Gegen 21-Jährigen lagen 21 Anklagen vor
Auch noch einen Schornstein verkauft

Greven / Rheine -

21 Anklagen verlas der Staatsanwalt am Montag beim Jugendschöffengericht in Rheine gegen einen 21-jährigen Mann aus Greven. Dabei ging es um eine Vielzahl von Straftaten quer durch das Gesetzbuch zwischen Juni 2017 bis Dezember 2018.

Dienstag, 03.09.2019, 17:45 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 17:50 Uhr

Bis auf drei Taten räumte er alle ein, so dass er am Ende wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung, gewerbsmäßigen Betruges in neun Fällen, Sachbeschädigung, vierfacher Urkundenfälschung in Tateinheit mit Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz, Fahrens ohne Führerschein und Unfallflucht zu einem Jahr und sechs Monaten mit Bewährung verurteilt wurde.

Damit folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Zudem muss er einen Wertersatz für den Ertrag aus den Betrügereien in Höhe von 1651,87 Euro an den Staat zahlen.

Achtmal hatte er bei Ebay Handys, Tablets und eine Playstation verkauft, ohne etwas zu liefern. Einmal unterschrieb er ein Überweisungsformular mit dem Namen seines Betreuers, um an sein Geld auf der Bank zu kommen.

Das Gericht legte ihm auf, eine Betreuung für sich zu beantragen und eine Psychotherapie zu machen, was er auch wollte. Zudem muss er 40 Sozialstunden ableisten und darf innerhalb von 18 Monaten keinen Führerschein machen.

„Schädliche Neigungen ja“, sagte der Richter nach dem Urteil zu dem Angeklagten. „Das war eine Menge an Straftaten, ihre Gründe dafür sind keine Rechtfertigung“, konstatierte er.

Bei der Randale und gefährlichen Körperverletzung in Ochtrup ging das Gericht von verminderter Schuldfähigkeit und Persönlichkeitsstörung aus. So hatte es die psychiatrische Gutachterin geraten.

Zu den Taten: Zwischen Mai und August 2017 fuhr er regelmäßig in Greven und Saerbeck mit falschen Autokennzeichen ohne Führerschein herum. Weil er den Schlüssel seiner Wohnung über einer Gaststätte in Greven bei seinem Auszug für sich behielt, drang er in der ersten Augustwoche 2017 damit dort ein und verkaufte original verpackte Sandsteine und den Schornstein des Hauses. „Den Schlüssel hatte ich gemopst und habe mich als Verkäufer ausgegeben“, gestand er kleinlaut

Bei einem Wutanfall in seiner WG in Ochtrup trat und schlug er die Türen ein. Sachschaden 2000 Euro. „Ich hatte Geburtstag und war sauer, dass meine Freundin mir am Telefon nicht gratuliert hatte“, erklärte er.

Am 2018 flippte er wieder in Ochtrup in seinem WG-Zimmer aus, als die Polizei zu einem Einsatz kam. Er beschimpfte die Polizisten aufs Übelste und drohte ihnen mit Sexualtaten. Als sie zum Streifenwagen gingen, warf er zunächst sein TV-Röhrengerät aus dem Fenster und dann einem Polizisten eine Deo-Dose an den Kopf.

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