Grevenerin streitet mit den Stadtwerken über einen Zähler-Tausch
Wunderliches Wasser-Wirrwarr

GReven -

Ein neuer Wasserzähler für die Außenzapfstelle - kein großes Ding, sollte man meinen. Doch eine Grevenerin musste deshalb lange Diskussionen mit den Stadtwerken führen.

Donnerstag, 08.08.2019, 10:55 Uhr aktualisiert: 08.08.2019, 11:00 Uhr
Immerhin: Die Gartenbewässerung läuft, der Wasserzähler tut seinen Dienst. Doch zuvor hatte Sabine Schäfer einiges an Zeit und Nerven investieren müssen.
Immerhin: Die Gartenbewässerung läuft, der Wasserzähler tut seinen Dienst. Doch zuvor hatte Sabine Schäfer einiges an Zeit und Nerven investieren müssen. Foto: Oliver Hengst

„Ich habe gedacht, ich sehe nicht richtig.“ Sabine Schäfer traute ihren Augen kaum, als die Stadtwerke bei ihr anrückten, um einen Wasserzähler – gerade erst frisch eingebaut – auszutauschen. Denn der neue glich dem bisherigen wie ein Ei dem anderen.

Doch von Beginn an: Die Grevenerin musste den Wasserzähler der Außenzapfstelle tauschen lassen, die sechsjährige Eichfrist war abgelaufen. Jahrelang hatte sie die Zapfstelle gar nicht genutzt, doch die Trockenheit in diesem Sommer ließ ihr keine andere Wahl, als die Gartenbewässerung zu reaktivieren. Dafür musste zunächst ein neuer Zähler her. Sie ließ einen Profi kommen, der einen Markenzähler einbaute. Alles paletti, dachte die Grevenerin. Doch die Stadtwerke wollten diesen neuen Zähler nicht akzeptieren, bestanden darauf, einen eigenen einzubauen, berichtet Sabine Schäfer. Was dann nach langen Diskussionen auch passierte. Der eigentlich nagelneue Zähler wurde wieder ausgebaut, ein anderer stattdessen montiert. Zur großen Überraschung der Kundin war der Stadtwerke-Zähler dem Vorgänger-Exemplar sehr ähnlich. „Der sieht genauso aus, ist sogar von der selben Marke, ist fast genauso aufgebaut, nur einen Tacken größer.“ Warum dann überhaupt der Austausch? „Das verstehe ich überhaupt nicht“, sagt sie verwundert. Die Stadtwerke-Mitarbeiter hätten im Gespräch immer wieder argumentiert, dass es Zweifel gebe, ob das verbaute Exemplar korrekt geeicht sei. Um dann ein fast identisches Exemplar desselben Herstellers einzubauen. Für Sabine Schäfer schlicht nicht nachvollziehbar. Zumal auf Bildern, die sie vom wieder ausgebauten Zähler auf ihrem Handy gespeichert hat, zu lesen ist: „Eichfrist endet 2025“. Zweifel an der Eichung sind für sie somit unbegründet.

Immerhin: Nach langen Gesprächen und einigen Mails verzichteten die Stadtwerke darauf, die Kosten für den Tausch (eigentlich 85 Euro) in Rechnung zu stellen. Der Sinn der Aktion erschließt sich der Kundin dennoch nicht.

Er lässt sich auch im Gespräch mit Stadtwerke-Chefin Andrea Lüke nicht zweifelsfrei klären. Sie sagt: „Es spricht grundsätzlich nichts dagegen, eine Firma mit dem Zählertausch zu beauftragen. Dieser Zähler muss aber den Eichgesetzen entsprechen. Das ist der wesentliche Punkt.“ Die Stadtwerke bestünden nicht darauf, eigene Zähler zu verbauen. Was im konkreten Fall dennoch dazu geführt habe, dass mit der Kundin ein Austausch vereinbart wurde, kann sie ohne Details zu kennen nicht benennen. Sie bietet der Kundin an, Lüke direkt anzurufen, um die Sache aufzuklären.

Für Sabine Schäfer hingegen hat sich die Sache erstmal erledigt. Sie hat einiges an Zeit und Nerven investiert, um sich mit Stadtwerke-Mitarbeitern über Sinn und Unsinn der Aktion auszutauschen – und ist am Ende froh, zumindest nicht draufgezahlt zu haben.

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