Baustelle Emsdettener Straße im Zeitplan / Fertigstellung im August 2020 „nur ein Gerücht“
Bald ist der letzte Abschnitt dran

Reckenfeld -

Die Anlieger im südlichen Teil der Emsdettener Landstraße können aufatmen. Die Situation hat sich deutlich entspannt. Ende November geht es hinter dem Eichendorffweg weiter.

Sonntag, 13.10.2019, 22:54 Uhr aktualisiert: 13.10.2019, 23:00 Uhr
Ein Durchkommen ist durchaus möglich, wenn die Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen. Das Ende der Arbeiten in den ersten beiden Abschnitten ist absehbar.
Ein Durchkommen ist durchaus möglich, wenn die Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen. Das Ende der Arbeiten in den ersten beiden Abschnitten ist absehbar. Foto: Oliver Hengst

Ein Dorn im Auge war ihm die Baustelle von Anfang an. Nun aber wird sie für Peter Arnke nach eigenen Angaben richtig bedrohlich. Der Inhaber des Imbisses „Pomm-Fit“ ist sich nicht sicher, ob er die Durststrecke, die ihm die Vollsperrung der Ortsdurchfahrt aktuell beschert, durchstehen wird. „Ich bin jetzt schon 18 Jahre hier.“ Die Situation werde langsam, aber sicher „haarig“, sagt der Gastronom. „In den letzten zwei, drei Wochen ist es eine Katastrophe.“ Sprich: Kaum Gäste, ergo kaum Umsatz, vor allem mittags. Der Umweg über die Umleitungsstrecken halte die Gäste vom Besuch ab, die Mittagspause sei oft nun mal knapp bemessen.

Zudem sei die Erreichbarkeit des Imbisses problematisch. Zwar habe die Stadt in der Zeit, wo der Betrieb von vorne nur eingeschränkt anfahrbar sei, dafür gesorgt, dass man von hinten heran komme. „Das weiß aber keiner“, klagt Arnke. Zudem geht der Baufortschritt nach seiner Beobachtung viel zu langsam voran. In Emsdetten habe es an der Nordwalder Straße auch eine 800-Meter-Kanalbaustelle gegeben. „Die Baustelle war mit einer Ampel einseitig befahrbar, nach zweieinhalb Monaten war das gegessen.“

Daran sei in Reckenfeld leider nicht zu denken. Im Gegenteil. Nun sollen die Bauarbeiten sogar bis August 2020 andauern, hat Arnke erfahren. „Ich bin aus allen Wolken gefallen.“

Nach Angaben der Stadt hat sich am ursprünglichen Zeitplan allerdings nichts geändert. Von Beginn an und nach wie vor sei es das Ziel, im Frühjahr 2020 fertig zu werden. „Darauf arbeiten wir hin“, sagt André Kintrup, in der Stadt für Straßenbau zuständig. Anfang März diesen Jahres sei man angefangen, bis Ende März/Anfang April 2020 werden man die Baustelle abschließen. Natürlich vorausgesetzt, der Winter fällt nicht allzu hart aus. Wenn er aber etwa so wie im Durchschnitt der vergangenen Jahre verlaufe, gebe es „keine Zweifel, dass der Endtermin eingehalten wird“, ist Kintrup zuversichtlich. Der vermeintliche Termin August jedenfalls sei nicht mehr als ein Gerücht.

Mitte/Ende November werden die Arbeiten den Sprung über die Kreuzung mit dem Eichendorffweg vollziehen. Danach sei die Emsdettener Straße in den ersten beiden Bauabschnitten wieder normal befahrbar. Es folge der dritte Bauabschnitt zwischen Eichendorffweg und Freilichtbühne – dieser ist laut Kintrup jedoch etwa so lang wie die beiden ersten Abschnitte zusammen.

Die Kunde vom Zeitplan, der eingehalten wird, dürfte nicht nur im „Pomm-Fit“ mit Interesse aufgenommen werden. Auch im benachbarten Autohaus Berger bekommt man die Baustelle zu spüren, aber nicht so drastisch. Es gebe zuletzt weniger Privatkunden aus Reckenfeld, das Geschäft mit Gewerbekunden von außerhalb laufe jedoch nahezu unverändert weiter. Die Baustelle nimmt man bei Berger vergleichsweise gelassen hin. „Das ist halt so. Was gemacht werden muss, muss gemacht werden“, sagt ein Mitarbeiter des Autohauses.

Am anderen Ende der Emsdettener Straße, wo die Bauarbeiten schon fast beendet sind, macht sich derweil Erleichterung breit. „Ich habe das massiv gemerkt“, sagt Erwin Reichhardt, der dort ein Küchenstudio betreibt. „Es ist aber deutlich besser geworden in den letzten 14 Tagen.“ Die Baustelle sei lange Zeit ein echtes Hindernis gewesen, für potenzielle Kunden (auch wenn es Ausweich-Parkgelegenheiten in der Nähe gibt), aber auch für Lieferanten. „Es gab den einen oder anderen Spediteur, der sich geweigert hat, meinen Laden anzufahren.“ Das sei aber zum Glück die Ausnahme geblieben. „Die wichtigsten Lieferungen kamen an.“

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