Osnatel: Bandbreitenreduzierung technisch bedingt
Vectoring sorgt für lahmes Internet

Greven -

Yippi, dachte der Osnatel-Kunde und freute sich schon mächtig. Schon oft hatte er vom schnellen Internet gelesen, aber leider blieb es für ihn nur Theorie – und das mitten in der Grevener Innenstadt. Aber jetzt lag da das Schreiben seines DSL-Anbieters auf dem Tisch, und er träumte von Vectoring, von 100, 150 oder gar 250 Mbit/s oder gar von Glasfaser. Doch nach dem Öffnen des Schreibens ging der Schuss nach hinten los.

Sonntag, 11.08.2019, 08:51 Uhr aktualisiert: 11.08.2019, 09:10 Uhr
In diesem Fall ist blau die Farbe der Hoffnung. Der so gekennzeichnete Bereich der Stadt soll demnächst mit VDSL 250-Anschlüssen versorgt werden.
In diesem Fall ist blau die Farbe der Hoffnung. Der so gekennzeichnete Bereich der Stadt soll demnächst mit VDSL 250-Anschlüssen versorgt werden. Foto: Telekom

Bislang hatte der Grevener bei Osnatel einen DSL 50-Vertrag. Es kamen zwar nur ein bisschen mehr als 25 Mbit/s an, aber damit konnte er vorläufig leben. Aber dann das: „Im Zuge der Umstellung auf Vectoring wird ihr bisheriges Produkt auf ein neues Produkt ersetzt. Wir stellen Ihren DSL-Anschluss auf den Tarif DSL 16 Premium um“, heißt es da in dem Schreiben. Die neue Vectoring-Technologie stelle hohe Anforderungen an die Leitungsqualität. Da nicht alle Anschlüsse diese hohe Qualität erfüllten, komme es aus technischen Gründen nach der Vectoring-Umstellung in Ausnahmefällen zu Bandbreitenreduzierung. „Leider müssen wir auch bei Ihnen die Bandbreite im Down- und Upstream anpassen.“

Ein Ausnahmefall? „Eine genaue Zahl betroffener Kunden können wir leider nicht mitteilen“, so die Antwort. Bisher hätten EWE-seitig (und das gilt dann auch für Osnatel als eine Marke von EWE) lediglich Kunden im einstelligen Prozent-Bereich downgegraded werden.

Begründet sei dies technisch. Denn: Die Zusatztechnologie Vectoring könne immer nur für alle Kunden in einem Bereich und nicht für einzelne Kunden aktiviert werden. Auch könne nur ein Anbieter Vectoring in einem Bereich umsetzen, dies habe rein technische Gründe „Welche Übertragungsgeschwindigkeit jeweils möglich ist, hängt individuell von der Kupferhausanschlussleitung ab“, heißt es in der Stellungnahme. Je länger diese Leitung und je schlechter die Qualität der Leitung sei, desto weniger Leistung komme beim Kunden an. „Kupferbasierte Verbindungen haben für uns keine langfristige Zukunft, diese bietet nur Glasfaser.“

Grundsätzlich gilt: EWE mietet bei der Telekom alle notwendigen Leitungen und Vorleistungen, um die eigenen Kunden zu versorgen. „Nach der Technik-Aktivierung durch die Telekom kann es möglich sein, wieder höher Bandbreiten zur Verfügung zu stellen.“

Die Telekom jedenfalls kündigt den „Highspeed-Ausbau“ (VDSL 250) für das Grevener Stadtzentrum zwischen Westumgehung, Ostring und Grabenstraße auf deren Homepage für Anfang September diesen Jahres an.

Glaubt man übrigens der Karte der Telekom sind Gimbte, Reckenfeld ja selbst die Siedlung am Vosskotten mittlerweile auf einem deutlich besseren Internet-Geschwindigkeits-Level als die Innenstadt. Aber das soll sich ja – siehe oben – demnächst ändern.

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