Grevener Wörter: Fiskediek
Teiche werden zum Wohngebiet

Greven -

Gemeint ist hier die Straße „Am Fiskediek“. Sie verläuft im Grevener Süden von der Grabenstraße bis zur Overmannstraße. „Am Fiskediek“ heißt im Hochdeutschen „Am Fischteich“. Das ist ein Hinweis auf die ehemaligen fischreichen Teichanlagen in diesem sehr niedrig gelegenen Gebiet.

Dienstag, 01.10.2019, 17:26 Uhr
Die Straßennamen „Fiskediek“ und Teichstraße erklären ihre Bedeutung eigentlich von selbst.
Die Straßennamen „Fiskediek“ und Teichstraße erklären ihre Bedeutung eigentlich von selbst. Foto: Hans-Dieter Bez

Die „Teichstraße“, die die Straße „Am Fiskediek“ quert, war der ehemalige Weg zum Teich. Nach der Vermessung der Teichstraße am 7. Juli 1919 gab man ihr den Namen „Teichstraße“ zunächst bis zur Straße „Am Fiskediek“, nach dem Schul- und Sporthallenbau auch deren Verlängerung in Richtung Wöste.

Am östlichen Ende der Straße „Am Fiskediek“ zweigt in nördlicher Richtung die kurze Straße „An der Flachsröste“ ab. Dieser Name weist vermutlich auf eine Fläche hin, wo man früher Flachspflanzen mit Hilfe des Wassers der Rönne verrotten („rösten“) ließ, um danach durch weitere Arbeitsgänge die Flachsfasern gewinnen zu können.

Von Amtmann Hueske stammt der Vermerk vom 6. Juni 1921: „Gemäß Anregung in der heutigen Sitzung der Gemeindevertretung Greven soll die Straße d.h. der neue Weg am Fiskediek, die von mir Fischstraße getauft ist, die Bezeichnung „Am Fiskediek“ erhalten.“

Um dieses Gebiet durch Verfüllung der Teiche und durch Bodenauftrag baureif zu machen, wurden immer wieder Verfüllungen und Planierungen durchgeführt. Die ersten „Notstandsarbeiten am Fischteich“, unterstützt durch staatliche „Teuerungshilfen“ in Höhe von 3200 Reichsmark, erfolgten 1919/1920. Das zu verfüllende Gebiet umfasste rund 1,4 Hektar und sollte „rund einen Meter über den mittleren bisherigen Wasserstand“ aufgefüllt werden. Weil hier ein neues Baugebiet entstehen sollte, schlug man Bauschutt zur Verfüllung vor.

Im Jahre 1923 wurden die Fischteiche zugeschüttet. Aber erst 1929 begann man mit der „Regulierung“ des Baugeländes am Fiskediek im Rahmen von „Notstandsarbeiten“. 1929 bis 1930 wurden hier die „Einplanierungen von Grundstücken“ durchgeführt, allerdings unzureichend, wie im Februar 1932 gutachtlich durch den Grevener Gärtner Heinrich Schulte (Marktstraße) festgestellt wurde.

Prinz schreibt: „Einen Schwerpunkt des Siedlungsausbaus in den dreißiger Jahren bildete der „Fiskediek“ im Südosten des Dorfes. Bereits 1930 plante man die Freigabe des Geländes zur Bebauung, aber wegen der Finanzmisere blieb der Plan vorerst liegen, und erst 1933 stellte die Gemeinde den nötigen Baugrund zum Preis von 5 Reichsmark je Quadratrute (= 14,185 m²; = 0,35 RM pro m²) zur Verfügung, so daß 1934 mit dem Bau der ersten 14 Siedlerstellen begonnen werden konnte. Bis zum Sommer 1938 sind hier insgesamt 58 (60) Wohnhäuser erstellt worden.“

Die Besiedlung des Grevener Südens erfolgte in drei Etappen: Die Bebauung mit Einzel- und Doppelhäusern begann 1934 im Bereich der Straßen „Vogelstiege“ und „Am Fiskediek“. Ab 1938 wurde in gleicher Weise die durchgehende Bebauung durch die „Westfälische Heimstätte“ an der Straße „Am Fiskediek“, an der „Overmannstraße“ und an der „Sandstraße“ fortgesetzt.

Da das Südviertel sehr tief liegt, waren vom 9. bis zum 14.2.1946 auch die Straße „Am Fiskediek“ und die „Teichstraße“ vom Hochwasser der Ems überschwemmt.

Im Februar 1952 richtete die Siedlergemeinschaft Greven-Süd einen Antrag an die Stadt, in dem u.a. der Ausbau der Straße „Am Fiskediek“ gefordert wurde.

Und im Jahre 1955 stellte die Siedlergemeinschaft einen Antrag zur Verfüllung des Feuerlöschteiches, der an der Straße „Am Fiskediek“ lag.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6972428?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker