Segelfliegen
Zwei Überflieger

Greven -

Die Luftfahrtvereinigung stellt zwei Deutsche Meister im Segelflug. Michael Pfennig und Markus Geisen sicherten sich in der Doppelsitzerklasse 20m den Titel. An sechs Wertungstagen ließen die beiden Grevener 37 Konkurrenten hinter sich.

Donnerstag, 15.08.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 16.08.2019, 15:04 Uhr
Michael Pfennig und Markus Geisen im Anflug. Auf dem Weg zum Sieg – 37 Konkurrenten ließen die beiden hinter sich.
Michael Pfennig und Markus Geisen im Anflug. Auf dem Weg zum Sieg – 37 Konkurrenten ließen die beiden hinter sich. Foto: Elena Mikolai

„Am ersten Tag waren wir auf dem zweiten Platz. Vom zweiten Tag an waren wir vorne. Den ersten Platz haben wir dann auch nicht mehr abgegeben.“ Die Deutsche Meisterschaft, die Michael Pfennig und sein Cousin Markus Geisen im Juli in der Doppelsitzerklasse 20m eingeflogen haben, war alles andere als ein Zufallsprodukt.

Mit 4521 Punkten an sechs Wertungstagen ließen die beiden Mitglieder der Luftfahrtvereinigung Greven (LFV) 37 Konkurrenten hinter sich. Dass diese dabei auch aus Japan, Polen, der Schweiz, Schweden und vielen weiteren Ländern kamen, erklärt Pfennig so: „Es war gleichzeitig auch die Vor-WM.“

„Bei den Doppelsitzern nimmt nur der erste Platz bei internationalen Wettkämpfen teil“, so Pfennig weiter. „Ich habe es erst nach dem Sieg erfahren – das war gut so, sonst wäre ich zu nervös geworden.“

Wie geht es für die beiden weiter? „Wir fliegen bei der Weltmeisterschaft“, berichtet Pfennig. Die WM findet vom 19. bis 31. Juli 2020 statt. Durch den Sieg bei den Deutschen Meisterschaften sind Geisen und Pfennig automatisch für zwei Jahre für die Nationalmannschaft nominiert. „Die Kleidung habe ich noch vom letzten Mal“, erklärt Pfennig, „die müssen wir jetzt bei allen öffentlichen Veranstaltungen und Wettbewerben tragen.“

Das weiß er noch gut aus dem Jahr 2015. Da war er auch schon Mitglied der Auswahl, seinerzeit im Einsitzerwettbewerb, und startete bei den Europameisterschaften.

Zur Nationalmannschaft gehören heißt: an Schulungen und Nationalmannschaftstreffen teilnehmen, und mehr Training haben. Pfennig: „Das ganze ist schon aufwendiger.“ Auch in Sachen Doping muss jetzt aufgepasst werden, erklärt Pfennig: „Man kann da so schnell unwissend rein stolpern.“

Zur WM im Juli 2020 begleitet Youngster Malte Weiligmann Pfennig und Geisen. Er wird als Rückholer dienen: Support, die Reinigung des Segelfliegers, psychologische Betreuung und vieles mehr liegt dann in Weiligmanns Verantwortung. „Umso größer die Veranstaltung wird, desto weniger kann man selbst machen“, erzählt Pfennig „dafür ist eine gute Mannschaft dann ganz wichtig. Ohne könnte man das nie schaffen.“ Zusätzlich werden die Segelflieger von einem eigenen Meteorologen unterstützt.

Vor den zwei Wochen Wettkampf haben die Segelflieger noch eine Woche Vorbereitungszeit.

Doch auch davor heißt es für Pfennig trainieren. Da die Saison in Deutschland bald vorbei ist, „trainiert man dann in Afrika oder irgendwo anders auf der Südhalbkugel“, meint Pfennig. Er wird gegen Ende November bis Anfang Dezember mit Geisen an der Kap-Halbinsel in Afrika segeln. „Das ist der einzige Ort“, erklärt der Deutsche Meister, „an dem man aus dem Segelflugzeug an einem Tag zwei Ozeane sehen kann – den atlantischen und indischen.“

Doch zunächst gönnen sich die Mitglieder der Luftfahrtvereinigung für zwei Wochen eine Erholung. Sie sind nach Idar-Oberstein gefahren, um dort zusammen zu fliegen, zu kochen – um einfach zusammen Zeit zu verbringen. „Wie ein großer Familienausflug“, meint Pfennig.

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