Heute: Die sieben fetten Bauern
Ein alter „Drubbel“ in Pentrup

Greven -

Die alte Kernsiedlung im Norden Grevens unmittelbar an der Ems mit sieben Höfen, die bei einander liegen, also einen Drubbel bilden, hieß ursprünglich Pedingtharpa, später Pedingthorpe. Seit dem 12. oder 13. Jahrhundert wird dieser Name für einen größeren Bereich verwendet, der heute „Bauerschaft Pentrup“ genannt wird.

Dienstag, 01.10.2019, 17:26 Uhr
Aus der Luft kann man die Höfe sehen, die früher die sieben fetten Bauern genannt wurden. Sieben sind es übrigens schon lange nicht mehr.
Aus der Luft kann man die Höfe sehen, die früher die sieben fetten Bauern genannt wurden. Sieben sind es übrigens schon lange nicht mehr. Foto: Geonetz

Auf einer Karte von 1842 heißen die Höfe dieses Drubbels Albertmann, Teistmann, Wermert, Marquart, Kokenbrink.

Die Hofstelle Hoftjohann oder Höfte, heute Böhmer, die ursprünglich auch in dieser Reihe lag, nämlich vor Albertmann, brannte am 31. Dezember 1788 ab. Die neue Hofstelle wurde einige hundert Meter östlich der Saerbecker Straße wieder aufgebaut, vermutlich um auf diese Weise der Enge zu den benachbarten Hofstellen zu entgehen.

Die heute an der Straße „Pentruper Mersch“ beieinander liegenden Höfe heißen von Süden nach Norden Albertmann, Pugge (früher Theismann), Wermelt (früher Wermert genannt), Benning (früher Marckwardingh, Marquart, auch Markfort genannt), Kokenbrink.

Der Name eines der ursprünglich wohl sieben dort bei einander liegenden Hofstellen konnte nicht ermittelt werden. Hierzu bedarf es einer weiteren intensiven Nachforschung. Vermutlich wurde diese Hofstelle und die dazu gehörenden Flächen einem oder mehreren Nachbarhöfen hinzugefügt.

Auch Dr. Franz Westrup, der von 1966 bis 1974 in den WN als Agricola die Grevener Bauernhöfe beschrieben hat, äußert sich nicht dazu.

Im Januar 1979 hat die Stadt Greven den Hof Theismann gekauft. Die zum Hof gehörenden Flächen, rund 270 Morgen, dienten als Tauschobjekt zur Gewerbeansiedlung. Später wurde die Hofstelle an Otto Wipprecht verkauft, der sie dann an Carsten Pugge verkauft hat.

Die Familie Heinrich Theismann hat 1978 eine Farm in der Nähe von Winnipeg (Provinz Manitoba im Bundesstatt Ontario, Kanada) gekauft. Im April 1979 verließ die Familie Theismann Greven in Richtung Kanada. Später kehrten Heinrich Theismann und seine Frau nach Greven zurück und wohnten in ihrem Haus gegenüber dem Sachsenhof, hernach im Wohnhaus neben dem Gertrudenstift. Inzwischen sind beide verstorben.

Seit wann und warum die sieben Bauern im Volksmund die „fetten“ Bauern genannt wurden, ist heute nicht mehr eindeutig nachzuvollziehen. Vermutlich hing es mit der Größe der Grundflächen zusammen, die zu den Höfen gehörten oder gehören.

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