Anhaltende Hitze sorgte für viele Besucher
„Urlaub“ an der Ems

Greven -

Die Ems ist nach der Renaturierung im Bereich zwischen Fußgängerbrücke und Nordwalderstraße immer mehr zu einem Naherholungsgebiet geworden. Obwohl es verboten ist gehen dort immer mehr Menschen schwimmen und sonnen sich am Strand.

Montag, 05.08.2019, 20:14 Uhr aktualisiert: 05.08.2019, 20:50 Uhr
Viele Menschen kühlen sich trotz des Badeverbots in der Ems ab.
Viele Menschen kühlen sich trotz des Badeverbots in der Ems ab. Foto: Melina Laubrock

„Ich fühle mich hier immer wie im Urlaub“, erzählt die elfjährige Marie mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Sie ist eines von vielen Kindern, die sich an den heißen Tagen im Wasser an der Emsaue abkühlen.

Eine Mutter, die mit ihrer Tochter bereits in der Mittagshitze am Ufer der Ems sitzt, findet es total wichtig, dass Kinder die Möglichkeit haben, nicht nur Schwimmbäder kennenzulernen. „So kann meine Tochter auf eigene Faust die Natur erkunden und von ihr lernen“, sagt sie.

Sie sei mit ihrer Tochter öfter an der Emsaue als in einem Schwimmbad. In der Mittagszeit kann sie mit ihrer Tochter noch ein wenig Ruhe genießen. „Sobald der Beach um 16 Uhr öffnet, ist es hier sehr viel voller“, berichtet die Mutter.

Auch die kleine Leni (7) hat im Wasser schon ein Stück der Natur entdecken können: „Ich habe schon ein paar Fische gesehen. Die waren aber nicht so schön wie die Fische aus meinem Teich.“

Ein anderes Mädchen fühlt sich an der Emsaue auch sehr wohl. „Hier ist es wenigstens nicht so voll wie im Schwimmbad“, antwortet Nina (8) auf die Frage, warum sie hier sei.

Auch Linus (9), der gerade noch tauchte, findet es immer schön, wenn er hier ist. Für ihn fühle es sich an wie an einem großen See mit vielen anderen Kindern.

Auch eine Gruppe von Jugendlichen hat es sich unter einem mitgebrachten gelben Sonnenschirm am Ufer bequem gemacht.

Der 16-jährige Hendrik erzählt, dass er die Schwimmbäder mittlerweile zu überteuert finde und die Emsaue den gleichen Zweck erfüllen würde: „Hier kann ich mich mit meinen Freunden auch abkühlen und das, ohne viel Geld dafür zu bezahlen.“

Zwei Freundinnen, Marlene (10) und Inga (9), sind mit dem Fahrrad gekommen. Marlene findet es schlimm, dass manchmal der ganze Müll liegen gelassen werde. „Dabei stehen hier überall Mülleimer“, ergänzt Inga, „auch wenn man sich dann ein paar Meter bewegen muss, kann man den Müll bis in den Mülleimer bringen.“

Obwohl die Emsaue im Jahr 1998 nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU unter Naturschutz gestellt wurde, weil die dort zu findenden verschiedenen Lebensraumtypen „von gemeinschaftlichem Interesse sind“, gehen immer noch viele Leute dort baden.

Ein Spaziergänger findet das jedoch nicht schlimm: „Die Kinder können an der Emsaue wirklich viel lernen und dafür müssen sie nun einmal bis ins Wasser gehen“, kritisiert er das Badeverbot, „denn nur so können sie die verschiedenen Tiere und Pflanzen entdecken.“

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