Grevener Wörter: Heute „Die Emsinsel“
Mit Schweinemastanstalt und Molkerei

Greven -

Die „Emsinsel“ im Nordwesten des Dorfes Greven wurde ab 1895 nach und nach bebaut. Im Zuge der großen Emsregulierung bei Greven in den Jahren 1971/72 wurde sie ganz beseitigt. Wesentliche Gründe für eine Emsregulierung waren die häufigen Hochwasser der Ems und die Notwendigkeit der ständigen Erreichbarkeit der anliegenden Fabriken. Ganz ausführlich kann man die Geschichte der Emsinsel im „Grevener Boten“ Nr.14 des Heimatvereins Greven nachlesen.

Dienstag, 01.10.2019, 17:26 Uhr
Eine Karte der alten Emsinsel.
Eine Karte der alten Emsinsel. Foto: Stadtarchiv

Die Ems floss damals, von Süden kommend, bis an die Bahnhofstraße unterhalb der Firma „Schründer Söhne“, bog dann nach Südosten in Richtung Dorf ab, westlich vor dem alten Arbeitsamt (Die alte Ufer-Mauer und deren Markierung im Boden ist dort noch zu sehen!) bog sie nach Nordwesten ab und floss westlich an der „GBS“ und der Firma „Gebr. Schründer“ und östlich an der Firma „Schründer Söhne“ vorbei in Richtung Norden.

Zugleich gab es in diesem Bereich eine direkte kanalartige Wasserverbindung emsabwärts nach Norden, die „Ems-Umfluth“, in die aber nur bei Hochwasser Wasser der Ems hineinfloss. So wurde eine von der Ems umflossene (Halb-)Insel gebildet.

Mitten über die Emsinsel führte damals die Bahnhofstraße auf die heutige Kardinal-von-Galen-Straße zu. Im Grevener Boten heißt es: „Von der eisernen Emsbrücke bis zur steinernen Flutbrücke gab es (…) zwölf Häuser ohne die Nebengebäude, welche die Bezeichnungen Bahnhofstraße 36 bis 48 (rechts) und 61 bis 77 (links) trugen.“

Bis 1777 gab es jedoch nur eine Fußbrücke über die Ems, im selben Jahr wurde dazu eine Holz-Brücke für Fuhrwerke eröffnet.

Die einzige Hausstätte auf der Emsinsel bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gehörte dem Flutkötter oder Schevenkötter, der Kotten gehörte zum Schulzenhof Gronover (Westerode).

Ab 1890 begann die weitere Bebauung auf der Emsinsel mit dem Bau der Molkerei und der dazu gehörenden Schweinemastanstalt, später folgten der Bau des Fenster- und Türenwerkes Kösters und weiterer Häuser.

Auf der nordöstlichen Seite der Emsinsel-Straße stand die Gastwirtschaft und Kolonialwarenhandlung Kröger. Gerard Henrich Kröger heiratete 1811 eine Tochter des Flüte. Offensichtlich kaufte er alle Erb-Anteile auf. Sein Nachkomme Heinrich Kröger (~1900) betrieb eine große Viehwaage, eine sog. Schwerlastwaage, die südöstlich der Molkerei lag.

1885 war eine Bogen-Stahl-Brücke über die Ems gelegt worden, die am 31. März 1945 durch deutsche Truppen gesprengt wurde. Sie wurde ersetzt durch zwei provisorische „Bailey-Brücken“ der Besatzungstruppen. Im Februar 1946 wurden diese beiden Brücken und die steinerne Flut-Brücke (Bau 1898) über die Ems durch Hochwasser zerstört. Bereits im Mai 1946 wurde deshalb über eine Emsregulierung nachgedacht.

Begonnen wurde mit der Emsregulierung im Bereich Grevens Anfang 1950, 1951 begann man mit dem Deichbau. Die Ems wurde an drei Stellen begradigt und so um etwa 800 Meter verkürzt. Um 1953 konnte diese Regulierung beendet werden.

Die Folge war, dass auf der Emsinsel gemäß dem „Durchführungsplan Emsinsel“ 1952 die ersten Häuser, z.B. das Haus des Arztes Dr. Jauer, abgerissen wurden, der alte Durchstich, die „Umfluth“, war jetzt das neue Emsbett.

Das alte Emsbett wurde verfüllt, danach auch bebaut. Bis heute übrig geblieben von der ehemaligen Emsinsel sind das Gebäude der Molkerei und einige Nachbar-Häuser.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6972432?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker