Rahmenplan rund um die alte Schründer-Villa
Verdichtung am Völkerballkreisel

Greven -

Mitten in der Innenstadt sollen neue Wohngebäude entstehen. Im Kern eine denkmalgeschützte Industriellen-Villa.

Dienstag, 08.10.2019, 09:34 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 09:40 Uhr
Die alte Villa Münsterstraße 8 steht unter Denkmalschutz. Sie wurde vom Textilindustriellen Erwin Schründer in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts gebaut.
Die alte Villa Münsterstraße 8 steht unter Denkmalschutz. Sie wurde vom Textilindustriellen Erwin Schründer in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts gebaut. Foto: Günter Benning

Besonders herrschaftlich sieht sie nicht aus. Die ehemalige Schründer-Villa an der Königstraße 8 wirkt schon etwas mitgenommen. Sie bildet den historischen Kern in einem Bebauungsplan, den der Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt in seiner jüngsten Sitzung ins Genehmigungsverfahren geschickt hat. Dabei hatte Stadt-Denkmalpfleger Hans Galen auf die historische Bedeutung der Villa hingewiesen.

Das Gebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts steht seit 1992 unter Denkmalschutz. Es wurde von dem Grevener Industriellen Erwin Schründer errichtet, ein Enkel des Gründers der Grevener Baumwollspinnerei (GBS), Josef Schründer. Keine Schönheit, konstatierte Galen, aber offenbar früher mit einem schönen Park ausgestattet. „Mein Wunsch an den Bebauungsplan wäre, dass das Denkmal besser zur Geltung kommt – mit etwas mehr Grün.“

Der Rahmenplan, um den es jetzt geht, sieht in dem Bereich in direkter Nähe zum Völkerballkreisel, im Dreieck von Königsstraße und Sachsenstraße die Möglichkeit einer offenen, zwei- bis drei-geschossigen Bebauung mit Flachdächern und Orientierung der Wohnzonen nach Süden vor. Diese Orientierung der Wohnzonen nach Süden soll durch eine bogenförmige Anordnung der Gebäude im hinteren Bereich der Grundstücke umgesetzt werden, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Geplant sind Mehrfamilienhäuser mit einer maximalen Gebäudehöhe von zwölf Metern. Die Häuser sollten möglichst barrierefrei gestaltet sein und der ruhende Verkehr soll in Tiefgaragen untergebracht werden.

An der Königstraße sind im Rahmenplan für die Bebauung dreigeschossig als Höchstmaß, freie Dachform und beschränkte Trauf- und Firsthöhen geplant. Außerdem sollen die Gehölzstrukturen im Innenbereich des Quartiers gesichert werden.

In der Begründung des Planes wird ausdrücklich auf die Denkmal-Villa Bezug genommen. Um sie herum sollen größere Abstandsflächen gelten.

Die geplante Entwicklung in diesem Bereich hielt Dr. Christian Kriegeskotte von der SPD für ein gutes Beispiel der Nachverdichtung: „Wo sollen Wohnungen entstehen, wenn nicht innenstadtnah?“

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