Literaturkindergarten – Evangelischer Christus-Kindergarten
Kita-Alltag: Lesen gehört dazu

Greven -

Seit 2014 ist der Christus-Kindergarten eine zertifizierte Literatur-Kita. Dort gibt es nicht nur im Eingangsbereich, sondern auch in den Gruppenräumen Bücher zur freien Verfügung – für Kinder und Eltern.

Sonntag, 01.09.2019, 09:22 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 16:50 Uhr
Erzieherin Meike Drees schaut sich mit den Kindergartenkindern Benjamin Dörner und Kira Suttmeyer ein Bilderbuch an.
Erzieherin Meike Drees schaut sich mit den Kindergartenkindern Benjamin Dörner und Kira Suttmeyer ein Bilderbuch an. Foto: Günter Benning

Ein großes Bücherregal – gleich hinter dem Eingang des evangelischen Christus-Kindergartens: mit genügend Lesestoff in diversen Farben, Größen und Zuständen. Manche Bücher sind schon etwas zerlesener als andere. Ein paar sind neu, andere wurden schlichtweg nicht gerne gelesen. „Die beliebtesten Bücher sind die mit vielen, sehr vielen Bildern“, erklärt Erzieherin Meike Drees. Und zur Winterzeit der Renner: natürlich Weihnachtsbücher.

Seit 2014 ist der Kindergarten eine zertifizierte Literatur-Kita. Dort gibt es nicht nur im Eingangsbereich, sondern auch in den Gruppenräumen Bücher zur freien Verfügung – für Kinder und Eltern. Denn selbst für die Erwachsenen wurde eine „Buchtauschbörse“ ins Leben gerufen.

Über eine eigene, kleine Bibliothek verfügt der Kindergarten auch. Doch ist laut Leiterin Marion Winter-Bokelmann die Anfrage nicht so hoch. Wahrscheinlich, weil der Kindergarten eng mit der Stadtbibliothek zusammenarbeitet. Beim Vorlesen werden die Erzieher wöchentlich durch zwei Lesepaten unterstützt.

„Manchmal kommt es sogar dazu, dass sie gar kein Buch lesen, sondern darüber sprechen. Und dieses Philosophieren ist ganz wichtig“, meint Winter-Bokelmann. Lesen fördert die Kleinen: „Kinder, die viel gelesen haben, haben es erwiesenermaßen einfacher, ein Gehör für die grammatikalisch korrekte Schriftsprache zu erlangen“, so die Kindergartenleiterin. Jedoch ist nicht jeder Tag ein Gute-Laune-Tag, wie Winter-Bokelmann erzählt: „Man kann vieles motivieren, aber manchmal haben Kinder keine Lust und auch das wird akzeptiert.“

Auch andere Medien wie CDs, Kassetten und Computer werden integriert.

Zusätzlich zur Heranführung an Bücher ist den Erziehern wichtig, einen respektvollen Umgang miteinander zu gestalten, die Kinder individuell zu unterstützen, sie spielerisch zu bilden und ihnen christliche Werte zu vermitteln. „Wir wollen eine harmonische Atmosphäre schaffen, in der alle zufrieden sind und sich wohl fühlen“, meint Winter-Bokelmann, „dann lernt man automatisch.“

Die Bewegung, das Forschen und ein Soziales- Emotionales Lernen ist ebenso von Bedeutung. Eltern und Erzieher sollen als Vorbilder wirken, gleichzeitig den Kindern die Möglichkeit zur individuellen Entwicklung lassen.

Genauso veranschaulichen die Erzieher den Kleinen den christlichen Glauben. „Christ-Sein muss man vorleben, dann finden die Kinder später auch eher zum Glauben“, erläutert Marion Winter-Bokelmann. Christliche Werte wie der respektvolle Umgang miteinander und Wertschätzung des Gegenübers sind Alltag im Christus-Kindergarten.

„Die Natur zu beschützen gehört auch zu unserem Glauben“, sagt Leiterin Winter-Bokelmann, „das ist nun mal die Welt, die wir bekommen haben und schützen müssen.“

So werden nicht nur Eltern, sondern auch die Kleinen über Mülltrennung aufgeklärt – spielerisch versteht sich. Die Kita besuchen Kinder muslimischen-, katholischen-, hinduistischen- und buddhistischen Glaubens ebenso wie Atheisten. „Wir sind multikulturell – auch das zeigt unser Christ-Sein“, meint Winter-Bokelmann. „Ob man zum Beten die Hände kreuzt oder sie offen hat, spielt keine Rolle.“

Bedeutung in der Kita hat auch die Integration. Im letzten Jahr gab es fünf „I-Kinder“ (Kinder mit besonderem Förderbedarf). Diese werden durch die Erzieher und eine zusätzliche Integrative Kraft unterstützt und gefördert. „Leider ist der Motopäde nur befristet eingestellt“, erzählt Winter-Bokelmann, „auf Dauer wäre es sinnvoll, generell in jeder Kita eine Kraft für Integration fest einzustellen.“

Denn es soll immer mehr Kinder mit Problemen geben, da sich gesellschaftliche und familiäre Strukturen geändert haben.

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