Grevener muss sich wegen einer Handvoll Taten verantworten
Gestohlenen Bildschirm auf dem Rad transportiert

Greven/Münster -

Ein 37-Jähriger aus Greven soll im Oktober und November vergangenen Jahres drei Mal Tankstellen in Steinfurt und Münster überfallen haben. Die Staatsanwaltschaft hat jeden Fall als schweren Raub angeklagt. Beim Prozessauftakt am Freitag am Landgericht Münster stritt der Mann ab, etwas mit den Taten zu tun zu haben.

Sonntag, 08.09.2019, 11:15 Uhr aktualisiert: 08.09.2019, 11:20 Uhr
 
  Foto: colourbox.de

Der tatsächliche Täter (möglicherweise waren es auch verschiedene) war jeweils maskiert und mit einem Fahrrad zu den Orten gefahren und damit geflüchtet. An einer Tankstelle in Steinfurt hatte jemand am 21. Oktober zur Abschreckung ein Messer auf die Theke gelegt und knapp 1000 Euro erbeutet.

Eine Woche später überfiel erneut jemand die Tankstelle. Beute: 1600 Euro. Am 7. November wurde der Mitarbeiterin einer Tankstelle in Münster-Nienberge eine Tüte mit einem Gegenstand darin entgegengehalten. Der Täter flüchtete mit 355 Euro.

Für jeden Tattag hatte der Grevener, der jahrelang Drogenkonsument war, am Freitag eine Erklärung, warum er es nicht gewesen sei: Beim ersten Mal sei er einige Tage zuvor „mit Geld aus der Haft entlassen“ worden. „Das habe ich während der Zeit dort verdient. Ich brauchte gar kein Geld“, sagt er.

Ihm den zweiten Raub zu unterstellen, sei gar eine Frechheit: „Wer ist schon so dumm und überfällt zwei Mal dieselbe Tanke?“, fragte er. Etwa eineinhalb Kilometer entfernt vom Tatort hatte die Polizei im Grün eine Hose gefunden, an der unter anderem die DNA des Greveners haftete. Der erklärte nun, die Hose womöglich weggeworfen zu haben als er einmal „im Wald übernachtet“ habe.

Auch mit dem dritten Fall habe er „nichts zu tun“. Die Polizei hatte festgestellt, dass das Handy der Freundin des Greveners etwa zur Tatzeit in der Nähe der Tankstelle in einer Handy-Funkzelle eingeloggt war.

Zugegeben hat der 37-Jährige hingegen, im März in einem Discounter in Greven an der Von-Galen-Straße einen großen Fernseher geklaut zu haben. Mit dem Gerät auf dem Fahrradgepäckträger fuhr er mehrere Kilometer durch den Ort und bot ihn erst einem Passanten an und dann in einer Pizzeria. „Die wollten den da auch nicht haben“, erklärte er. Die Polizei stellte den Grevener später. Vorgeworfen wird ihm auch, bei einem Einbruch in eine Tankstelle in Steinfurt im Dezember mindestens 97 Schachteln Zigaretten geklaut und in Münster versucht zu haben, sie zu verkaufen. Der Angeklagte behauptete, die Zigaretten in der Drogenszene dort gegen Geld und Kokain bekommen zu haben.

► Prozess wird fortgesetzt

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