An der Grundschule organisieren Viertklässler die Pausen-Ausleihe von Spiel- und Sportgeräten
Bude bringt Kinder in Bewegung

Reckenfeld -

Früher war die Ecke unbeobachtet und ungemütlich. Und heute? Wird sie sinnvoll genutzt, in den beiden großen Pausen herrscht reger Andrang. Gemeint ist die „Bude“, die viel wertiger aussieht als eine ebensolche – und es eindeutig auch ist. Aber irgendwann im Laufe des Projektes hat sich der Arbeitsbegriff „Bude“ verselbstständigt. Und heute weiß jeder an der Schule, was gemeint ist, wenn von der „Bude“ gesprochen wird.

Mittwoch, 09.10.2019, 19:47 Uhr aktualisiert: 09.10.2019, 20:01 Uhr
Mit der knallroten „Spiel-Bude“ geht ein lang gehegter Wunsch der Schule in Erfüllung.
Mit der knallroten „Spiel-Bude“ geht ein lang gehegter Wunsch der Schule in Erfüllung. Foto: Oliver Hengst

Nämlich ein Aufbewahrungsraum für Spielgeräte, die Jungen und Mädchen der Erich-Kästner-Grundschule nutzen können. Lange schon hat es diesen Wunsch gegeben, vor den Sommerferien haben Mitarbeiter der Technischen Betriebe Greven die maßgeschneiderte Konstruktion dann installiert: knallrot, und schon deshalb nicht zu übersehen. „Wir haben schon lange nach einer Aufbewahrungsmöglichkeit gesucht“, sagt Schulleiterin Christel Heisler, die froh ist, dass die Lösung nun gefunden und umgesetzt ist.

Die „Aufsicht“ führen bei der Ausleihe im Übrigen die Kinder selbst – schließlich haben sie das Projekt durch entsprechende Beschlüsse in den Klassenräten und im Schülerparlament auch mitgetragen.

Jeden Tag (außer freitags) haben in jeder der beiden großen Pausen drei Viertklässler Dienst. Weil es Spaß macht, Verantwortung zu übernehmen und für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen, sagen Felix, Paul und Elisa aus der 4c sowie Scarlet, Zuri und Hope aus der 4b, die an diesem Tag im „Dienstplan“ stehen.

„Wenn die Kinder kommen, suchen sie sich ein Spielgerät aus, und wir geben es heraus“, erklärt Elias. Dafür müssten die Schüler einen speziellen Ausweis als Pfand abgeben, was gewährleistet, dass die Spielgeräte am Ende der Pause wieder abgegeben werden – und das möglichst unversehrt.

Die Auswahl ist groß: Pedalos stehen bereit, Sandspielgeräte wie Bagger und Schaufeln, Tischtennis-Sets, Gummi-Twist-Utensilien, Bälle und vieles mehr.

In der Spiele-Bude ist nicht nur geregelt, wer Dienst hat, sondern auch, wer ausleihen, darf. Denn: 360 Kinder auf einmal – das gäbe wohl Chaos pur. Also sind an jedem Tag von Montag bis Donnerstag jeweils zwei Jahrgänge dran. „Wir haben es so eingerichtet, dass es gerecht zugeht. Jeder ist zweimal in der Woche dran“, sagt Konrektorin Kathrin Schürmann. Beate Tenhaken (Stadt Greven), die sich nun die Spiele-Bude ansah, ist sicher: „Die gehört genau da hin.“ Den Viertklässlern, die in den Pausen die reibungslose Ausleihe garantieren, schreibt sie eine „wichtige Rolle“ zu.

Die Bude dient dem Ziel, die Kinder in den Pausen in Bewegung zu bringen. Flankiert wird das unter anderem durch die Teilnahme am Projekt „fit4future“. Dort dreht sich alles um ausgewogene Ernährung, Bewegung, geistige Fitness und Prävention – im Übrigen nicht nur für Schüler. „Das ist ein Thema, das uns den ganzen Tag über begleitet“, sagt Lehrerin Vanessa Adorf, die zusammen mit ihrer Kollegin Pia Behring das Projekt „fit4future“ maßgeblich betreut. „Die Kinder nehmen das gerne auf“, sagt sie zu den Erfahrungen. Vor allem mit den Bewegungsangeboten in den Pausen rennt die Schule bei den Kindern offene Türen ein, wie an den langen Schlangen abzulesen ist.

Die Spiel- und Sportmaterialien stammen zum Teil aus einer „Spieltonne“, die der Schule im Rahmen von „fit4future“ (ein Programm der DAK) zur Verfügung gestellt wurden. Zusätzliches Material hat die Schule aus eigenen Mitteln beschafft. Auch die OGS-Kinder nutzen die Spiele-Bude.

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