Internationaler Besuch informiert sich über Kinderrechte-Projekt
Von der Josefschule aus in die weite Welt

Greven -

Eine Delegation aus Costa Rica sowie wissenschaftliche Fachkräfte der Uni Osnabrück waren gestern in der Grundschule St. Josef zu Gast. Warum dort? Weil die Schule eine zertifizierte Kinderrechte-Schule ist. Und eben daran sind die Besucher besonders interessiert.

Mittwoch, 18.09.2019, 11:32 Uhr aktualisiert: 18.09.2019, 12:36 Uhr
Eine Delegation aus Costa Rica sowie Dozenten der Uni Osnabrück ließen sich von Anne Sprakel (kleines Bild, links) und Monika Wiesmann über die Entwicklung zur Kinderrechte-Schule informieren.
Eine Delegation aus Costa Rica sowie Dozenten der Uni Osnabrück ließen sich von Anne Sprakel (kleines Bild, links) und Monika Wiesmann über die Entwicklung zur Kinderrechte-Schule informieren. Foto: Oliver Hengst

„Ich glaube, ich lerne jetzt auch Spanisch. Eine tolle Sprache“, flüsterte Anne Sprakel während einer Übersetzungspause. Gerade hatte die Leiterin der Josef-Grundschule den Gästen etwas auf Deutsch berichtet, was eine Besucherin für die restliche Runde übersetzte.

Die Gäste, Lehrkräfte von Unis in Costa Rica und Mitglieder von Nichtregierungsorganisatoren, weilen aktuell in Kooperation mit dem Costa-Rica-Zentrum der Uni Osnabrück in Deutschland. Sie eint das Interesse an den Themen Menschenrechte und Demokratie-Bildung. Das Zentrum, das auch eine Niederlassung in Costa Rica betreibt, hat sich den interkulturellen Wissenschaftsaustausch zwischen Deutschland und Costa Rica auf die Fahnen geschrieben. Die Demokratie-Bildung ist dabei ein zentrales Thema. „Es ist aber keineswegs so, dass wir dorthin gehen und erzählen, wie Demokratie funktioniert“, betonte Dr. Susanne Müller-Using, die die Delegation zusammen mit Prof. Dr. Ingrid Kunze nach Greven begleitete. Vielmehr sei es so, dass Aspekte eines demokratischen Miteinander in Costa Rica stärker im Bildungsbereich verankert seien als in Deutschland. Lehrer würden während ihrer Ausbildung mehr mit Themen wie Fairness und Gerechtigkeit konfrontiert, als dies hierzulande der Fall sei. „Es ist ein Geben und Nehmen. Wir lernen voneinander“, sagte Müller-Using.

In Greven lernten die Besucher vor allem, wie es gelingt, die Achtung von Kinderrechten in den Schulalltag zu integrieren. An der Josefschule gibt es Klassenräte und ein Schülerparlament sowie zahlreiche Instrumente des Konfliktmanagements – etwa die Friedenstreppe. Diese werde aktiv von den Kindern genutzt. „Die Rückmeldungen sind: Es gibt deutlich weniger Streit auf dem Schulhof“, erläuterte Monika Wiesmann aus der Schulleitung. Wichtig sei, dass die Kinder mithilfe der Treppe selbst aktiv werden könnten. Auch als es beispielsweise Beschwerden über die Sauberkeit der Schultoiletten gab, sorgten die Kinder mit selbst erstellten Regeln für Abhilfe. „Los ging es, als wir uns 2013 mit unserem Leitbild befasst haben. Dann hat es sich step by step entwickelt“, erläuterte Anne Sprakel. Das Thema Kinderrechte könne nicht vorgegeben, es müsse von allen, natürlich vor allem von den Schülern, gelebt werden. „Das ist ein Prozess. Und der braucht natürlich Zeit.“

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