44-Jähriger soll falsch ausgesagt haben
Lügen wegen Stress beim Osterfeuer

Greven/Rheine -

Es ging um Osterfeuer, Bierflaschen, Bollerwagen, Blut und falsche Aussagen. Schon schräg, was ein Grevener im Amtsgericht so erzählte.

Sonntag, 08.09.2019, 20:31 Uhr aktualisiert: 09.09.2019, 17:30 Uhr
 
  Foto: dpa

Wegen Falschaussage stand jetzt ein 44-jähriger Mann aus Greven in Rheine vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, in einer Gerichtsverhandlung wegen gefährlicher Körperverletzung den Angeklagten mit einer Lüge geschützt zu haben. Dem Mann war vorgeworfen worden, bei einem Osterfeuer einen Gast mit einer Bierflasche im Gesicht verletzt zu haben.

Nun saß der Zeuge von damals selbst auf der Anklagebank, und der vorherige Angeklagte sollte als Zeuge aussagen. Er erschien aber nicht. Die Richterin teilte mit: „Der Zeuge hatte Mitte Juli einen Herzinfarkt, sein Arzt hält eine Aussage vor Gericht für kontraproduktiv.“ Da musste der Angeklagte lachen: „Ich habe ihn vor zwei Wochen noch in einer Kneipe getroffen“. Daraufhin wurde der Prozess bis in zwei Wochen vertagt.

Zu der angeklagten uneidlichen Falschaussage erklärte der Mann aus Greven: „Ich bleibe dabei, dass der später Verletzte aggressiv drauf war. Als er und mein Kollege sich gegenseitig geschubst haben, fiel mein Kollege rückwärts auf einen Bollerwagen, in dem ein Kind saß.“ Später habe er ihn zwar gebeten, in seinem Sinne auszusagen, aber er habe geantwortet: „Du hast die Flasche geworfen, egal, was ich aussage.“ Allerdings würde er heute noch einen Eid darauf schwören, dass der Gegner aggressiv reagiert habe und es deswegen zu dem Flaschenwurf gekommen sei.

Der „Opfer“ bestritt diese Darstellung und sagte, dass der Kollege des Angeklagten sich damals am Osterfeuer vor ihm aufgebaut und ihn aufs Übelste beleidigt hätte. „Ich habe ihn weggeschubst, unglücklicherweise fiel er in einen Bollerwagen mit einer Kiste Bier. Es hat geklirrt. Das Kind stand daneben und hat sich erschrocken. Ich bin mit meiner Freundin ein paar Meter zur Seite gegangen.“

Dann habe er den Gestürzten mit einem Flaschenhals auf sich zukommen sehen: „Dann schlug er mir die Flasche ins Gesicht. Ich hatte sofort eine stark blutende Wunde“. Vier weitere Zeugen bestätigten das zum Teil. Das Urteil steht noch aus.

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