Tausende strömen zur Kirmes in die City
Sonnenbad und „Schäsken“ fahren

Greven -

Trotz stechender Sonne und brütenden 31 Grad fanden die zuckersüßen Lebkuchen-Herzen bei der offiziellen Eröffnung der Kirmes reißenden Absatz. Die stetige Nachfrage nach Zuckerbrot verhält sich eben wie so vieles bei der Grevener Kirmes: Tradition ist Tradition, und Ritual bleibt Ritual.

Sonntag, 25.08.2019, 20:11 Uhr aktualisiert: 25.08.2019, 20:20 Uhr
Simpel und doch unterhaltsam: Im Fahrgeschäft „Kesseltanz“ am Rathaus lassen sich diese drei Jungs ordentlich durchschütteln.
Simpel und doch unterhaltsam: Im Fahrgeschäft „Kesseltanz“ am Rathaus lassen sich diese drei Jungs ordentlich durchschütteln.

Philipp Heitmann ist ein Mann, der prägnante Antworten mag. „Sitzt, passt, könnte nicht besser sein.“ Nein, nach der Stimmungslage gefragt, will der erfahrene Schaustellerchef wahrlich nicht meckern an diesem Kirmessamstag um kurz vor vier.

Gerade hat er zusammen mit dem Bürgermeister den Jahrmarkt offiziell eröffnet. Jetzt verteilt er Lebkuchen an eine kleine Menschentraube im Niederort. Und trotz stechender Sonne und brütenden 31 Grad finden die zuckersüßen Herzen aus den Händen des Autoscooter-Betreibers reißenden Absatz. „Wie eh und je“, sagt Heitmann mit einem entspannten Lächeln.

Die stetige Nachfrage nach Zuckerbrot verhält sich eben wie so vieles bei der Grevener Kirmes: Tradition ist Tradition, und Ritual bleibt Ritual. Ferienzeit und neuerliche Hitzeperiode ändern daran wenig.

Aber natürlich gibt’s nicht nur Altbewährtes: Wer wolle, könne sich ja auch von neuen Fahrgeschäften „durchschütteln lassen“, verspricht jedenfalls der mit Gipsarm angerückte Bürgermeister beim obligatorischen Rundgang der Politik. Insgesamt 140 Buden und „Schäskes“ flimmern auf den Rummelplätzen, über die Schaustellersprecher Heitmann Peter Vennemeyer und seine Entourage aus Rat und Verwaltung führt.

Im Zentrum wie immer: Der Rathausplatz als „Ort für Hartgesottene“, wie ihn der Bürgermeister nennt. Tatsächlich drehen sich am sonst so tristen Busbahnhof nicht nur alte, bunt glänzende Karussellklassiker wie der Discojet, sondern auch manch ein Magen, dessen Besitzer wankend einem der Fahrgeschäfte namens „Take off“ oder „Propeller“ entsteigt.

Vor allem letzterer ist die Hauptattraktion der diesjährigen Kirmes, selbst wenn am heißen Nachmittag zunächst nur wenige Mutige in der Schlange stehen, um sich mit 90 Sachen in luftige 40 Meter Höhe schießen zu lassen. „Muss man halt mögen“, kommentiert ein älterer Herr, der sich das 360-Grad-Schauspiel von unten anguckt. Sicher ist sicher.

Grevener Kirmes 2019

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  • Foto: Jannis Beckermann
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Gemächlicher ist die Fahrt im „Kesseltanz“ gegenüber. Hier wird man (ob der Fliehkräfte) sogar ohne Anschnallpflicht durch die Luft getragen. Ein Wippen, ein Kippen, ein Auf und Ab. „Wollt ihr noch ne Runde?“, fragt die kernige Dame im blinkenden Schalterhäuschen. Und die Jugendlichen auf den abgewetzten, roten Lederbänken antworten natürlich mit einem lauten, enthusiastischen „Jaaa“. Was denn sonst?

Ach, genau: Einfach feiern und das Feuerwerk bestaunen ginge natürlich auch. Es ist das Alternativkonzept für alle, die sich lieber am Abend in der Innenstadt treffen. Alte Kontakte auffrischen, ein Bier trinken: Das hat für nicht wenige genauso Tradition wie das „Schäsken“ fahren in jungen Jahren.

Und dank spätsommerlicher Temperaturen bis nach Mitternacht wirkt der Marktplatz nun sogar ein wenig wie eine Piazza, wäre da nicht dieser Duft von gebrannten Mandeln, Zuckerwatte und deutscher Currywurst in der Luft. Es ist genau jene Kirmes-Melange, die letztlich auch Schaustellern wie Philipp Heitmann ein solides Wochenende beschert. Die Leute kommen, kaufen, essen, fahren – und die Kasse stimmt. „Sitzt und passt“, sagt Heitmann. Und wenn es einer wissen muss, dann ist es er.

► Am heutigen Montag öffnet die Kirmes noch einmal von 11 bis 23 Uhr. Der Lambertusmarkt an der Martinischule beginnt gegen 7.30 Uhr (bis 14 Uhr).

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