Neuer Querschnitt für die Bahnhofstraße
Mehr Platz für die Radfahrer

Reckenfeld -

Die Bahnhofstraße soll zwischen Kirchweg und Rickermann umgestaltet werden. Dass zuletzt schon einige Ulmen gefällt werden mussten und aus Sicherheitsgründen noch einige folgen werden, nimmt die Stadtverwaltung zum Anlass, über einen ganz neuen Querschnitt nachzudenken.

Mittwoch, 04.09.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 04.09.2019, 07:00 Uhr
Der sehr breite Parkstreifen wird in dieser Dimension nicht benötigt, stattdessen könnte mehr Grün angepflanzt werden. Eine neue Aufteilung soll auch mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer schaffen.
Der sehr breite Parkstreifen wird in dieser Dimension nicht benötigt, stattdessen könnte mehr Grün angepflanzt werden. Eine neue Aufteilung soll auch mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer schaffen. Foto: Oliver Hengst

Die Ulmen, die bislang an der Straße standen, gaben die Anzahl und Anordnung der Parkbuchten vor. „Diese Parkflächen werden so eigentlich gar nicht gebraucht und sie sind auch viele zu breit“, erläuterte André Kintrup nun in der gemeinsamen Sitzung des Reckenfelder Bezirkssauschuss mit dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU).

Er warb dafür, die ab Oktober oder November anstehenden Fällungen zu nutzen, um die Bahnhofstraße danach ganz neu zu ordnen. Sie sei ohnehin in einem „altersgemäßen, mittleren bis schlechten Zustand“. Der Radweg ortsauswärts weise zahlreiche Schäden auf.

Straßen-Experte Kintrup favorisiert mehr Grün („Das würde dem Ortsteil sicher zugute kommen“) und beidseitig in die Fahrbahn integrierte Radfahrerschutzstreifen, wie es ihn dort einseitig bereits gibt. Große Teile des heutigen Parkstreifens (der zudem schmaler ausfallen soll) könnten als durchgehende Grünflächen gestaltet werden.

Man wolle die Straße mit dem neuen Querschnitt auch auf die Belastung ausrichten, die zu erwarten sei, wenn (irgendwann) die B481 ausgebaut und die Bahnhofstraße dann wieder in Höhe von Gartenbau Schwarz angebunden und dafür der Anschluss Reckenfelder Straße aufgegeben werde. Aus den aktuell bis zu 1500 Fahrzeugen am Tag könnten bis 2030 rund 2000 bis 3000 werden, so Kintrup.

Die Politik wurde angesichts so weitreichender Pläne hellhörig – nicht nur, weil die Anwohner an den Kosten beteiligt werden könnten (unklar ist allerdings ihr konkreter Anteil). Die im Bezirksausschuss vertretenen Parteien sprachen sich fast unisono dafür aus, im Rahmen einer Bürgerversammlung über die Planung zu informieren und ein Stimmungsbild einzuholen. Ein Termin steht allerdings noch aus.

Annika Stöcker (CDU) wollte sich keinesfalls auf eine Variante festlegen, ohne dass vorher die Bürger gefragt werden. So ging es fast allen anderen, die für ihre Fraktionen das Wort ergriffen. Guido Höppner (SPD) warb etwa dafür, den „Ideen-Pool der Bürger“ zu nutzen. Peter Borggreve (Grüne) findet 1,50 Meter für Radfahrer „lächerlich. Wir müssen den Radfahrern mehr Raum geben.“

In welcher Form – darüber herrschte allerdings Uneinigkeit. Denn längst nicht jeder Kommunalpolitiker ist Fan der Radfahrer-Schutzstreifen. Stevens Gomes (SPD) empfindet diese auf der Grevener Königstraße als „Problem. Da traut sich kaum jemand mit dem Rad auf die Straße.“ Kintrup jedoch sieht nur Vorteile: „Schutzstreifen haben sich bewährt. Das ist nicht meine Meinung, das ist wissenschaftlich belegt.“ Radfahrer seien dann am sichersten, wenn sie im direkten Sichtfeld der Autofahrer unterwegs seien.

Letztlich erteilte die Politik der Stadtverwaltung den Auftrag, die Planung für die Umgestaltung der Bahnhofstraße voranzutreiben – zunächst jedoch ergebnisoffen und unter Einbeziehung der Anwohner.

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