Ausstellungseröffnung von Silke Rehberg im Kunstverein
Eklektizismus bei Mensch und Tier in sanften Tönen

Greven -

Silke Rehberg malt Meerschweinchen-Aquarelle, erstellt Büsten von bekannten und unbekannten Persönlichkeiten oder formt Wandskulpturen mit schlafenden Menschen. Zum Beispiel.

Montag, 23.09.2019, 07:56 Uhr aktualisiert: 26.09.2019, 10:20 Uhr
Michael Jackson-Büste: Hat Jackson nicht Zeit seines Lebens selber an seinem Körper geformt oder formen lassen?
Michael Jackson-Büste: Hat Jackson nicht Zeit seines Lebens selber an seinem Körper geformt oder formen lassen? Foto: Ulrich Coppel

„Ein Wiedersehen mit ihr und ihren Werken stand schon lange auf unserer Wunschliste“, erklärte Stefan Kube, Vorsitzender des Kunstvereins Greven in seiner kurzen Laudatio anlässlich der Ausstellungseröffnung „Am Ende des Sommers“ am Freitagabend den gut 40 interessierten Gästen. Rehberg stellte 1993 schon einmal im Kunstverein aus. Als bildende Künstlerin, Designerin und Hochschullehrerin genießt sie deutschland- und europaweit ein hohes Ansehen.

Da wäre zum Beispiel Rehbergs Michael Jackson-Büste. Hat Jackson nicht Zeit seines Lebens selber an seinem Körper geformt oder formen lassen? Mit Kostümen,

Bewegungen, Choreographien oder plastischer Chirurgie? War der nicht einer, der seine Jugend hat äußerlich unsterblich erscheinen lassen wollen? Als lebendes Kunstwerk sozusagen? Sofort sind Assoziationen geweckt, und genau das will Silke Rehberg auch. Sie formt Momentaufnahmen von Personen und Persönlichkeiten. „Wahrscheinlich ändern Menschen ihre Persönlichkeiten mehrmals in ihrem Leben“, vermutet sie.

Aber auch schlafende Menschen, Pferde oder Meerschweinchen zeichnet, malt oder formt sie, und erzeugt Vorstellungen, Erinnerungen und Gefühle.

„Pferde dienen Menschen. Zum Beispiel als Lastentier, für die schnellere Fortbewegung, und man kann auch viele Sportarten mit ihnen zusammen ausüben. Früher haben Pferde im Alltag von Menschen sicher eine viel größere Rolle gespielt als heute“, erklärt Rehberg. „In der Kunst unterstreichen Pferde häufig die Persönlichkeit der Person, die auf dem Pferd sitzt, und um die es geht.“ Doch bei Silke Rehbergs Pferden gibt es keinen Reiter und keinen Sattel. Reine Büsten, wie man sie zum Beispiel aus der Antike kennt, sind die Pferde aber auch nicht. Sie sind angemalt – genau wie die Büsten der Köpfe der Menschen, etwa von Michael Jackson. Rehberg nutzt auch Techniken des Eklektizismus. Sie meint „Ich bin fern von Reduktion – ich bin für Addition.“ Das tut sie nicht in grellen Farben und Effekten, sondern mit vielen kleinen, liebevollen Details in eher sanften Tönen.

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Die Ausstellung im Kunstverein Greven läuft noch bis zum 18. Oktober. Geöffnet ist sie jeweils samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr.

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