Gesamtschüler besuchen Holocaust-Überlebende Erna de Vries
„Wir werden diese Begegnung nie vergessen“

Greven -

Die Klasse 8d der Gesamtschule traf die Holocaust-Überlebende Erna de Vries. Von der 95-Jährigen haben die Jungen und Mädchen schockierende Details über die Judenverfolgung erfahren.

Donnerstag, 05.09.2019, 18:42 Uhr aktualisiert: 05.09.2019, 18:50 Uhr
Die Klasse 8d besuchte mit ihren Klassenlehrern Axel Kuhn und Jens Stratmann in Lathen die Holocaustüberlebende Erna de Vries.
Die Klasse 8d besuchte mit ihren Klassenlehrern Axel Kuhn und Jens Stratmann in Lathen die Holocaustüberlebende Erna de Vries. Foto: Privat

Einen spannenden Ausflug unternahm kürzlich die Klasse 8d der Gesamtschule. In einem Bericht der Klasse heißt es:

„Im Deutschunterricht haben wir vor ein paar Wochen das Buch ,Damals war es Friedrich‘ von Hans-Peter Richter gelesen. Darin geht es um einen jüdischen Jungen, der in der Nazizeit verfolgt und umgebracht wird.

Uns hat diese Geschichte so erstaunt und schockiert, dass wir und unsere Lehrer die Idee hatten, Erna de Vries zu besuchen. Sie hat diese Verfolgung als sogenannte ,Halbjüdin‘ oder ,Mischling‘ am eigenen Leib erfahren und zum Glück das Konzentrationslager überlebt.

Heute ist sie 95 Jahre alt und lebt im Emsland.

Wir, die Klasse 8d der Nelson-Mandela-Gesamtschule, haben Frau Erna de Vries besucht, die uns von ihrem bewegenden Schicksal zur Zeit der Judenverfolgung in Deutschland erzählt hat.

Frau de Vries hat uns im Haus des Gastes in ihrem Heimatort Lathen begrüßt und uns erzählt, wie es ihr damals in der Schule, im Konzentrationslager und auf dem sogenannten Todesmarsch ergangen ist. Danach durften wir ihr noch ein paar Fragen stellen, die sie uns auch sehr ehrlich beantwortet hat. Am beeindruckendsten fanden wir, als sie uns erzählte, wie schlimm es für sie war, sich im Todeslager Auschwitz von ihrer Mutter verabschieden zu müssen.

Am Ende haben wir noch ein Foto mit Frau de Vries machen dürfen.

Diese Erfahrung war für uns schockierend, doch gleichzeitig auch hochinteressant und wir werden diese Begegnung nicht vergessen.

Anders als Frau de Vries früher durften wir im Anschluss dann noch unsere Kindheit genießen und sind zu einem nahegelegenen Freizeitpark geradelt.“

► Geschrieben von Finja Möller (Klasse 8d der Gesamtschule)

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