Barrierefreier Ausbau nimmt Fahrt auf
Bahnhof: Planung soll 2019 starten

Reckenfeld -

Der barrierefreie Ausbau des Reckenfelder Bahnhofs soll keine Never-Ending-Story werden. Genau diese Befürchtung hat aber (mindestens) jener Reckenfelder, der sich kürzlich in der Reckenfelder Bezirksausschusssitzung zu Wort meldete.

Samstag, 14.09.2019, 19:18 Uhr aktualisiert: 14.09.2019, 20:00 Uhr
Damit man barrierefrei in einen Zug (und wieder heraus) gelangt, müsste der Bahnsteig angehoben werden, wie es in Greven schon passiert ist. In Reckenfeld warten Bahnkunden seit Jahren darauf.
Damit man barrierefrei in einen Zug (und wieder heraus) gelangt, müsste der Bahnsteig angehoben werden, wie es in Greven schon passiert ist. In Reckenfeld warten Bahnkunden seit Jahren darauf. Foto: Oliver Hengst

In Greven sei der Bahnhof inzwischen behindertengerecht ausgebaut worden, so dass er auch von älteren Personen, Menschen mit Behinderung, Eltern mit Kinderwagen und Reisenden mit Gepäck oder Fahrrad genutzt werden könne. Warum das in Reckenfeld noch nicht geschehen sei, wollte der Zuhörer wissen. Er selbst habe sich bei der ZVM (Zweckverband SPNV Münsterland) erkundigt, ob Zuschussanträge für Reckenfeld eingetroffen seien. „Die haben bis jetzt nichts von der Stadt Greven gehört“, sagte der Anwohner.

Dass seit vielen Jahren nichts geschehen sei, sei nicht nachvollziehbar, zumal demnächst neue Baugebiete in Reckenfeld ausgewiesen würden (gemeint ist wohl die Ortsmitte) und aktuelle ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung im Ortsteil entstehe.

André Kintrup, in der Stadtverwaltung für Verkehrsfragen zuständig, erläuterte den aktuellen Stand. „Ich glaube, der Bedarf ist klar. Der Wunsch der Stadt Greven ist auch mehrfach klar formuliert worden.“ Und zwar gegenüber der Bahn und dem ZVM. Inzwischen seien fünf Planungsbüros angeschrieben worden, mit der Aufforderung, Entwürfe für die Planung eines barrierefreien Haltepunkte Reckenfeld vorzulegen, inklusive Kostenkalkulation. „Sobald wir diese konkreten Kosten haben, stellen wir umgehend einen Förderantrag.“ Ziel ist es, die Planungskosten zu 80 Prozent gefördert zu bekommen. Kintrup machte auch deutlich, dass es nicht Tagesgeschäft der Stadtverwaltung sei, „Bahnstationen zu planen, zu bauen und sie nachher an die Deutsche Bahn zu verschenken“. Sprich: Eigentlich übernimmt die Stadt mit ihrer Initiative schon Aufgaben die originär die Bahn zu erledigen hätte.

Noch in diesem Jahr soll laut Kintrup mit der konkreten Planung des Haltepunktes begonnen werden. Baurecht habe man dann für fünf Jahre. „Wer dann auf Basis dieser Planung diese Bahnstation bauen wird, das ist danach zu entscheiden.“

Derweil hat Ernst Reiling (Reckenfeld direkt) bei NRW-Ministerpräsident Laschet nachgefragt und eine aus seiner Sicht „sehr enttäuschende“ Antwort erhalten.

Zur Aufnahme in ein Ausbau-Programm müssten bestimmte Parameter erfüllt werden, etwa die Zahl der Reisenden und die mögliche Nähe von sozialen Einrichtungen. Reckenfeld habe bislang keine Priorität gehabt, es habe „vordringlichere Projekte“ gegeben. Sprich: Der Reckenfelder wird bislang zu wenig genutzt, um in ein Ausbauprogramm aufgenommen zu werden. Auch angesichts von 1000 Arbeitsplätzen, die in Reckenfeld neu entstehen, für Reiling nicht nachvollziehbar.

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