den unzähligen Fahrradständern vorbeijonglieren, die man in der Marktstraße und der Alten Münsterstraße angebracht hat. So ähnlich, als würde man einem Pkw-Fahrer sagen: Da hinten ist dein Parkplatz, die letzten 100 Meter musst Du schieben. Paradox.

Fahren in Fußgängerzonen anderswo erlaubt

Wir bemühen hier die auswärtigen Radler als Beispiel, weil sie es von anderswoher anders kennen. In Emsdetten, Rheine, Ibbenbüren, Lingen, Meppen – überall dürfen Radler auch in Fußgängerzonen fahren. Manchmal gibt es Ausnahmen, etwa in einigen engen und stark bewanderten Sträßchen in Rheine. Aber in Ibbenbüren hat man unlängst noch „20 Jahre Radfahren in der Fußgängerzone“ zelebriert. Das Fazit nach diesen zwei Jahrzehnten: Keine Probleme, Radler können auch langsam fahren. Und: Die Innenstadt ist für die Menschen frei, die dort kaufen und genießen sollen. Keiner wird ausgesperrt.

Wenn Grevens Politik mit dem 200 Seiten dicken „Sachlichen Teilplan Mobilität, Mobilitätskonzept“, der längst verabschiedet wurde, symbolisch ernst nehmen wollte, könnte doch jemand den Antrag stellen, die Marktstraße und die Alte Münsterstraße für Räder zu öffnen. (Marktplatz an Markttagen ausgenommen. Schritttempo vorgeschrieben).

Dann würden sich alle besser fühlen, vor allem jene – wie der Autor dieser Zeilen –, die ständig im Fußgängertempo durch die City rollen. Und sich dabei vorkommen wie kleine Verbrecher. Man muss sich nur vorsehen, nicht von einem der modernen elektrischen Senioren-Chopper umgenietet zu werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6822767?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker