Ticke-Ticke – Uhren Micke
Opfer eines brutalen Überfalls

Greven -

„Macht die Uhr nicht ticke-ticke, dann bring sie hin zu Heinrich Micke“. Dieser Spruch, eine kostenlose Mundpropaganda und Werbung, ist vielen älteren Grevenern noch gut bekannt. Auch als Firmenwerbung des „ältesten Uhrenfachgeschäfts“ Grevens erschien dieser Spruch 1968 in der Festschrift der Bürgerschützen. Der Spruch bezog sich auf Heinrich Micke, der am 25. April 1919 in Greven geboren wurde.

Dienstag, 01.10.2019, 17:26 Uhr
Paula und Heinrich Micke.
Paula und Heinrich Micke. Foto: Bärbel Micke-Waltermann

Dessen Großvater Anton Micke, der aus Everswinkel stammte, gründete 1860 ein Uhrengeschäft in Greven. Er reparierte damals nicht nur die häuslichen Uhren und die Taschenuhren der Männer, sondern auch bei Bedarf die Kirchturmuhr. Mit Pferd und Wagen zog er durch die Grevener Bauerschaften, um auch dort die Uhren wieder in Gang zu bringen.

Sein Sohn Heinrich tat es ihm gleich. Dieser hatte sein Geschäft im Hause Bergstraße 12 ausweislich des Grevener Adressbuches von 1910, später im Niederort 2 und danach an der Münsterstraße 34.

Heinrich Mickes Sohn, ebenfalls ein Heinrich Micke, übernahm nach seiner Lehre, seinen Gesellenjahren und Kriegsjahren im Jahre 1946 das väterliche Uhrengeschäft an der Münsterstraße. Im Jahre 1951 legte er die Meisterprüfung ab. Im selben Jahr wurde auch der Neubau des Geschäfts- und Familienhauses an der Münsterstraße 51 fertiggestellt.

Im Jahre 1949 heiratete Heinrich Micke seine Frau Paula geb. Beuing. Das Ehepaar bekam fünf Töchter und einen Sohn.

Kontinuierlich bauten Paula und Heinrich Micke das Uhrmacher-Fachgeschäft weiter aus. Während Heinrich Micke in der Werkstatt die Uhren der Kunden reparierte, übernahm seine Ehefrau den Verkauf und die Buchführung.

Zum Verkaufsangebot gehörten Uhren, Schmuck, Besteck, Porzellan und Geschenkartikel, außerdem, wie es 1968 in einer Werbung heißt, Karnevalsorden, Vereinsabzeichen, Pokale und Schießmedaillen.

Heinrich Micke war ein sehr geselliger Mann. In verschiedenen Vereinen war er Mitglied: bei der KG Emspünte, bei den Bürgerschützen und beim Schützenverein Einigkeit Sandweg.

Im Jahre 1959 war er der Grevener Karnevalsprinz der KG Emspünte, das Püntemariechen an seiner Seite war Inge Inkmann.

Und im Jahre 1984, er gehörte zu den Fahnenoffizieren, war er der Schützenkönig bei den Bürgerschützen. Zu seiner Königin nahm er seine Ehefrau Paula.

1985 wurde das Geschäft, das damals seit 125 Jahren bestand, renoviert und präsentierte sich anschließend als modernes Fachgeschäft mit einem reichhaltigen Angebot.

Im Januar 2006 wurde das Ehepaar Micke das Opfer eines brutalen Raubüberfalls. Von dem Schock und den schweren Misshandlungen haben sich Paula und Heinrich Micke nicht richtig erholen können. Ihr Geschäft blieb fortan geschlossen.

Am 8. Juli 2009 starb Heinrich Micke, seine Ehefrau Paula starb am 15.9.2012.

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