Die Geschichte von Schmedehausen
Schmiede in der Heide

Greven -

„Schmiehusen“ ist das plattdeutsche Wort für die Grevener Bauerschaft Schmedehausen. Im „Prinz“ findet man zur Namenserklärung folgenden Hinweis: „Den Namen, der in der Freckenhorster Heberolle noch Smithehuson lautet, verdankt die Bauerschaft gewiß einer uralten, am Hellweg gelegenen Schmiede, die nach der jungen -hausen-Endung vielleicht erst der fränkischen Zeit angehört.“

Samstag, 31.08.2019, 18:22 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 16:50 Uhr
Im Jahre 1887 wurde die katholische Kirchengemeinde Schmedehausen-Hüttrup selbstständig.
Im Jahre 1887 wurde die katholische Kirchengemeinde Schmedehausen-Hüttrup selbstständig. Foto: Bez

Es handelt sich, so Wilhelm Schenkel, um eine „um die Mitte des 10. Jahrhunderts erstmalig im Heberegister des alten Klosters und Damenstiftes Freckenhorst auftretende Ortsbezeichnung.“

Die Bauerschaft liegt an der uralten wichtigen Fernverbindung Duisburg-Münster-Osnabrück. Sie verlief auf dem heutigen Postdamm und der Schmedehausener Straße. Besonders bekannt wurde diese Fernverbindung während der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden, die ab 1643 bis 1648 stattfanden, als hier in Schmedehausen die reitenden Boten aus den Verhandlungsorten Münster und Osnabrück Unterlagen austauschten.

Die Geschichte Schmedehausens hat der Lehrer Wilhelm Schenkel in seinem Buch „Schmedehausen“ ausführlich dargestellt. Erweitert wurde dieses Buch im Jahre 2003 durch das Buch „Schmedehausen 1953-2003“, dessen Autoren Johannes Hennigfeld (Schmedehausen) und Peter Jalufka (Hüttrup) sind.

Dorf und Bauerschaft Schmedehausen wurden bereits seit mehr als tausend Jahren besiedelt. Das ist belegt durch viele Funde, die bis etwa 1800 v. Chr. zurückreichen. Die ersten schriftlichen Nachrichten sind aus der Sachsenzeit überliefert, als der Hof „Jecmari“, heute Schulze Jochmaring, zum Amtshof des Klosters Freckenhorst wurde.

Der in den Urkunden genannte alte Name für Schmedehausen, Smithehuson, dem 35 Höfe unterstanden, weist darauf hin, dass an der alten Landstraße, der Verbindung zwischen Münster und Osnabrück, eine Schmiede vorhanden gewesen sein muss, eine Werkstatt auch für vorbeikommende Pferde und Wagen.

Die bäuerliche Landschaft bestand bis ins 19. Jahrhundert vor allem aus Heideflächen, deren größte die Kroner Heide ist. Der Name ist wohl abgeleitet von dem Gasthof „Landskrone“. Prinz schreibt: „Am Ende der Kronerheide lag die „Landskrone“, ein uraltes Wirtshaus am Wege, das eine Krone im Wappen geführt und so auch der Kronerheide zu ihrem Namen verholfen hat.“ Der Gasthof stand auf dem Grundstück der heutigen Zimmerei Huckenbeck und wurde um 1800 abgerissen.

In den Jahren 1859/60 wurde am Domhof eine Kapelle gebaut. Am 8. November 1860 wurde sie geweiht. Im Jahre 1887 wurde die katholische Kirchengemeinde Schmedehausen-Hüttrup selbstständig. Seit 1906 ist Schmedehausen eine Rektoratsgemeinde, damit können Trauungen vorgenommen und Beerdigungen auf eigenem Friedhof stattfinden.

Diese Gemeinschaft Schmedehausens mit der Bauerschaft Hüttrup erstreckt sich auch auf eine laut Prinz seit 1832 gemeinsame Schule „in der Kronenerheide bei Wallerskotten in der Nähe der Eltingmühle“, auf die Schützenbruderschaft St. Reinhildis Schmedehausen-Hüttrup e.V. (1907) und auf den Heimatverein Schmedehausen-Hüttrup (1952).

Ab dem 1.10.1894 gehörte Schmedehausen nach der Teilung Grevens in drei selbstständige Gemeinden zur Gemeinde Greven rechts der Ems, die eine eigene Gemeindevertretung hatte. Erst am 10.08.1952 erfolgte die Wiedervereinigung mit der Gemeinde Greven links der Ems und der Stadt Greven (Dorf Greven seit 22.01.1950) zur neuen (großen) Stadt Greven.

In den 1890er Jahren wurden das Dorf und die Bauerschaft Schmedehausen durch den Dortmund-Ems-Kanal geteilt.

Im Jahre 1953 fand eine Feier anlässlich des 1000-jährigen Bestehens der Bauerschaft statt. Der im Januar 1952 gegründete Heimatverein Schmedehausen-Hüttrup ließ dazu einen Festumzug durch das Dorf ziehen, an dem mehr als dreißig Gruppen in historischen Kostümen aus der Geschichte Schmedehausens beteiligt waren.

Im Jahre 2003 organisierte der Heimatverein Schmedehausen-Hüttrup die 1050. Jahresfeier Schmedehausens. Ein großer historischer Umzug zog durch das Dorf unter dem Motto „Unser Dorf im Wandel der Zeit“.

So wurde im Laufe der Jahrhunderte ein kleines, bis heute lebendiges Dorf entlang einer Hauptstraße, dem Domhof, gebildet. Daran liegen auf beiden Seiten Wohnhäuser, das ehemalige Schulgebäude, die Kapelle „Zu den heiligen Schutzengeln“, früher auch zwei Gaststätten, der 2013 geschlossene „Tante-Emma-Laden“, der heute ein Café ist, ein Betrieb zum Kauf und zur Reparatur von Traktoren und landwirtschaftlichen Maschinen und zum Metallbau und das Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Schmedehausen.

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