Hof Brockmeyer und das Ferienhaus
Ein Familienbetrieb mit Herz

Greven -

Der Hof Brockmeyer ist ein Betrieb mit vielen Facetten. Rinderhaltung, Pferdeställe mit Reithalle und das Ferienhaus „Mitten im Grünen“ gehören dazu.

Mittwoch, 09.10.2019, 06:48 Uhr aktualisiert: 09.10.2019, 07:00 Uhr
Sind ein eingespieltes Team auf dem Hof Brockmeyer: Werner Brockmeyer und Tochter Melissa Rehme und die beiden Hütehunde Leo und Conny.
Sind ein eingespieltes Team auf dem Hof Brockmeyer: Werner Brockmeyer und Tochter Melissa Rehme und die beiden Hütehunde Leo und Conny. Foto: Pia Weinekötter

Es klingelt. Und die beiden Collies Leo und Conny auf dem Hof Brockmeyer sind sich ihrer Aufgabe als Hütehunde sofort bewusst. Denn der Wecker in der Hosentasche von Bauer Werner Brockmeyer signalisiert, dass die Pferde von der Weide geholt und zurück in den Stall gebracht werden. Tochter Melissa Rehme setzt das Gatter um, damit die Hütehunde die Pferde von der Weide direkt in das Stall-Areal geleiten können.

Die Pferde sind allerdings nicht die einzigen Tiere auf dem Hof in Maestrup. „Mein Opa Matthias hat den Hof 1903 gekauft, und mein Vater Johannes hat ihn nach dem Zweiten Weltkrieg als Kriegsversehrter übernommen“, erklärt Werner Brockmeyer, „und ich habe den Hof nach dem Tod meines Vaters als 15-Jähriger gemeinsam mit meiner Mutter Ida weitergeführt.“

Neben seiner Ausbildung zum und während seiner Arbeit als Landmaschinen-Mechaniker betrieb er den Zuerwerbshof weiter. Nach Aufgabe der Milchwirtschaft durch die Milchrente für seine Mutter brachte seine Frau Birgit als passionierte Reiterin neue Impulse auf den Hof. Dem eigenen Pferd folgten schnell die Pferde der Freundinnen, und heute sind die Pensionspferde eines der drei Standbeine des Hofes. Neben den Pferde-Ställen, den Weiden, der täglichen Versorgung der Pferde und der offenen Reithalle mit Blick auf die Heide blieb noch Platz und Energie für ein weiteres Standbein.

Um die Weiden optimal auszunutzen, bot sich die Wechselweide-Wirtschaft als sich ergänzende Nutzung durch Pferde und Rinder an. „Pferde würden jeweils den Teil einer Weide, den sie zugekotet haben, nicht mehr nutzen – Rinder hingegen schon.“ So stehen nun Pferde und Rinder im Wechsel auf einem der 15 Weidestücken.

„Rinder mochte ich immer – allerdings nicht als überzüchtetes Milchvieh sondern als Zuchtbulle mit Mutterkuh-Herde, also mit einem Kalb pro Jahr, das bei der Mutter verbleibt“, betont der 56-Jährige. So kamen die rotbraunen französischen Limousin-Rinder ins Münsterland – ausgestattet mit Herdbuch-Eintrag startete die Zucht 1990 und umfasst heute 20 Tiere. Akribisch begleitet und dokumentiert in dem von Melissa Rehme geführten Stammbaum. Sie kümmert sich dann auch um die Vermarktung des Fleisches. „Durch die individuelle Schlachtung sind auch Sonderwünsche wie T-Bone-Steaks, Rippenschnitt oder auch Bäckchen möglich“, Melissa Rehme kennt die Kundschaft ganz genau.

Doch am meisten gehen die 32-Jährige im dritten und neuesten Standbein des Hofes auf: dem Ferienhaus „Mitten im Grünen“. 2014 ergab sich die rechtliche Möglichkeit, ein Altenteiler-Wohnhaus zu bauen, das bis zum Einzug der Brockmeyers für die Kurzzeit-Vermietung genutzt werden kann. Die beiden Ferienwohnungen „Blumenwiese“ mit einem Schlafzimmer und „Heideblick“ mit vier Schlafzimmern und einem für Rollstuhlfahrer geeigneten Erdgeschoss entstanden. Sie sind getrennt aber auch als eine Einheit nutzbar. „Für Gruppen-Urlaube oder Familien-Treffen können wir hier auch spielend 13 oder 14 Leute unterbringen“, erläutert die zweifache Mutter, die als Physiotherapeutin in Teilzeit arbeitet.

Mit ihrem Mann Michael, der auch immer eine helfende Hand für den Betrieb hat, und ihren beiden Kindern lebt sie gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer Oma auf dem Hof. Und der ist damit ein echter Familienbetrieb: vier Generationen unter einem Dach.

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