Ehrenamtliche Seelsorgerinnen ausgebildet
Aktiv im Beerdigungsdienst

Greven -

„Vertraut den neuen Wegen“ – dieses Lied begleitet Anneliese Bussmeier und Anne Leroy schon seit einigen Monaten. Sie hatten im November 2018 begonnen, einen neuen Weg zu beschreiten, der sie nun am 11. August mit bischöflicher Beauftragung in den ehrenamtlichen Dienst für Beerdigungen führt.

Mittwoch, 07.08.2019, 19:54 Uhr aktualisiert: 07.08.2019, 20:00 Uhr
Anne Leroy (links) und Anneliese Bussmeier erhalten die bischöfliche Beauftragung zum Beerdigungsdienst.
Anne Leroy (links) und Anneliese Bussmeier erhalten die bischöfliche Beauftragung zum Beerdigungsdienst. Foto: Martinus-Gemeinde

Eigentlich habe der Weg schon viel eher angefangen, meint Bussmeier, nämlich schon damit, dass sie gefragt wurde, ob sie sich in dieser Aufgabe vorstellen könnte. Leroy geht sogar noch viel weiter zurück: „Wir beide sind durch unsere früheren Berufe und unsere Aktivitäten in der Pfarrgemeinde sehr mit den Grevener Bürgern verbunden. Daher hatten wir an so manchen Beerdigungen teilgenommen. Doch auch in der eigenen Lebensgeschichte mussten wir von geliebten Menschen Abschied nehmen.“

Anneliese Bussmeier (69 Jahre, verwitwet, drei Kinder, neun Enkelkinder) arbeitete viele Jahrzehnte in der Verwaltung des Maria-Josef-Hospitals. Beheimatet ist sie im Westen von Greven, wo sie in der früheren Josef-Gemeinde unter anderem im Pfarrgemeinderat tätig war und bis heute Lektorin und Kommunionhelferin ist. Auch in der Frauengemeinschaft setzt sie Akzente.

Anne Leroy (67 Jahre, geschieden, eine Tochter) hat im Grevener Süden den Johannes-Kindergarten 33 Jahre lang geleitet. In der früheren Marien-Gemeinde übernahm sie darüber hinaus unterschiedliche Aufgaben. Noch bis in die Zeit der Ausbildung zum Beerdigungsdienst war sie eine konstante Mitarbeiterin bei Kindergottesdiensten. Bleibend ans Herz gewachsen ist ihr das Engagement in der Marienbücherei und im Ghana-Kreis. Ihren Weg zum Beerdigungsdienst wurde sicherlich auch durch ihre Tätigkeit als Hospizhelferin geebnet.

„Wer selbst einen geliebten Menschen verloren hat, wer sich mit all den Abschieden auf dem eigenen Lebensweg auseinander gesetzt hat, kann darin für sich eine Quelle von Kraft und Hoffnung entdecken“, findet Leroy und wird von Bussmeier ergänzt: „Wir haben am eigenen Leib erfahren, wie das ist, wenn ein geliebter Mensch stirbt und man erst unendlich traurig ist. Und wie sich das dann nach und nach wieder verwandelt, wenn das eigene Leben ein neues Kapitel schreibt.“ Mit diesem Schatz an frohen und schmerzhaften Lebenserfahrungen und der umfassenden Ausbildung seien beide Frauen nun gut gerüstet, um auch anderen Trauernden bei einer Beerdigung als ehrenamtliche Seelsorgerinnen zur Seite zu stehen, unterstreicht Pastoralreferentin Maria Wagner. Sie hatte damals mit beiden Frauen Gespräche geführt, ihnen Mut gemacht und als Mentorin während der Ausbildung Rede und Antwort gestanden.

„Wir hoffen beide, dass wir unsere neue Aufgabe gut machen. Denn ein bisschen Bammel haben wir schon vor unserer ersten Beerdigung“, gestehen beide Frauen. Im Hochamt am 11. August um 10 Uhr in der Martinuskirche überreicht ihnen Pfarrer Klaus Lunemann die bischöfliche Beauftragung zum Beerdigungsdienst.

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